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Villmarer betreut Wilderer Leichtweiß Höhle in der Landeshauptstadt Wiesbaden

Uwe Haun am Eingang der Höhle

Ohren/Villmar/Wiesbaden. Einem glücklichen Zufall hat es die Landeshauptstadt Wiesbaden zu verdanken, dass der Villmarer Uwe Haun (54) sich seit dieser Saison um die Leichtweiß Höhle im Bereich der Wiesbadener Nerobergban im Nerotal kümmert. Uwe Haun ist schon immer im Bereich Natur und Höhlenforschung zu finden. So war es ein Glücksgriff für die Stadt Wiesbaden, dass er das Gebiet um die Höhle im Nerotal wieder aufbereitet und die Höhle für die Besucher vorbereitet hat. Die Leichtweißhöhle hat ihren Namen vom Wilderer Heinrich Anton Leichtweiß, der sich in den Jahren 1789 bis 1791 in dieser Höhle versteckt hielt, bis er sich durch aufsteigenden Rauch verriet und gefangen genommen wurde. Er verstarb im Alter von 70 Jahren in Gefangenschaft. 

Der Eingang zur Leichtweiß-Höhle

Uwe Haun geleitet die interessierten Besucher nach der Holzbrücke über den kleinen Bach über eine kleine ausgetretene Steintreppe in die Höhle am Stadtrand der Landeshauptstadt.

Die Augen gewöhnen sich schnell an die dunkle Höhle, die nur schwach illuminiert ist. Größere Besucher sollten am Eingang den Kopf einziehen. 

Die Wände sind zwischenzeitlich mit Beton ausgespritzt und der seinerzeit zweite Eingang und das Rauchabzugloch verschlossen.

Die Temperatur beträgt ganzjährig 5°C und bietet gerade im Sommer eine willkommene Erfrischung. 

Die Anlage ist einladend angelegt

Begeistert und vor allem begeisternd erzählt Uwe Haun vom Leben und Wirken des Wilderers Leichtweiß, der sich im Wald gut auskannte, war er doch vormals fürstlicher Forstjäger und stammte aus Hünfelden-Ohren, bevor er 1789 die Höhle bezog. Ihm werden 13 Kinder zugerechnet. 

Im Bild links oben das "Bett" sowie der Kamin mit Lagerfeuer in der Höhle

Sein Bett hatte er in rund zwei Meter Höhe über dem Erdboden an seiner Feuerstelle und war damit vor Wasserdurchflüssen geschützt in der von Wasser ausgespülten Höhlenanlage. Sie besteht weiter aus einem ca. 6 qm² großen Raum, mit einem Tisch und Bänken, die den Besuchern Platz bieten während des rund viertelstündigen Vortrages beim Durchgang durch die Gänge und Räume der Höhle. Ganz nebenbei kann Uwe Haun auch seine zweite Leidenschaft mit einbringen, denn Fledermäuse und deren Schutz und Pflege passen hervorragend in die Höhle, denn diese Tiere waren wohl auch treue Begleiter des Wilderers durch den Jahresverlauf. 

 

Im hinteren Teil befindet sich der zweite Zugang (verschlossen). Bis Wiesbaden als Kurbad internationalen Ruf erlangte, geriet die Höhle in Vergessenheit, entwickelte sich dann aber zum beliebten Ausflugsziel.

1856 wurde die Höhle vom Wiesbadener Verschönerungsverein ausgebaut, ein zweiter Eingang wurde geschaffen und die Höhle entsprechend mit alten Waffen und Bildern dekoriert. Durch weitere Veränderungen am Höhlengelände durch z.B. eine Holzbrücke über den an der Höhle verlaufenden Schwarzbach und einen Aussichtspavillon sowie weitere Baumaßnahmen ist der ursprüngliche Zustand heute kaum noch zu erkennen. Aus dem Jahr 1905 ist der Besuch Kaiser Wilhelm II. nebst Gattin verzeichnet und 1934 wurde die Leichtweißhöhle als Folterkeller von der Gestapo genutzt. Erst seit 1983 wurde die Höhle wieder umsorgt und Vandalismusschäden beseitigt.

Die Höhle ist seither vom 01. April  bis zum 31. Oktober geöffnet, und kann mittwochs von 10 bis 14 Uhr sowie sonntags von 13 bis 18 Uhr besucht werden.

Die Höhle in der Innenansicht

Die Höhle liegt rund einen Kilometer von der Talstation der beliebten Nerobergbahn entfernt und ist fußläufig von dort und über verschiedene Wanderwege erreichbar. 

Ganz in der Nähe der Höhle liegt der Krottenweiher, der zum Innehalten einlädt, bevor man seinen Weg zum Beispiel durch das Naturschutzgebiet Rabengrund fortsetzt.

Von uns aus ist man über die Bundesstraße B417 "Hühnerstraße" in rund einer Dreiviertelstunde dort. Auf der Anfahrt kann man einen herrlichen Ausblick über die Stadt Wiesbaden genießen, der sich auf der 500m über N.N. gelegenen Platte bietet.  (Peter Ehrlich/FOTO-EHRLICH.de)

Quelle: Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Leichtwei%C3%9Fh%C3%B6hle) und Stadt Wiesbaden (https://www.wiesbaden.de/leben-in-wiesbaden/freizeit/natur-erleben/stadtwald/Leichtweisshoehle.php)