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Umweltministerium leistet Aufklärung zu Radon

Vorerst keine Festlegung von Radonvorsorgegebieten in Hessen

Umweltministerium leistet Aufklärung zu Radon

Vorerst keine Festlegung von Radonvorsorgegebieten in Hessen
Das radioaktive Edelgas Radon ist in der Bundesrepublik Deutschland nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für die Ausbildung von Lungenkrebs. Aus diesem Grund wurden die Themen Radon und Radonschutz neu in die gesetzlichen Regelungen zum Strahlenschutz aufgenommen. „Radonschutz und die Aufklärung der Bevölkerung sind eine wichtige Aufgabe. Radon kommt auch bei uns in Hessen vor und es kann vereinzelt zu Überschreitungen des einschlägigen Referenzwerts kommen. Deshalb wollen wir die Menschen darüber aufklären, was zu tun ist“, erklärt Umweltministerin Hinz.

Ein zentraler Baustein des Landes Hessen zum Radonschutz und der dazugehörigen Aufklärungsarbeit ist das Hessische Radonzentrum (HeRaZ) in Gießen, welches 2020 an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) seine Arbeit aufgenommen hat. „Das Hessische Radonzentrum übernimmt federführend die Öffentlichkeitsarbeit und Information der Bevölkerung zu Radon in Hessen. Auch Fachleute aus den Bereichen Bauen, Wohnen und Gesundheitswesen finden hier eine zentrale Anlaufstelle für die Vermittlung von Radonfachpersonen, Ingenieur- oder Messbüros. Für die wissenschaftliche Gemeinschaft liefert das Hessische Radonzentrum außerdem eine Übersicht zu aktuellen Forschungsergebnissen und internationalen Entwicklungen. Darüber hinaus wurde dem Hessischen Radonzentrum die Ausbildung von Radonfachpersonen übertragen, für die ein steigender Bedarf besteht. Hierzu werden geeignete Aus-, Weiter- und Fortbildungsmaßnahmen erstellt und umgesetzt“, ergänzt Hinz.

„Auch ohne Festlegung von Radonvorsorgegebieten kann Radon – je nach Vorkommen und geologischen Voraussetzungen vor Ort - in Häuser gelangen und sich anreichern. Eine Antwort auf die Frage nach der Konzentration im eigenen Haus schafft am Ende immer nur eine Messung. Diese kann ganz einfach von jedem mithilfe von Exposimetern durchgeführt werden. Ist die Radonkonzentration bestimmt und liegt über dem Referenzwert, dann kann regelmäßiges Stoßlüften im ersten Schritt direkte Abhilfe schaffen. Die Radonkonzentration in der Frischluft ist nämlich so niedrig, dass sich damit viele Situationen sofort in den Griff bekommen lassen. Im nächsten Schritt ist es wichtig herauszufinden, wo das Radon ins Gebäude eindringt. Daraufhin müssen die Zugangswege geschlossen werden. Für Arbeitgeber mit Büroräumlichkeiten im Keller- oder Erdgeschoss empfehlen wir dieselbe Vorgehensweise. Mit den richtigen Informationen ist eine handhabbare Lösung in jedem Fall in Reichweite“, erläutert Till Kuske, geschäftsführender Leiter des Hessischen Radonzentrums.

Nicht zuletzt koordiniert das Hessische Radonzentrum die laufenden Messungen zur Kartierung der Radonbodenluft in Hessen. Um eine repräsentative Stichprobe der Radonsituation für Hessen zu erhalten, führen das Hessische Umweltministerium, das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) und die THM bereits seit zwei Jahren landesweite Messungen der Radonkonzentration in der Bodenluft durch. Aufgrund der Messergebnisse hat das Hessische Umweltministerium in enger Zusammenarbeit mit den Bundesbehörden nach sorgfältiger Prüfung entschieden, dass in Hessen, gemäß der neuen Strahlenschutzverordnung, derzeit keine Radonvorsorgegebiete festgelegt werden müssen. Keiner der hessischen Landkreise und keine der kreisfreien Städte hat die gesetzlichen Kriterien dafür erfüllt. „Auch ohne Radonvorsorgegebiete ist uns der Radonschutz in Hessen sehr wichtig“, betont Hinz. „Wir haben ein breites Informations- und Hilfsangebot für interessierte Bürgerinnen und Bürger bereitgestellt und fordern alle dazu auf, das zu nutzen.“

Weitere Informationen zu Radon und zum Radonschutz erhalten Sie unter:

https://umwelt.hessen.de/umwelt-natur/kernenergie-strahlenschutz/strahlenschutz/radon

https://www.thm.de/heraz/index.php


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