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„Weilburg erinnert“ zeigt Fotoausstellung „Hass vernichtet“

(Weilburg) Seit dem 11. Januar bis zum 6. März 2022 zeigt der Verein „Weilburg erinnert“ im Foyer der Kreissparkasse im Odersbacher Weg in Weilburg die Fotoausstellung „Hass vernichtet“ der Berliner Künstlerin Irmela Mensah-Schramm, die sich selbst als „Polit-Putze“ bezeichnet. Aufgrund der angespannten Pandemielage infolge der Omikron-Variante musste eine offizielle Ausstellungseröffnung entfallen.
Zivilcourage ist in Deutschland nicht jedermanns Sache, für Irmela Mensah-Schramm jedoch eine Selbstverständlichkeit. Sieht sie ein Hakenkreuz an eine Hauswand geschmiert kann sie nicht daran vorbeigehen. Sie muss es wegwischen. Es geht nicht anders. Die Aktivistin Irmela Mensah-Schramm entfernt in ganz Deutschland menschenfeindliche Graffitis und verwandelt sie in Friedensbotschaften. Ihre Kunstwerke sind nun in Weilburg zu sehen.
Seit 1986 schon ist Irmela Mensah-Schramm in ganz Deutschland unterwegs, um rassistische und antisemitische Aufkleber und Graffitis zu entfernen. Für ihre Verdienste wurde sie schon häufig mit verschiedenen Preisen gewürdigt: So erhielt sie 1996 die Bundesverdienstmedaille (die sie jedoch 2000 zurückgab nachdem sie erfuhr, dass auch der ehemalige NPD-Politiker Heinz Eckhoff mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurden war), 2006 den Preis „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ und 2015 den Göttinger Friedenspreis. Gleichzeitig wird sie oft auch mit heftigen Anfeindungen konfrontiert – und stand auch schon häufig vor Gericht.
Ihre Arbeit dokumentiert Mensah-Schramm seit rund 20 Jahren mit dem Fotoapparat: Verletzende Parolen, fremdenfeindliche Plakate und menschenverachtende Äußerungen im Öffentlichen Raum.
Fast täglich geht sie mit Ceranfeldschaber, Spraydose, Bürsten, Lösungsmitteln und Farben selbst los, um Neonazi-Parolen und antisemitische Aufkleber zu entfernen oder zu übermalen.
In der Ausstellung werden mit zahlreichen Fotos im Posterformat die Ergebnisse ihres Einsatzes für Menschenrechte im Öffentlichen Raum gezeigt. Zudem sind Bilder von Jugendlichen und Schülern zu sehen, die in Workshops mit Irmela Mensah-Schramm hasserfüllte, rassistische und antisemitische Schmierereien in positive, fröhliche und respektvolle Motive umwandeln.
Auch in Weilburg wird Mensah-Schramm auf Initiative von „Weilburg erinnert“ für die örtlichen Schulen kostenlose Workshops „Mit bunten Farben gegen braune Parolen“ anbieten.
„Meinungsfreiheit hat Grenzen. Sie endet, wenn Hass und Menschenverachtung beginnt.“, so Mensah-Schramm.
2018 kam Irmela Mensah-Schramm bereits nach Weilburg im Rahmen der Ausstellung „erfasst, verfolgt, vernichtet“ zu den NS-Krankenmorden, die im Januar und Februar 2018 im Bergbau- und Stadtmuseum gezeigt wurde. „Seitdem steht der Verein im regen Kontakt mit Frau Mensah-Schramm und wir freuen uns, dass Frau Mensah-Schramm nun ihre Ausstellung in Weilburg zeigt“, so Markus Huth, Vereinsvorsitzender des ausrichtenden Vereines.
„Widerstand gegen den NS damals und Widerstand gegen Rechts heute ist zentrales Leitthema der Vereinsveranstaltungen im ersten Halbjahr des laufenden Jahres“ meint Huth zum umfangreichen Jahresprogramm des Vereines.
„Wir sind sehr dankbar, dass die Kreissparkasse Weilburg zum einen die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt, uns aber auch organisatorisch und finanziell unterstützt. Die Ausstellung wird darüber hinaus finanziell gefördert durch die Holger Koppe Stiftung des Frankfurter Unternehmers Dr. Holger Koppe.“, meint Manfred Schiebel, Kassierer des Vereins.
Die Ausstellung ist zu den Schalteröffnungszeiten der Kreissparkasse geöffnet, die geltenden Hygienebestimmungen sind zu beachten.

Weitere Informationen sind auf der Website des Vereins unter www.weilburg-erinnert.de zu finden.
©  Weilburg erinnert e. V.