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Weniger Lieferverkehr durch Güter-Tram·Land fördert Versuch in Frankfurt

Mit weiteren 136.000 Euro beteiligt sich Hessen an der Erprobung einer Güter-Straßenbahn in Frankfurt. Der Zuschuss fließt an die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), wie Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir am Mittwoch mitteilte. „Klimafreundliche Logistik ist ein Zukunftsthema“, sagte Al-Wazir. „In Hessen sollen die Konzepte dafür entstehen – sowohl für den Fernverkehr wie auch für die berühmte letzte Meile.“

In Frankfurt untersuchte die Hochschule seit 2018 zusammen mit der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) und dem Paketdienst Hermes, ob Straßenbahnen dazu beitragen können, Innenstädte vom Lieferverkehr zu entlasten, indem sie Pakete von Umschlagplätzen am Cityrand so weit in den Stadtkern befördern, dass sie dort von Fahrradkurieren übernommen werden können. Dabei konnten praktische Tests die grundsätzliche Machbarkeit nachweisen. Berechnungen ergaben, dass die Cargo-Tram im Vergleich mit Lieferwagen über die Hälfte des Treibhausgases CO2 einspart. Dieses Projekt hatte das Land bereits mit 210.000 Euro unterstützt.

Allerdings sind technische und organisatorische Schwierigkeiten zu überwinden. So hatte sich in der ersten Phase des Versuchs gezeigt, dass sich eine reguläre Passagier-Tram wegen ihrer Inneneinrichtung nur bedingt für den Gütertransport eignet. Der neue Zuschuss dient deshalb unter anderem zur Erkundung entsprechender Umbaumöglichkeiten. Ferner geht es um Betriebskonzepte, die den sehr unterschiedlichen Anforderungen des Passagier- und des Gütertransports gleichermaßen gerecht werden.


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„„Hessen hat den Anspruch, Vorreiter auf dem Weg in die gleichzeitig klimagerechte und leistungsfähige Mobilität der Zukunft zu sein. “

Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir
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Die Fortsetzung des Projekts soll weitere Fragen eines möglichen Praxisbetriebs klären. Zum einen werden verschiedene Szenarien wie etwa die Nutzung einer speziellen Gütertram und der kombinierte Transport von Waren und Passagieren digital simuliert. Zum anderen werden juristische Aspekte untersucht. Erste Ergebnisse zeigen, dass neben den ökologischen Vorteilen auch eine erhebliche Kostenersparnis gegenüber den heutigen Lieferwegen zu erwarten ist.

„Die Logistik ist für unser Land eine bedeutende Branche und soll es bleiben. Deshalb haben wir größtes Interesse daran, dass sie klimafreundlich wird“, sagte Minister Al-Wazir. „Die Verlagerung von Gütertransporten auf die Schiene kann viel dazu beitragen – nicht nur im Fernverkehr.“

„Angesichts des rasant wachsenden Online-Handels sind immer mehr Paketzustellerinnen und -zusteller im Stadtbild zu sehen – genau darum ist eine neue Transportlösung notwendig“, erläutert Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke, Direktor des Research Lab for Urban Transport (ReLut) der Frankfurt UAS. „Von besonderem Interesse ist es daher, wie die Pakete effizient zum Endkunden kommen. Mit der Tram und mit einem Lastenfahrrad unter Verwendung eines standardisierten Containers trägt das Projekt deutlich zur Reduzierung der Diesel-Lieferverkehre bei; gleichzeitig werden Kosten für die Unternehmen eingespart. Zukunftsweisender kann Projektförderung kaum sein.“

© Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen