Springe zum Inhalt

Verantwortung für die Zukunft – Bäume für die Wälder von morgen

Zum Tag des Baumes am 25. April: Regierungspräsidium Gießen wählt Waldbestände aus, in denen hochwertiges Saatgut gewonnen wird

Gießen. Stürme, Dürre und massiver Borkenkäferbefall haben in den vergangenen drei Jahren dazu geführt, dass alleine in Hessen circa 70.000 Hektar Waldflächen wiederbewaldet werden müssen. Dies entspricht einer Größe von ungefähr 98.000 Fußballfeldern. „Die Wiederaufforstung dieser Kahlflächen mit Millionen kleiner Waldbäume und die nachfolgende Pflege dieser heranwachsenden Waldbestände werden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten die Arbeit der hessischen Försterinnen und Förster prägen“, sagt der Gießener Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich anlässlich des Tags des Baumes am 25. April.

Um den Wald auch für kommende Generationen zu erhalten, ist es wichtig, stabile und klimaangepasste Wälder zu begründen. „Die jungen Forstpflanzen sind hierfür der Grundstein. Nur durch die Verwendung von qualitativ hochwertigem und geeignetem Forstsaatgut ist der Start in diese neue Generation bestmöglich gegeben“, betont Reiner Diemel, Leiter des Dezernats für Forsten und Naturschutz im Regierungspräsidium Gießen (RP). Die rechtlichen Vorgaben hierzu werden durch das Forstvermehrungsgutgesetz geregelt.

Und hier kommt das RP ins Spiel: Es ist als Obere Forstbehörde für die Umsetzung und Überwachung dieser rechtlichen Bestimmungen zuständig. „Zu unseren Aufgaben gehören die Auswahl geeigneter Waldbestände mit Bäumen hoher Qualität und die Dokumentation durchgeführter Saatguternten. Außerdem erstellen wir Zertifikate zur Nachverfolgung und Kontrolle der Herkunft des auf die Fläche gebrachten Pflanzgutes“, ergänzt RP-Förster Hendrik Hochhaus.

Bäume mit besagter hoher Qualität gibt es auch im Regierungsbezirk Gießen. Einer solcher Waldbestände liegt im östlichsten Zipfel: in Schlitz. Dass das Saatgut der Lärche im Schlitzer Wald in herausragendem Maße eine Basis für gesunde und stabile Wälder ist, stellt der dortige Bestand bereits seit über 150 Jahren unter Beweis. Mit einer Höhe von 54,50 Metern sowie einem Durchmesser in Brusthöhe von 78 Zentimetern befindet sich sogar die höchste Europäische Lärche der Welt in Mittelhessen. Diese besondere Wuchsleistung und die herausragenden Qualitäten der dort vorkommenden Bäume führten auch zur Auszeichnung mit dem exklusiven Gütesiegel „Sonderherkunft Lärche ,Schlitzer Land‘“ durch die DKV (Gütegemeinschaft für forstliches Vermehrungsgut e.V.). „Vorgeschlagen hatten das die Obere Forstbehörde des Regierungspräsidiums Gießen und der Landesbetrieb Hessen Forst“, berichtet Reiner Diemel.

Bei einer guten Ernte sind pro Hektar rund 150 Kilogramm dieses hochwertigen Saatgutes zu erwarten. „Aus nur einem Kilogramm können sich dann bis zu 40.000 Waldbäume entwickeln und die Wälder von morgen bereichern“, verdeutlicht der Dezernatsleiter. © Regierungspräsidium Gießen