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Verein sieht weiterhin die Gefahr einer „Stadtautobahn“

Stephan Vogt neuer Vorsitzender des Bürger gegen die Südtangente / Alttrasse e.V.

Der Verein „Bürger gegen die Südtangente/ Alttrasse e.V.“ wählte in seiner Jahreshauptversammlung vergangenen Samstag Stephan Vogt zum neuen ersten Vorsitzenden. In Ihren bisherigen Ämtern bestätigt wurden Ulrich P. Schulz (2. Vorsitzender), Christof Ost (Kassierer), Andreas Hahn (Schriftführer), Raimund Nirwing (2. Schriftführer) sowie Barbara Sylla-Belok und Dr. Klaus Valeske. Ebenfalls als Beisitzer wurden neu gewählt Oliver Muth und Klaus Schmidt.

Zuvor begrüßte der 2. Vorsitzende Ulrich Schulz die Mitglieder und ging noch einmal auf den aktuellen Stand zur Planung der „Südumgehung“ auf der Alttrasse ein, welcher dann in einem Vortrag von Stephan Vogt ausführlich erläutert wurde. Die Trasse ist auf Beschluss der Limburger Stadtverordneten in den aktuellen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 aufgenommen. Aufgrund der nachrangigen Platzierung im „Weiteren Bedarf mit Planungsrecht“ und der begrenzten Planungskapazitäten bei Hessen Mobil rechnet der Verein und auch die Politik zwar nicht mit einer kurzfristigen Realisierung. Jedoch sind die Verkehrs- und Luftprobleme in Limburg weiterhin ungelöst. Politische Vertreter und Verbände wie die IHK fordern daher weiterhin die Priorisierung und Umsetzung der Maßnahme auf der Alttrasse.

Stephan Vogt berichtete in diesem Zusammenhang auch von einem Gespräch des Vereinsvorstands mit Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) vor ca. 2 Wochen. Hahn sieht die Realisierungschance derzeit ebenfalls als wenig realistisch. Dies gelte ebenso für den Vorschlag von Landrat Manfred Michel (CDU) für eine neue Westumgehung, der vor einigen Monaten in der Presse vorgestellt wurde. Dieser würde zwar seitens der Stadt derzeit geprüft, habe aber viele Nachteile und eine zu lange Vorlaufzeit, da dies eine komplette Neuplanung bedeuten würde. Der Bürgermeister setzt daher auf mehrere kurzfristige Einzelmassnahmen, die Limburg bereits auch schon auf den Weg gebracht habe. Sobald jedoch seitens der Landesregierung die Möglichkeit für die Realisierung der Alttrasse gegeben sein sollte, werde diese selbstverständlich umgesetzt, so wie die Stadtverordnetenmehrheit und auch er persönlich dies befürwortet hätten. Dabei betonte Hahn noch einmal, dass er dem nur dann zustimmen werde, wenn – entgegen der bisherigen Planung –, die beiden „Monster-Kreisel“ an der Wiesbadener und Holzheimer Strasse entfallen und der Tunnelabschnitt von der Wiesbadener Strasse bis zur Holzheimer Strasse verlängert wird.

Der Verein hält dies unter baulichen wie auch Kosten-Gesichtspunkten für nicht praktikabel. Überhaupt sei die geplante Strassenführung auf der Alttrasse keine „Umgehung“, sondern eine Durchfahrtsstrasse durch ein gewachsenes Wohngebiet mit Schulen, Freizeit- und Sozialeinrichtungen. Die Luftprobleme in Limburg würden durch diese Trassenführung nicht gelöst, sondern lediglich verschoben und wahrscheinlich sogar verstärkt, weil hierdurch zusätzlicher Verkehr durch Limburg geleitet würde.

Der Vorstand unterstützt daher weiterhin Massnahmen zur Verkehrslenkung bzw. -vermeidung. Grundsätzlich sei der Verein offen für sinnvolle Alternativen, sofern diese entlastend, wirtschaftlich und umweltverträglich sind. Dass mögliche Varianten für eine ortsferne und Umgehung im Sinne eines Stadtring-Konzeptes nicht weiterverfolgt bzw. gar nicht erst näher geprüft wurden, werde von einzelnen Mitgliedern bedauert.

Aufgrund des politischen Handlungsdrucks sieht der Verein weiterhin die Gefahr einer „Stadtautobahn“ mitten durch Blumenrod. Sollte z.B. nach der Landtagswahl ein mglw. neuer Verkehrsminister die Prioritäten des Straßen-Neubaus erhöhen, könnte das Thema durchaus wieder auf die Tagesordnung kommen. Der Verein wir daher die weitere Entwicklung verfolgen und politisch sowie auch juristisch begleiten.

Die Vereinsführung baut dabei auch auf eine wachsende Mitgliederzahl. „Gerade neue Anwohner, die in den letzten Jahren hinzugezogen sind oder dort eine Immobile erworben haben, sind herzlich eingeladen, sich zu informieren und mitzumachen“, so Ulrich Schulz in seinem Schlusswort. © Ulrich Schulz (Updateversion, 15.06.2018, 16.06 Uhr)