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„Überragendes Ausnahmejahr“ für Max-Stillger-Stiftung

Limburg: Rekordbetrag von 412.000 Euro für gute Zwecke akquiriert, noch höhere Ausschüttungen in der Region geplant

Als Max Stillger im Mai 2017 in Niederbrechen eine gemeinnützige Stiftung ins Leben rief, hatte der Unternehmer zwar große Ziele, aber wohl im Traum nicht daran gedacht, wie schnell er sie erreichen würde. Der Gründer kann schon vor seinem Sechzigsten nach eigenen Worten eine „überragende“ (Zwischen-)Bilanz ziehen. Die von ihm und Co-Vorstand Simon Schneider geführte Stiftung hat im vergangenen Jahr den Rekordbetrag von 412.398,76 Euro für gute Zwecke eingesammelt, bis auf eine kleine Restsumme auch schon verteilt, und den Kapitalstock auf 610.700 Euro erhöht. „Das ist sagenhaft“, sagte Stillger jetzt bei der Vorlage des Jahresberichts. „Ich danke allen, die in verschiedener Form zu diesem großartigen Ergebnis beigetragen haben.“

2021 bezeichnet er als „absolutes Ausnahmejahr“. Der Anlass ist freilich alles andere als erfreulich: Die Jahrhundertflut an der Ahr und an der Ruhr sorgte für ungeahnte Aktivitäten der Stiftung, die sich laut Satzung auf die Region konzentriert. „Angesichts dieser Katastrophe mussten wir eine Ausnahme machen“, erklärt der Initiator.
Insgesamt kam bis zum 31.12.2021 eine für ihn zu Beginn „unvorstellbare Summe“ in Höhe von 344.040,40 Euro zusammen, die weitgehend unkompliziert und schnell direkt an Betroffene verteilt worden sei. „Vor diesem Hintergrund ist es umso bemerkenswerter, dass wir das alles zusätzlich zu unserem originären Tagesgeschäft leisten konnten“, so Stillger. Sämtliche - durch den hohen Aufwand enorm gestiegenen - Kosten der Stiftung übernehme er persönlich. „Und ich stehe weiterhin dafür ein, dass alle Spenden zu 100 Prozent dort ankommen, wo sie gebraucht werden.“


Über 57.000 € im
Landkreis verteilt

Aus dem Zahlenwerk geht hervor, dass der Kapitalstock um 142.500 auf jetzt 610.700 Euro aufgebaut worden ist. Das Anlagevermögen teilt sich auf in Immobilienbeteiligungen (220.000 €), Anleihen (105.000 €), Aktien (140.000 €), Schuldverschreibungen (120.000 €) und Liquidität: (25.700 €). Neben den 100.000 Euro, die jedes Jahr von Stillger privat eingelegt werden, flossen weitere 42.500 Euro in diesen Topf, der für nachhaltige Erträge der Stiftung sorgt (im Jahr davor waren es 38.600 Euro). Max Stillger will die Summe „relativ schnell in Richtung eine Million“ steigern, um auch größere Projekte rund um Limburg umsetzen zu können. „Wenn es gut läuft, könnte es in zwei Jahren so weit sein“, sagt der Finanzexperte. „Dann werden wir jährlich alleine aus dem Kapitalstock mindestens 50.000 Euro für gute Zwecke im Landkreis ausschütten können.“ Hinzu kommt das laufende Spendenaufkommen, das mit 40.796 Euro (ohne den Sondereffekt „Fluthilfe“) im Vergleich zu 2019 stabil gehalten werden konnte.

Bei einer Veranstaltung im Limburger Funkerheim nahmen im Juli die Vertreter von 29 Vereinen und Gruppen 31.000 Euro entgegen. Weitere 18.711 Euro gingen aufgrund von Notfällen oder außergewöhnlichen Ausgaben an verschiedene Vereine, Organisationen und bedürftige Einzelpersonen.
Der Hermann-Klaus-Gedächtnispreis (Junior-Sportler des Jahres) wurde um den Ehrenamtspreis erweitert und mit insgesamt 3.500 Euro dotiert. 4.197 Euro flossen in die Ausstattung von Feuerwehren und Schulen mit Schutzmasken.

Musik und Fußball
für den guten Zweck

Stillger geht davon aus, dass die Stiftung in diesem Jahr auch wieder durch Benefizveranstaltungen Einnahmen erzielen kann. Geplant sind unter anderem ein musikalischer Frühschoppen am 27. März in der Niederbrechener Kulturhalle, eine gemeinsame Aktion mit der Summerfield Kids Foundation („Promis kicken für Kids“) auf dem Gelände des VfR 07 Limburg am Pfingstmontag (7. Juni 2022) und das zweite Benefizfußballturnier in Niederbrechen (wahrscheinlich am 3. September).
2021 konnte die Stiftung coronabedingt lediglich im Herbst ein Fußballturnier zugunsten der Ahr-Winzer ausrichten. Außerdem trat sie mit einem Frühjahrsputz im ICE-Gebiet an die Öffentlichkeit.
Den Einnahmeausfall haben laut Stillger großzügige Spender kompensiert. Bei den Förderern hebt er den FCA Niederbrechen hervor, der bei einem Spendenlauf 8500 Euro für Altenheime und das St. Vincenz Krankenhaus sammelte. Außerdem kamen bei einem Fussball-Benefizspiel zwischen den Eisbachtaler Sportfreunden und dem VfR 07 Limburg /SV Elz 4.700 Euro für die Flutopfer zusammen.

Dank an viele
Beteiligte

Das Lob für die Arbeit der Stiftung gibt der 59-Jährige gerne weiter: An seine Mitstreiter im Vorstand und Kuratorium, an Theo Speier als „Mann für alle Fälle“, an das Steuerbüro ETL-MCP (Limburg/Löhnberg) für die kostenfreie Erledigung der steuerlichen Angelegenheiten sowie an Florian Bechtel für die Unterstützung in allen regulatorischen Fragen und bei der Zusammenarbeit mit der Stiftungsaufsicht.

„Mann des Jahres“ ist für ihn aber Dennis Schlitt aus Offheim, der seit Sommer nahezu jedes Wochenende im Ahrtal tatkräftig hilft und dort den Großteil der Gelder der Max-Stillger-Stiftung direkt an Betroffene verteilt.

Am Ziel der Stiftung werde sich nichts ändern, verspricht Max Stillger in seinem Ausblick: „Helfen, wo es nötig und fördern, wo es sinnvoll ist. Und dies bei Bedarf schnell und unbürokratisch.“ Wenn’s pressiere, würden Zuschüsse auf dem kurzen Dienstweg mit einem Rundruf im Kuratorium bewilligt.

Infos und Anträge: www.max-stillger-stiftung.de.
Brüsseler Straße 5, 65552 Limburg. Tel. (06431) 94730
Spendenkonto: Volksbank Rhein-Lahn-Limburg
IBAN: DE42 5709 2800 0217 4353 07
Konto-Nr. 217 4353 07

 

Info-Box: „Ikke Hüftgold“ und die Schlosskonzerte

Was haben der Sänger „Ikke Hüftgold“ und die Weilburger Schlosskonzerte gemeinsam? „Irgendwas mit Musik“, das ist klar, freilich diametral… Beide sind mit ihren Stiftungen an die Limburger Max Stillger Stiftung angedockt. Die Weilburger schon seit Juni 2018, der Limburger Künstler und Produzent seit vergangenen Sommer. Nach einem Eklat um eine Fernsehsendung, der bundesweit für Aufsehen sorgte, regte Stillger in einem Gespräch mit Matthias Distel alias „Ikke Hüftgold“ an, dessen Aktivitäten zugunsten benachteiligter Kinder in einer Stiftung zu bündeln und dem Ganzen ein „Gesicht zu geben“. Der Unternehmer, Künstler und Produzent rief in wenigen Tagen die „Summerfield Kids Foundation“ ins Leben,
die im ersten „Rumpfgeschäftsjahr“ ein Spendenergebnis in Höhe von 50.457 Euro erzielt und zusätzlich bereits einen Stiftungsstock von 55.000 Euro aufgebaut hat.
Die Max-Stillger-Stiftung leistet bei beiden „Töchtern“ Unterstützung im Tagesgeschäft (z.B. beim Erstellen von Spendenbescheinigungen, Verwaltung des Stiftungsstocks und regulatorischen Aufgaben). © Joachim Heidersdorf