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Vor 70 Jahren kamen die letzten Heimatvertrieben nach Werschau

Der Friseurladen von Willi Kuffner steht heute im Heimatmuseum in Oberbrechen.

Arbeitskreis Historisches Brechen zeigte interessante Ausstellung

Über 100 interessierte Bürger/innen besuchten am vergangenen Wochenende die Ausstellung „Heimatvertriebene in Werschau“, die zusammen mit der Ausstellung „Brechen im 1. Weltkrieg“ im Pfarrsaal Werschau durchgeführt wurde. Unter den Besuchern waren auch zahlreiche Heimatvertriebene bzw. deren Nachkommen.

Die mehr als 150 Heimatvertriebene (über 80 % kamen aus dem Sudetenland, die anderen aus Ungarn oder aus dem Bereich östlich Oder / Neiße) kamen in der Zeit von 1946 - 1948 nach Werschau. Nach in der Regel furchtbaren Entbehrungen und Leiden bei ihrer Vertreibung, auf ihrer Transport oder in Lagern kamen sie mit geringer Habe in Werschau an und fanden meist in beschränkten Wohnungen Unterkunft. Es war für die kleine Gemeinde Werschau damals eine fast unlösbare Aufgabe, diese heimatlosen Menschen unterzubringen, da die meisten Häuser für die Aufnahme zusätzlicher Familien zu klein waren. Dank der Bereitschaft der Bürger wurde es aber geschafft.

Mit den neuen Mitbürgern, die nach dem Krieg ca. 25% der Werschauer Bevölkerung darstellten, kamen neue Sitten und Gebräuche in das Dorf, die eine Bereicherung für das Dorfleben darstellten. Heute sind die Heimatvertrieben bzw. deren Nachkommen im Brecher Ortsteil Werschau voll integriert. Die junge Generation weiß nur noch wenig von der alten Heimat, die Alten trauerten noch lange der Heimat ihrer Kindheit nach.

Durch Befragung von Zeitzeugen wurde für die Ausstellung deren Weg aus der alten - sowie die Eingliederung in die neue Heimat aufgezeichnet. Somit erfuhren die Besucher viel über das Leben der Werschauer Neubürger. © Ullrich Jung