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Wetteraukreis: Erpressung 13jähriger mit Unterwäschefotos

Erpressung mit Unterwäschefotos

Wetteraukreis: Ein Treffen im Netz ist doch etwas ganz anderes als
ein reales Date. Man selbst befindet sich in der vertrauten Umgebung 
der eigenen vier Wände und fühlt sich sicher. Da kommt es beim 
Chatten da schon einmal vor, dass man keck wird und Dinge tut, die 
einem im normalen Leben nicht in den Sinn kämen. So erging es auch 
einer 13-jährigen aus dem Wetteraukreis. Nachdem sie eine Weile 
freundlich mit dem smarten Gegenüber gechattet hatte, forderte dieser
sie auf, ihr ein Bild in Unterwäsche zu senden. "Ist ja nur 
einmal....Ich bin ja nicht nackt....Machen doch alle anderen 
auch"....Mögen die Gedanken gewesen sein, die das Mädchen dazu 
veranlassten, tatsächlich ein Foto zu versenden. Aber aus dem netten 
Flirt wurde schließlich ein unschöner Kriminalfall. Der charmante 
Kerl entpuppte sich als gierig und forderte weitere Unterwäschebilder
von dem Mädchen. Sollte sie seiner Forderung nicht nachkommen, drohte
er mit der Veröffentlichung des übersandten ersten Bildes im 
Internet. Nun weiß ein jeder, dass das Netz nichts vergisst und es 
nahezu unmöglich ist, solche Bilder endgültig wieder zu löschen. Die 
Vorstellung, dass man leicht bekleidet oder nackt im Internet zu 
finden ist, erzeugt Panik und Scham. Im dargestellten Fall wandte 
sich das Opfer vertrauensvoll an seine Eltern und mit diesen 
schließlich an die Polizei. Diese ermittelt nun wegen Erpressung. Es 
bleibt aber zu vermuten, dass sich viele, insbesondere junge 
Menschen, keine Hilfe holen und den Rechtsweg einschalten. Sei es aus
Scham oder auch aus dem Gefühl heraus, selbst Schuld an der Misere zu
sein. Naivität und fehlendes Misstrauen sind keine Straftaten - 
Erpressung schon! Bleiben sie mit ihren Kindern in Kontakt, damit sie
solche Ängste und Nöte nicht mit sich selbst ausmachen müssen. Suchen
sie das Gespräch und weisen sie auf mögliche Gefahren hin, um 
Aufklärungsarbeit zu leisten. Nützliche Informationen zum Thema 
finden sie auch auf den Seiten der Polizeilichen Kriminalprävention 
oder unter www.klicksafe.de.

(C) Polizeipräsidium Mittelhessen - Pressestelle Wetterau