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Weitreichende Quarantänemaßnahmen und strenge Ausgangsregelungen

Corona-Infektionen in Erstaufnahmeeinrichtung Neustadt: Reihentest ist zur Hälfte ausgewertet - 159 Bewohnerinnen und Bewohner negativ, 116 positiv, 32 genesen - Abteilungsleiter Manfred Becker: "Die positiv auf das Corona-Virus getesteten Personen sowie alle Kontaktpersonen sind isoliert untergebracht und werden medizinisch betreut und überwacht."

Gießen/Neustadt (Hessen). Nach einer Reihentestung in der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung am Standort Neustadt liegt rund die Hälfte der Testergebnisse vor: Demnach wurde bei 116 Bewohnerinnen und Bewohnern der Einrichtung das Corona-Virus nachgewiesen. 159 Testergebnisse waren negativ. 32 Bewohnerinnen und Bewohner gelten als genesen. Das zuständige Gesundheitsamt verhängte weitreichende Quarantänemaßnahmen und Ausgangsregelungen.

"Die positiv auf das Corona-Virus getesteten Personen sowie alle Kontaktpersonen sind derzeit isoliert untergebracht und werden medizinisch betreut und überwacht", erläutert der für die Einrichtung zuständige RP-Abteilungsleiter Manfred Becker und ergänzt: "Sofern Außenkontakte der Bewohnerinnen und Bewohner erforderlich sind, unterliegen sie strengen Auflagen, deren Einhaltung vom Gesundheitsamt überwacht werden."

Demnach dürfen ab sofort nur noch Personen das Gelände der Einrichtung verlassen, die nachweislich eine Corona-Infektion überstanden haben - die also bereits aus der Absonderung entlassen wurden und nicht mehr infektiös sind. Auch Personen, die in den vergangenen 14 Tagen nachweislich keinen engen Kontakt zu einem Infizierten oder einer Person hatten, deren Testergebnis noch aussteht, dürfen die Einrichtung nur verlassen, wenn ein eigenes negatives Testergebnis vorliegt.

"Wir setzen alle Bemühungen daran, schnellstmöglich das Ausbruchsgeschehen innerhalb der Einrichtung zu unterbrechen" betont Becker. Hierfür greife man auf gewachsene Erfahrungen aus der Zeit der ersten Corona-Welle zurück. Das Pandemiekonzept des Regierungspräsidiums Gießen sei entsprechend angepasst und fortentwickelt worden.

"Auch die Zusammenarbeit zwischen dem medizinischen Dienst der Einrichtung und dem zuständigen Gesundheitsamt schafft Synergien, die uns helfen, eine bestmögliche Unterbringung im Sinne aller Bewohnerinnen und Bewohner zu gewährleisten", sagt der Abteilungsleiter. Dies gewährleiste gleichzeitig, auch die Lage außerhalb der Unterkunft in den Blick zu nehmen, wenngleich es bislang keine Hinweise darauf gebe, dass es im Stadtgebiet Neustadt zu einem signifikanten Anstieg der Infektionszahlen gekommen sei.

"Wir treffen umfangreiche Maßnahmen und setzen alle verfügbaren Kräfte und Mittel ein, damit das so bleibt", erläutert Becker. Aus diesem Grund sei der Standort bis auf Weiteres für Neuaufnahmen und Zuweisungen in die Kommunen gesperrt. Bis zum Vorliegen aller Befundergebnisse seien außerdem sämtliche Zusammenkünfte untersagt. Daneben prägten Aufklärung sowie die Umsetzung der Hygiene- und Abstandsregeln sowie das konsequente Tragen einer Mund-Nasen-Schutzmaske die besondere Situation.

An fünf Standorten der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen leben derzeit 3696 Bewohnerinnen und Bewohner. Nachdem in der vergangenen Woche am Standort Neustadt mehrere Menschen positiv auf den COVID-19-Erreger getestet worden waren, erfolgte in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Marburg-Biedenkopf eine Reihentestung aller 600 Bewohnerinnen und Bewohner. Mit endgültigen Ergebnissen der Tests wird in den nächsten Tagen gerechnet. © RP-Gießen