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-Werbung- MfK-Frankfurt: Museum für Kommunikation in Frankfurt – spannender Ausflug in die TK-Geschichte und Zukunft

© Ausstellung-Exponat Museum für moderne Kommunikation, Frankfurt

Nach meinen Ausflügen im tierischen Bereich (s.ganz unten) ging es diesmal in den telekommunikativen Bereich und ich berichte heute als Erlebnisbericht darüber:  Als guten Anlaufpunkt in unserer Region habe ich dafür das Museum für Kommunikation in Frankfurt ausgemacht. Es ist am Schaumainkai 53 gelegen und mit öffentlichen wie auch individuellen Verkehren hervorragend zu erreichen.

Dass das moderne Endgerät mit dem Sie gerade diese Zeilen lesen können, nicht selbstverständlich ist und dahinter eine lange Entwicklungs-Geschichte steht, das kann man in diesem Museum lernen - übrigens ist es für Kinder mindestens genauso interessant wie für Erwachsene. Die Schwerpunkte der Interessenwahrnehmung sind dann höchstwahrscheinlich anders ausgeprägt, während die Kinder sich eher im Mitmachbereich (sofern nicht wg. Corona derzeit außer Betrieb) in den verschiedenen Abteilungen wohlfühlen und sich fragen werden, was das alles für "seltsame" Apparaturen sind, geht bei den Lebenserfahreneren eher das Herz auf, wenn sie alte Telefonapparate oder andere Geräte wieder erkennen, die früher für Verbindungen sorgten.

Dass Telefone früher Kabel hatten, war selbstverständlich, genauso die Wählscheiben der Hubdrehwähler. Wer seinerzeit beim Telefonwunschkonzert oder anderen ähnlichen Dingen mitgemacht hat, kennt es noch, wie man versucht hat, durch ein zurückschieben der Wählscheibe schneller die nächste Ziffer zu wählen - brachte nichts, aber für's Gefühl war's gut ;-). Es folgten dann die Tastentelefone, da ging das mit dem Wählen schon schneller, bis die Verbindung jedoch noch schneller aufgebaut werden konnte, sollte es noch einige Zeit dauern. Dann konnte man Telefonieren, ohne Kabel - die schnurlosen Funktelefone für zuhause waren auf dem Markt, denen dann auch recht bald die ersten analogen Autotelefone folgten. Aufgrund der verbauten Masse an Technik, waren diese im Auto gut einsetzbar, jedoch an Funkzellen gebunden. Erst später wurde das "Handover", das weiterreichen von Funkzelle zu Funkzelle optimiert, so dass wir heute z.B. auf der Autobahn telefonieren können, ohne Gesprächsabbrüche. Dann erst kamen die Funktelefone, die im angelsächsischen Bereich auch noch "Cellulars" heißen, was damit zusammen hängen dürfte.

Die Miniaturisierung, der stetige Ausbau der Netzversorgung bis zu uns "raus auf's Land" machte es dann möglich, auch hier außerhalb der Ballungszentren zu telefonieren - man wartete jährlich auf die neuen Versorgungskarten und wählte dann das bei sich am besten vertretene Netz. Früher waren die Netzzuordnungen noch über die Vorwahlen zu erkennen und seinerzeit konnte man Nachrichten nur netzintern verschicken - der netzübergreifende Versand gelang dann nur über eine ausländische Mitteilungszentrale - und da man bei den ersten Funktelefonen das mit dem Telefonbuch und dem Versand der Nachrichten noch nicht so ganz rund hatte, kannte man die Rufnummern seiner Freunde eben einfach noch auswendig ... denn die musste man hierbei manuell eintippen. Und für den besseren Empfang sorgten die herauszieh- oder -klappbaren Antennen, deren Hotspot möglichst weit weg vom Kopf sein sollte.

Zwischen damals und heute gibt es noch die Welt der Pager, der Personenrufgeräte. Seinerzeit unter dem Namen einem europäischen Namen, später unter anderen modernen Namen bekannt, gelang der Empfang von Tonrufsignalen. Dazu musste man vorher vereinbaren, was was bedeuten sollte 1="Ruf' zuhause an" 2= "Ruf' im Büro an ..." , der Versand von numerischen Zahlenfolgen machte mehr möglich, so konnte man auch ganze Rufnummern übermitteln - das gelang mit Mehrfrequenzhandsendern, die man zu diesem Zweck an den Hörer hielt. Der Versand von alphanumerischen Nachrichten gelang dann wieder noch später mit entsprechend größeren Geräten, eine Technik, die heute noch immer ihren Einsatzzweck hat, aber dank der Möglichkeiten des modernen Mobilfunkgerätes natürlich eher im geschäftlich-medizinischen Bereich liegt, z.B. dort, wo man keine Mobiltelefone verwenden darf, aber Funkversorgung vorhanden ist. Dort könnte man dann auch die BOS-Funkmeldeempfänger zuordnen, mit denen Behörden mit Organisations- und Sicherheitsaufgaben (BOS) alarmiert werden ... Feuerwehr, Rettungsdienst ... "die Piepser" eben...

Nach diesem Rückblick in die Geschichte der Telekommunikation, wie sie auch meine Generation erlebt hat und mit der ich groß geworden bin, ein Blick ins Museum. 

Es ist hell, freundlich und das Team an allen Positionen hilfsbereit und aufmerksam. Zu sehen ist hier der Eingangsbereich:

© Ausstellung Museum für moderne Kommunikation, Frankfurt
Das darf nicht fehlen in dieser Sammlung - das beliebte Fernsprechhäuschen (Telefonzelle): 
Und bei wem da keine Geruchs- und Erlebniserinnerungen spontan in die Nase schießen, der ist wahrscheinlich jünger und dem blieb dieser spezielle Genuss der Telefonepoche "Telefonhäuschen" verwehrt. Man spürt es förmlich in den Fingern, das Hochdrehen der Telefonbücher, bei denen oft Seiten fehlten, der Geruch von allem was man sich vorstellen konnte, die verkratzten Münzautomatentelefonen (bevor die Kartentelefone kamen), die orange/gelb leuchtenden Anzeigen ... oder auch der oben aufliegende Telefonhörer netter Zeitgenossen, die ihr Resttelefongeld dem nächsten widmeten . . . und nicht zuletzt der flackernde Neonschein, der bei mancher Nachtfahrt Orientierung war · © Ausstellung-Exponat Museum für moderne Kommunikation, Frankfurt

Das gute alte Bakelit-Telefon "W48" © Ausstellung-Exponat Museum für moderne Kommunikation, Frankfurt
Derzeit noch bis 5.9. zu sehen die Sonderausstellung "Briefe ohne Unterschrift" © Museum für moderne Kommunikation, Frankfurt

Ich wünsche auf jeden Fall interessante Stunden im Museum - zu empfehlen für Groß und Klein.