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Verkehrsprobleme Limburg-Diez

IHKs Limburg und Koblenz erneuern Forderung nach Verkehrskonzept

Die Industrie- und Handelskammern (IHKs) Limburg und Koblenz setzen sich seit längerem für ein länderübergreifendes Verkehrskonzept für die Region Limburg-Diez ein. Nun haben sie bei einem Treffen mit Vertretern der Straßenbaubehörden aus Hessen und Rheinland-Pfalz am 24. Juni in der IHK Limburg die Notwendigkeit einer Umgehung bis zur nächsten Fortschreibung des Verkehrswegeplans bekräftigt.

Grund für die Forderung der beiden IHKs, die das Gesamtinteresse von insgesamt mehr als 105.000 Unternehmen vertreten, ist das stetig zunehmende Verkehrsaufkommen zwischen beiden Städten und die zugleich anhaltende Zurückhaltung auf Seiten der Politik, welche auch der Grenzlage der betroffenen Region geschuldet ist. Die Kammern setzen sich dafür ein, dass die Verkehrsinfrastruktur zwischen Limburg und Diez für die Bedarfe der Wirtschaft ausgebaut wird.

„Wir bedauern vor allem, dass bis dato der entscheidende Schub von politischer Seite nicht zu erkennen ist. Deshalb fordern die IHKs Limburg und Koblenz ein Verkehrskonzept, das von den politischen Verantwortlichen beidseits der Landes- und Stadtgrenze mitgetragen und unterstützt wird“, sagt Monika Sommer Hauptgeschäftsführerin der IHK Limburg.

Ziele für den Verkehrsraum Limburg-Diez

Mit Blick auf drohende Fahrverbote und die durch Schadstoffe stark belastete Luft in Limburg formulierten beide IHKs bereits letztes Jahr nachfolgende Forderungen, die an die jeweiligen Wirtschaftsminister von Rheinland-Pfalz und Hessen adressiert wurden:

1. Verkehrsräume Diez und Südbereich von Limburg infrastrukturell besser an den überörtlichen Verkehr – vor allem an A3 und B49 – anbinden!
2. Bessere infrastrukturelle Verflechtung der beiden Landkreise in Bezug auf Straße, Radwege und ÖPNV im Sinne der vorhandenen Pendlerbeziehungen von Arbeitnehmern, Schülern sowie der Einkaufs- und Lieferbeziehungen von Unternehmen vorantreiben!
3. Entlastung der Limburger Innenstadt durch Entflechtung des Verkehrsknotens Limburg sicherstellen – ohne dafür andere Wohngegenden unverhältnismäßig mehr zu belasten!

Austausch mit Straßenbaubehörden

Nachdem nun die Antwortschreiben der Ministerien aus Wiesbaden und Mainz vorliegen, diskutierten die IHKs Limburg und Koblenz mit Vertretern der Straßenbaubehörden Hessen Mobil und Landesbetrieb Mobilität Diez sowie aus dem Regierungspräsidium Gießen über das weitere Vorgehen und mögliche Handlungsoptionen. Ziel war es, mit den regional zuständigen Fachexperten konstruktiv inhaltlich in die Diskussion einzusteigen, um daraus Handlungsoptionen für das weitere Vorgehen abzuleiten.

Politik zögerlich

„Die Ausführungen aus Wiesbaden sind sehr ernüchternd“, kommentiert Monika Sommer, den aktuellen Sachstand. „Jens Deutschendorf, Staatssekretär im hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen hat uns eine sehr klare Botschaft gesendet. Danach kommt die Aufnahme der Planung einer Südumgehung Limburg im Zuge der B54 derzeit nicht in Frage, da sich das Projekt nur im sogenannten ‘weiteren Bedarf‘ des aktuellen Bundesverkehrswegeplans befinde und die Planungskapazitäten mit den Projekten des vordringlichen Bedarfs ausgelastet seien. Das bedauern wir sehr.“

Dennoch lassen sich die IHK-Vertreter von dieser Botschaft nicht entmutigen. „Das Angebot des Landes Hessen, für eine bessere Verknüpfung der Regionen durch ÖPNV und Radverkehr die Bereitstellung von Fördergeldern zu prüfen, begrüßen wir natürlich“, beurteilt Richard Hover, Regionalgeschäftsführer der IHK Koblenz für den Rhein-Lahn-Kreis, die Situation. Dies sei jedoch nur ein Aspekt des von den IHKs geforderten umfassenden Verkehrskonzeptes. Bis zur nächsten Fortschreibung des Verkehrswegeplans gelte es vor allem, die Notwendigkeit einer Umgehung zu untermauern.

Die Anregung von Dr. Volker Wissing, Wirtschaftsminister von Rheinland-Pfalz, bis zur nächsten Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans auf Basis einer neuen Verkehrsuntersuchung sowie einer Machbarkeitsstudie die bisher verfolgten und angedachten Straßeninfrastrukturmaßnahmen des Bedarfsplans auf den Prüfstand zu stellen, wird konstruktiv aufgenommen. „Hier bauen wir auf die Unterstützung der Vertreter aus den Straßenbaubehörden“, so Hover.

Bedarfe der Wirtschaft berücksichtigen

Im Austauschs mit den Vertretern der Straßenbauverwaltungen kündigten die IHKs Limburg und Koblenz an, dass sie das Thema in den nächsten Jahren bewusst weiter begleiten wollen, um das Vorhaben bei einer Neubewertung des aktuellen Bundesverkehrswegeplanes planungstechnisch in den vordringlichen Bedarf vorzurücken. „Dies ist insbesondere bei länderübergreifenden Themen sehr anspruchsvoll. Wir denken daher nun über die Gründung einer Regionalinitiative nach, um den Bedarfen der regionalen Wirtschaft eine starke Stimme zu verleihen und die Politik für ein gemeinsames Verkehrskonzept zu gewinnen“, so Monika Sommer. „Denn, wo ein gemeinsamer Wille ist, da ist dann auch ein Weg für eine Umgehung“. Um den Wirtschaftsstandort Limburg-Weilburg-Diez auch für die Zukunft attraktiv zu gestalten, müsse die hemmende Infrastrukturlücke geschlossen werden. © IHK-Limburg