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-Werbung- Regionale Herkunft von Lebensmitteln wird zunehmend wichtiger – sowohl hinsichtlich der Qualität als auch aus umwelt- und arbeitsmarktpolitischen Gründen

CDU informiert sich bei traditioneller Landmetzgerei Grasmehr in Weilburg-Gaudernbach

Gaudernbach. Der Arbeitskreis für Raumordnung, Wirtschaft, Bau und Verkehr der CDU-Kreistagsfraktion besuchte die Landmetzgerei Grasmehr in Gaudernbach. Nach einer Begrüßung durch die beiden Geschäftsführer Werner und Klaus Grasmehr eröffnete der Vorsitzende des Arbeitskreises Michael Ruoff eine erste Gesprächsrunde, die nach der Besichtigung des Betriebes mit einer Diskussion fortgeführt wurde.
Die Landmetzgerei Grasmehr ist in der inzwischen 4. Generation seit 1963 in dem Weilburger Stadtteil Gaudernbach ansässig. Schon die Väter von Edwin und Waltraud Grasmehr, den Firmengründern, waren Metzger. Sie gaben ihre Leidenschaft und Stolz an ihre Kinder und inzwischen Enkel weiter.
Das spürt man, wenn man sich mit Werner und Klaus Grasmehr unterhält. Sie haben das Unternehmen zu einem bedeutenden regionalen und auch überregionalen Wurstproduzenten weiterentwickelt. So beliefert die Firma Grasmehr in einem Umkreis von ca. 150 km den Lebensmittel Einzelhandel mit ihren Wurstwaren. Aber auch Lebensmittel-Großhändler gehören überregional zu dem Kundenkreis. Die tägliche Produktionsmenge beträgt 8 – 10 Tonnen Wurst.
Werner Grasmehr erläutert, dass die komplette Produktion nach IFS (International Food Standard) Higher Level abläuft. Dieser Standard erfordert mit die strengsten Qualitätskontroll-Standards. So fiebern sämtliche Mitarbeiter den jährlichen Audits mit großem Engagement und Einsatz entgegen. Gerade die persönliche, direkte Zusammenarbeit und die stetige Weiterbildung der Mitarbeiter sieht er als Erfolgsbaustein an. Uns gelingt es durch eine persönliche und familiäre Integration, motivierte Mitarbeiter aus Osteuropa oder Kroatien langfristig an unser Unternehmen zu binden, so Werner Grasmehr. Zudem bilden wir jedes Jahr ein bis zwei Auszubildende aus, die später als qualifizierte Mitarbeiter im Unternehmen bleiben.
Werner Grasmehr erläutert, dass die Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt des Kreises - dieses ist auf Grund der Produktionsgröße mindestens wöchentlich einmal im Betrieb zugegen - und dem RP Gießen sehr gut funktioniert. Andere Behörden, die auch namentlich angesprochen wurden, bereiten dem Unternehmen durch bürokratische Überbordung nach Schwierigkeiten. Besonders bemängelt wird, dass vielfach kein Lösungswillen und keine Eigenverantwortung spürbar sind, sondern auf ein unreflektiertes Umsetzen der Verfahrensrichtlinien gepocht wird.
Bemerkenswert fanden die Abgeordneten, dass neben den behördlichen Kontrollen und Auditierungen auch ein internes Kontrollsystem besteht. So werden die Artikel täglich intern geprüft und verkostet. Es lässt sich lückenlos nachverfolgen, von wem das verarbeitete Fleisch stammt und wohin die Wurst verkauft wurde. Dies ist Aufgabe der qualifizierten QS-Abteilung des Unternehmens.
Nicht nur dabei spielt die Digitalisierung im Unternehmen eine erhebliche Rolle. Die meisten Produktionsschritte und Abteilungen sind inzwischen digitalisiert. Die wassergeschützen PC erleichtern durch die Touch-Monitore zum einen die Arbeit der Mitarbeiter, zum anderen werden die Prozesse lückenlos dokumentiert und tragen zur Produktsicherheit bei.
Natürlich interessierte sich die Delegation nach all den technischen Eindrücken auch für die regionalen Wurstprodukte. Hierzu erläuterte Klaus Grasmehr, dass sich das Thema Regionalität auf zwei Aspekte bezieht. Zum einen produzieren wir eine nach wie vor handwerklich hochwertige Wurst in der Geschmacks- und Verbrauchererwartung unseres mittelhessischen, nassauischen Raumes. So machen wir eine Wurst, wie sie den Kunden auch im benachbarten Rheinland-Pfalz bis Mainz und in die Pfalz hinein schmeckt. Im Hessischen ist das bevorzugte Liefergebiet der Taunus, über Frankfurt bis nach Darmstadt. Nordhessen entspricht nicht der Erwartung an unsere Wurst, so Klaus Grasmehr.
Einen Wettbewerbsvorsprung hat sich die Firma Grasmehr zum anderen mit dem aktuell sehr gefragten Thema regionale Erzeugung erarbeitet. Dazu arbeitet die Firma mit der Marketinggesellschaft „Geprüfte Qualität Hessen“ (GQH) zusammen und ist nach deren Anforderungsstandards zertifiziert. D.h., das Land Hessen steht als Kontrollinstanz hinter diesem Label. So dürfen die Schweine nur von hessischen Landwirten stammen, die auch nach diesen strengen Kriterien züchten dürfen. Wegen der kurzen Transportwege (Tierwohl) dürfen die Tiere nur erzeugernah geschlachtet werden. Das Fleisch wird dann frisch und erzeugernah von der Firma Grasmehr zu den schmackhaften Wurstspezialitäten verarbeitet. So verstehen wir echte Regionalität, erläutert Klaus Grasmehr. Diese Artikel sind zudem noch mit dem Label „ITW“ (Initiative Tierwohl) versehen, das sich ebenfalls unter der geprüften Qualität Hessen verbirgt.
Die Abgeordneten der CDU-Kreistagsfraktion dankten den beiden Geschäftsführern für die ausführliche Führung im Betrieb sowie die anschließende Diskussion und den Gedankenaustausch. CDU-Kreisvorsitzender Andreas Hofmeister MdL, merkte an, dass das Familienunternehmen ein besonderes Beispiel dafür ist, wie Unternehmen Innovation und Tradition zusammenführen können, wodurch Arbeitsplätze in unserer Region gesichert werden und die Qualität unserer Lebensmittel gesteigert wird. „Gerne haben wir das Lob für das Veterinäramt des Landkreises gehört und werden natürlich auch die kritisch angebrachten Themen mitnehmen,“ so der Vorsitzende der Kreistagsfraktion Christian Wendel. © Tarik Cinar