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Wer, wenn nicht wir? l Eine Stadt – Deine Chance – Unsere Verantwortung

Limburger Demokratiekonferenz vom 15.09.2018

Die Vereinten Nationen haben den 15.9. zum internationalen Tag der Demokratie erklärt. Um diesen zu würdigen, fand am vergangenen Samstag in der Adolf-Reichwein-Schule in Limburg eine Demokratiekonferenz statt. Fast 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren gekommen, um zu diskutieren, wie Limburg eine tolerante und weltoffene Stadt bleiben kann.

„Es ist so wichtig, dass sich die Menschen wieder auf Augenhöhe begegnen und unpolarisiert und sachlich Argumente austauschen“, betonte Melanie Weil, Integrationsbeauftragte der Stadt Limburg, die gemeinsam mit Tobias Kurth, Kulturenwerkstatt, den Tag organisierte und moderierte. Daher befasste sich die Einheit am Vormittag mit dem Thema Stammtischparolen und Populismus.

Der Offenbacher Verein „Creative Change e.V.“ spielte mit einem vierköpfigen Ensemble eine Gesprächssituation zwischen zwei Ehepaaren am Küchentisch nach: Das Ehepaar aus dem ländlichen Raum beklagte den schwierigen Stand von kleinen Handwerksbetrieben, den Ärzte- und Mobilitätsmangel außerhalb von Großstädten und den Unmut zur Flüchtlingssituation, welche als Sündenbock für alle Missstände herangezogen wurde. Das Ehepaar aus der Großstadt teilte diese Meinung nicht, fand aber nicht die richtigen Worte und Argumente, um sich zu positionieren. Gegenseitige Titulierungen als „rot-rot-grün-versifft“ bzw. „Nazi“ ließen das Gespräch eskalieren und führten zur Abreise des zweiten Ehepaars.

Die Teilnehmer der Demokratiekonferenz analysierten die Rollenmuster der Protagonisten und berichteten von ähnlichen Erfahrungen aus ihrem eigenen Umfeld. Anschließend erarbeiteten sie alternative Reaktionen und Antwortmöglichkeiten, die zwei von ihnen direkt auf ihre Praxistauglichkeit überprüfen konnten, indem sie sich als Schauspieler in die erneut gespielte Szene einwechseln ließen.

Am Nachmittag vermittelte das Mobile Beratungsteam Kassel MBT e.V. Argumentationsstrategien gegen Menschenfeindlichkeit. Von den Partnerschaften für Demokratie der Stadt und des Kreises Offenbach waren ebenfalls zwei Referenten angereist. In einer Ideenschmiede lernten die Teilnehmer, welche Punkte es für eine erfolgreiche Projektdurchführung zu beachten gilt und konnten dies in einer eigenen Projektplanung erproben. Ein dritter Workshop beleuchtete best-practice-Beispiele zur Demokratieförderung und gab Anregungen für die Stadt Limburg.

Tobias Kurth, Kulturenwerkstatt, freute sich über die Impulse und entstandenen Begegnungen, denn er weiß: „Unsere Partnerschaft für Demokratie lebt davon, dass viele Menschen ihre Ideen einbringen – nur dann kann sie wachsen.“

Auf Initiative der Stadt Limburg wurde mithilfe der Förderung durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ bereits 2017 eine lokale Partnerschaft für Demokratie gegründet. Im Rahmen dessen stellt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Fördermittel für Projekte und Initiativen bereit, die sich aktiv für Demokratie und gegen Menschenfeindlichkeit einsetzen. Interessierte können sich wenden an 06431 9441565 oder info@pfd-lm.de wenden. © Stadt Limburg