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Unternehmen spenden Altenheimbewohnern 2500 FFP2-Masken

-Werbung wegen Namensnennungen-

Max-Stillger-Stiftung hat im Vorjahr 70.000 Euro für gute Zwecke in der Region ausgeschüttet / Hamm, Weil und Heus spontan dabei

Nach Meinung vieler Unternehmer wird in der Corona-Politik zu viel geredet und zu wenig gehandelt - und zu langsam. Wie es ganz schnell und unkompliziert gehen kann, zeigte jetzt der Limburger Markus „Max“ Stillger. Seine Stiftung, das Architekturbüro Hamm + Partner (Bad Camberg), die HEUS-Betonwerke (Elz) und die Baufirma Albert Weil AG (Limburg) haben fünf Alten- und Pflegeheimen im Landkreis insgesamt 2500 FFP2-Masken im Wert von gut 5000 Euro gespendet. Legt man den Betrag zugrunde, den das Gesundheitsministerium den Apotheken erstattet, sind es 15.000 Euro. Der medizinische Mund- und Nasenschutz ist für die Bewohner bestimmt.
Stillger ist wie alle wegen der hohen Infektionszahlen in Senioreneinrichtungen besorgt. Seit Wochen regt er sich über die Ausstattung und Schutzvorkehrungen in zahlreichen Heimen auf, zuletzt kam noch der Ärger über den schlechten Impfstart hinzu. Als er nun auch noch von der schleppend verlaufenden Gutscheinausgabe für jeweils sechs FFP2-Masken an die über 60-Jährigen erfuhr, platzte ihm der Kragen. „An Impfstoff komme ich nicht dran, aber Masken sind doch problemlos zu beschaffen“, sagte der 58-Jährige und griff zum Telefon. „Die Sache war in zehn Minuten erledigt.“ In dieser Zeit hatte er mit Willi Hamm, Klaus Rohletter (Weil) sowie Heiner Eufinger und Johannes Meißner (HEUS) gesprochen und das Material geordert. Wenige Stunden später waren die Masken erteilt.
Die Max-Stillger-Stiftung spendete jeweils 500 dem Mutter-Theresa-Haus in Niederbrechen und dem Pflegeheim in der Wohnstadt Limburg, die Albert Weil AG 500 dem Heppelstift in Limburg, Hamm und Partner 500 dem Seniorenpark „campe diem“ in Niederselters und HEUS 500 dem Seniorenwohnzentrum „Haus Elz“ in Elz.
Die Freude bei der Übergabe war überall groß. „Wir können die Unterstützung gut gebrauchen“, sagte etwa der Brechener Heimleiter Benjamin Hoppe. „Anfangs hat es große Engpässe gegeben, inzwischen sind wir ganz gut versorgt, doch keiner weiß, wie es weitergeht“. Angesichts der neuen Verordnungen könne es Lieferschwierigkeiten geben und bei einem schnellen Ansteigen der Infektionen wieder knapp werden. Im Mutter-Teresa-Haus, wo Anfang des Jahres neun der 45 Bewohner an oder mit Corona gestorben sind, hat sich die Lage nach seinen Angaben glücklicherweise gebessert. Es gab keine weiteren Sterbefälle, am Donnerstag (28. Januar) war nur noch ein infizierter Bewohner in Quarantäne.
„Politik und Gesellschaft müssen alles Mögliche tun, um die teilweise dramatische Situation für viele Bewohner in Senioren- und Pflegeheimen zu verbessern“, betonen Eufinger, Hamm, Meißner, Rohletter und Stillger. „Wir helfen gerne und hoffen, dass wir durch die Bereitstellung der Masken einen Teil dazu beitragen können, dass es den Bewohnern etwas besser geht und sie zumindest einen Teil ihrer Sorgen vergessen können“, so die Unternehmer, die auf viele Nachahmer hoffen. Die wirksamen FFP2-Masken seien ein wichtiger Schritt, dem eine rasche Impfung folgen müsse.
„Ich habe in Diskussionen manchmal den Eindruck, dass es nicht so schlimm ist, wenn über 80-Jährige sterben. Das ist fatal“, sagt Stillger. „Dass 90 Prozent aller Corona-Toten Bewohner von Altenheimen sind, hat uns nachdenklich gemacht. Wir möchten dazu beitragen, dass die Bewohner hier - bestmöglich vor dem Virus geschützt - einen behüteten Lebensabend verbringen können“, erläutern Willi und Oliver Hamm. Klaus Rohletter sagt: „Senioren zählen zu der Gruppe unserer Gesellschaft, die von der Pandemie besonders betroffen sind. Denn neben der Angst vor einer möglichen Ansteckung und den damit verbundenen Konsequenzen leiden sie oft unter Einsamkeit. Es gibt nur einen Weg, die aktuellen Herausforderungen zu meistern und niemanden auf dem Weg zu verlieren: gemeinschaftlich.“ Heiner Eufinger und Johannes Meißner bezeichnen ihr Engagement als Ehrensache. „Ein kleiner Beitrag mit hoffentlich großer Wirkung.“


Für die Max-Stillger-Stiftung beginnt das neue Jahr damit so, wie das alte aufgehört hat: Mit dem Spenden von Schutzmasken, 2020 waren es OP-Masken. 10.000 bekam der Landkreis Limburg-Weilburg für die Schüler und 5000 die Brechener Feuerwehr. Außerdem verschenkte Markus Stillger von seinen Firmen aus 5000 an die Kunden, und als Mitgesellschafter der Immobiliengruppe ABID war er an weiteren Spendenaktionen (unter anderem für das Limburger St. Vincenz-Krankenhaus) beteiligt.
Für den umtriebigen und erfolgreichen Unternehmer war im Corona-Jahr jedenfalls nicht alles schlecht. Mit seiner 2017 gegründeten Stiftung blickt er auf ein „sehr bewegtes, aber auch positives Jahr“ zurück. „Wir konnten 2020 fast 70.000 Euro für die satzungskonformen Zwecke – insbesondere Vereinsförderung, Unterstützung des Ehrenamts und Hilfe bei unverschuldeten Notlagen - in der Region ausschütten“, sagt der Initiator, Namensgeber und Vorstand stolz. 2019 waren es 48.000 Euro. Stillger freut sich: „Wir haben mit diesem Geld viel Gutes bewirkt.“ Und das auf verschiedenen Ebenen. Als Beispiel für die große Bandbreite der verwendeten Mittel nennt Stillger den zum zweiten Mal vergebenen und mit insgesamt 2000 Euro dotierten „Hermann-Klaus-Gedächtnispreis“ an erfolgreiche Junior-Sportler der Region.
„Das laufende Spendenaufkommen konnten wir im Vergleich zum Vorjahr trotz Corona und des dadurch bedingten Ausfalls von geplanten Benefizveranstaltungen stabil halten“, erläutert Stillger. Als besondere Ehre wertet er die vom CDU-Bundestagsabgeordneten Klaus-Peter Willsch vermittelte Spende der Taipeh-Vertretung in Berlin in Höhe für Leistungen in der Region Limburg.
„Unseren Vermögensstock konnten wir um weitere 138.000 auf nunmehr 468.000 Euro aufbauen. Das sichert der Stiftung neben den laufenden Spendeneinnahmen künftige Erlöse aus Zinsen, Dividenden, Mieten, Pachten und Ausschüttungen, die ebenfalls für gute Zwecke eingesetzt werden. 100.000 Euro steuert Markus Stillger jährlich persönlich bei.
„Auch im kommenden Jahr garantieren wir, dass sämtliche Zuwendungen zu 100 Prozent an alle Begünstigten fließen, da sämtliche Kosten, die bei der Stiftung im Tagesgeschäft entstehen, von mir aus eigener Tasche gezahlt werden“, sagt er. Die Mitglieder des Kuratoriums arbeiteten ehrenamtlich, das Steuerbüro ETL-MCP (Limburg/Löhnberg) erledige alle steuerlichen Angelegenheiten kostenlos.
„Die Max-Stillger-Stiftung bedankt sich bei allen Spendern und Unterstützern“, so der Verantwortliche. „Wir wünschen Ihnen das Allerbeste für das neue Jahr, und bleiben oder werden Sie gesund“. © Markus Stillger