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Wetzlar geht wichtigen Schritt auf dem Weg zu mehr Bodenschutz

Wetzlar geht wichtigen Schritt auf dem Weg zu mehr Bodenschutz

Umweltministerium fördert kommunales Bodenschutzkonzept

„Böden stellen wie Luft und Wasser eine existenzielle Lebensgrundlage für den Menschen sowie Tiere und Pflanzen dar: Sie speichern Niederschläge und Kohlenstoff. Böden sind die zentrale Produktionsgrundlage für Nahrungsmittel und nachwachsende Rohstoffe. Außerdem sind sie Lebensraum für unzählige Organismen und damit einen wichtigen Baustein der Biodiversität. Gerade in besiedelten Gebieten haben sie eine hohe Bedeutung für die Lebensqualität der Menschen, denn unversiegelte Böden wirken kühlend auf die Umgebung und bieten gleichzeitig Standorte für Pflanzen und Grünanlagen. Bei Starkregen halten sie das Wasser in der Fläche und tragen so zum Schutz vor Überflutungen bei. Damit erfüllen Böden auch eine wichtige Funktion für den Klimaschutz und die Klimaanpassung. Gemeinsam mit der Stadt Wetzlar haben wir nun in einem Pilotvorhaben ein Bodenschutzkonzept erstellen lassen. Das Projekt hat Vorbildcharakter und ist ein Ansporn für andere Kommunen, ihre Böden als kostbares Gut zu erkennen und stärker zu schützen“, sagte Umweltministerin Priska Hinz.

Kommunen kommt eine besondere Funktion beim Umgang mit Böden zu. Daher unterstützt das hessische Umweltministerium deren Bemühungen. Insgesamt wurden dafür 100.000 Euro zur Verfügung gestellt. Zur Erstellung des Bodenschutzkonzeptes für Wetzlar wurden die bodenbezogenen Aufgaben in der Stadt analysiert, die Eigenschaften der Böden, ihre Beschaffenheit und Empfindlichkeit bewertet und eine Bodenfunktionsbewertungskarte erstellt sowie ein detaillierter Maßnahmenkatalog entwickelt.

Norbert Kortlüke, Umweltdezernent der Stadt Wetzlar, bedankte sich bei der Ministerin. „Vor dem Hintergrund der lange zurückreichenden industriellen Geschichte Wetzlars standen bei uns in Wetzlar bisher vor allem mögliche Schadstoffbelastungen von Böden im Mittelpunkt des Verwaltungshandelns. Der oftmals sorglose Umgang mit Boden in der Vergangenheit und die aus heutiger Sicht dabei begangenen Fehler haben uns darin bestärkt, an dem Pilotprojekt teilzunehmen. Das Bodenschutzkonzept ist für uns nun eine hervorragende Grundlage, zukünftig die natürlichen Leistungen der Böden bei unseren städtischen Planungen viel besser berücksichtigen zu können, neue Fehler im Umgang mit Boden zu vermeiden und so eine nachhaltige Stadtentwicklung weiter voran zu treiben“, unterstrich Kortlüke die Ausführungen der Ministerin.

„Kommunale Bodenschutzkonzepte sind wichtig, um leistungsfähige Böden zu erhalten. Die Erkenntnisse können dann in die Stadtplanung einfließen“, erklärte Hinz. Neben der Bauleitplanung können auch andere Verwaltungsbereiche, die beispielsweise Grünflächenunterhaltung oder Hochwasservorsorge betreffen, von dem Bodenschutzkonzept profitieren. Zum Beispiel kann bei der Erschließung neuer Bauflächen bereits darauf geachtet werden, dass der Boden geschont wird, wo später Grünflächen entstehen sollen. Außerdem können bei der Entscheidung über die Lage späterer Grünflächen die Bodenfunktionen berücksichtigt werden, um möglichst geeignete Standorte auszuwählen. Um eine Versickerung von Niederschlagswasser als Beitrag zum Hochwasserschutz zu gewährleisten, liefert ein Bodenschutzkonzept der Kommune belastbare Grundlagen um, Böden mit hoher Wasserspeicherkapazität nicht zu überbauen.

Hintergrund
Die Aufstellung des umfassenden Bodenschutzkonzepts für die Stadt Wetzlar begründet sich aus der seit 2018 bestehenden Kooperation zwischen dem Hessischen Umweltministerium und der Stadt Wetzlar. Die Grundlage bilden gesetzlich verankerte Ziele zum Bodenschutz, denen auch die Kommunen verpflichtet sind. Das Hessische Altlasten und Bodenschutzgesetz bestimmt zudem, dass auch Städte und Gemeinden vorbildhaft zur Erreichung dieser Zielsetzungen beizutragen haben.

Weitere Informationen und Broschüren finden Sie unter https://umwelt.hessen.de/umwelt-natur/boden/vorsorgender-bodenschutz/bodenschutz-kommunen

© Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz