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Weltweite Aktion gegen Gewalt an Frauen und Mädchen „One Billion Rising“

Sozialminister Kai Klose: „Uns ist es ein wichtiges Anliegen, Frauen und deren Kindern zu helfen, die Opfer von Gewalt geworden sind.“

Wiesbaden. Anlässlich der am 14. Februar stattfindenden Aktion „One Billion Rising“, gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, betonte der Hessische Sozialminister Kai Klose, dass Hessen Gewalt gegen Frauen und Mädchen nicht hinnehme.

„Auf Grundlage des Aktionsplans zur Bekämpfung der Gewalt im häuslichen Bereich hat die Hessische Landesregierung zahlreiche Maßnahmen vorgenommen, die dem Schutz vor Partnergewalt und sexualisierter Gewalt, aber auch dem Schutz von Kindern dienen. Daher werden wir, in Umsetzung der Istanbul-Konvention, die vorhandenen Aktionspläne weiterentwickeln und neue Maßnahmen initiieren“, erklärte Klose.

In Hessen ist bisher ein ausdifferenziertes Netz an Unterstützungseinrichtungen für Frauen entstanden und bietet betroffenen Frauen und Mädchen einen niedrigschwelligen und bedarfsgerechten Zugang zu fachlicher Hilfe und qualifizierter Beratung.

Im Rahmen des Sozialbudgets wurden die Mittel für Frauenhäuser kontinuierlich aufgestockt. In 2018 standen knapp 3,3 Mio. Euro zur Verfügung, die nun in 2019 auf 3,45 Millionen Euro jährlich erhöht worden sind. In Hessen stehen derzeit 31 Frauenhäuser und 727 Frauenhausplätze zur Verfügung. Bei einer Gesamtbevölkerungszahl von etwa 6,2 Millionen kommen auf einen Frauenhausplatz etwa 8.500 Einwohnerinnen und Einwohner. Damit steht Hessen im Vergleich zu anderen Bundesländern an dritter Stelle.

Darüber hinaus finanziert das Hessische Ministerium für Soziales und Integration vielfältige Modellprojekte, die sich für einen besseren Schutz von Frauen vor Gewalt und für die gesundheitliche Versorgung von Gewaltopfern einsetzen: Frauenhäuser, Notrufe, Schutzambulanzen, Interventions- und Beratungsstellen, aber auch Täterarbeit. Dafür stehen aktuell in 2018 Mittel in Höhe von knapp 1,1 Millionen Euro, in 2019 von 1,2 Millionen Euro bereit. Das sind Rahmenbedingungen, die es in Hessen möglich machen, passgenaue Beratungs- und Schutzangebote weiterzuentwickeln.

Als bundesweite Anlaufstelle steht rund um die Uhr das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der Telefonnummer 08000 – 116 016 und online unter www.hilfetelefon.de zur Verfügung. Qualifizierte Beraterinnen bieten barrierefrei und neben Deutsch in 17 weiteren Sprachen kompetente Erstberatung an. Sie vermitteln die Betroffenen auf Wunsch zur weiteren Betreuung an Unterstützungseinrichtungen vor Ort.

Hintergrund
„One Billion Rising“ (Eine Milliarde erhebt sich) heißt eine weltweite, jährliche Kampagne gegen sexualisierte Gewalt und Ausbeutung, für Selbstbestimmung und internationale Frauensolidarität, initiiert von der New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler. Die „Milliarde“ steht für die statistische Angabe der UN, dass ein Drittel aller Frauen und Mädchen in ihrem Leben Opfer von Gewalt (Körperverletzung, Vergewaltigung, Vernachlässigung, Verweigerung von Bildung) werden. 2013 wurden erstmals Frauen und Männer weltweit dazu aufgerufen, jeweils am 14. Februar (Valentinstag) gemeinsam im öffentlichen Raum zu tanzen, um Solidarität mit Gewaltopfern und gemeinsame Kraft zu demonstrieren. Eigens für die Kampagne wurde das Lied „Break The Chain“ komponiert. „One Billion Rising“ gilt als die größte weltweite Aktion gegen Gewalt und wird von der UN, UN Women, der EU und vielen prominenten Persönlichkeiten unterstützt. Das Besondere an diesem Tag ist das Medium Tanz, mit dem der Protest weltweit transportiert wird. Das Jahresmotto 2019 der Kampagne lautet: „Bewegen – Erheben - Leben“.

©Hessisches Ministerium für Soziales und Integration