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Tüten für Hundekot sind Problem

Spaziergänger kennen das: Einmal nicht richtig hingeschaut und schon steht man in den Hinterlassenschaften von Hunden. Die Haufen der Vierbeiner liegen auf Gehwegen, Straßen Feldwegen, aber auch auf wichtigen landwirtschaftlichen Flächen, was letztlich ein Problem für die Gesundheit von Menschen und Tieren ist. Die Lösung: Hundekottüten und Spender dafür an jeder Ecke. Eine gute Idee? Nein!

 „Einen Erfolg in der Bekämpfung von Hundekot ist durch die Spender nicht zu erkennen“, weiß der 1. Stadtrat Michael Stanke. Im Gegenteil: Die Tüten haben sich selbst zum Müllproblem entwickelt. Entweder, weil einfach alle Tüten gleichzeitig mutwillig aus dem Spender rausgerissen und in der Umgebung verteilt werden oder weil die Tüten mit samt dem Hundehaufen ins Feld geworfen werden

Im Jahr 2019 wurden in Limburg an den 64 Hundekotbeutelspender 315.000 Tüten ausgegeben, alleine der Verbrauch im Bereich von Fußgängerzone, Serenadenhof und Neumarkt lag bei 60.000 Tüten - und das bei 1700 Hunden im Stadtgebiet. „Wir diskutieren über die Abschaffung von Plastiktüten und andere Wegwerfplastikartikel und schaffen mit den Kotbeuteln ein neues Problem“, sagt Stanke. Es sei jedoch auch zu beobachten, dass eine Vielzahl von Hundebesitzer Kotbeutel mit sich führen und benutzen. Einigen Wenigen sei die Nutzung jedoch gleichgültig.

Stanke plädiert daher dafür, die öffentliche Verteilung der Tüten in Limburg abzuschaffen, anstatt weitere Spender aufzustellen, was zunehmend von Bürgerinnen, Bürgern und Ortsbeiräten gefordert wird. Tüten ohne Plastik sieht er nicht als Alternative, da diese nicht vollständig ökologisch abbaubar sind und vorgaukeln, dass sie in die Umwelt geworfen werden können.

Dabei ist Stanke klar, dass Hundekottüten weiter benötigt werden um die Haufen der Vierbeiner zu entfernen. Er appelliert daher an alle Hundebesitzer, die Tüten direkt von zu Hause aus mitzunehmen und hat die Idee, künftig Hundetütenspender im Miniformat gezielt an die Hundebesitzer zu verteilen, die man wie einen Schlüsselanhänger an die Leine hängen kann.

Der Hundekot ist aber nicht alleine das Problem. Ein belegtes Brötchen vom Bäcker, ein Kaffee im Pappbecher, eine Zigarette – und danach? Oftmals wird der übrigbleibende Müll an Ort und Stelle entsorgt und zwar nicht im dafür vorgesehenen Mülleimer.

Schon in den vergangenen Jahren war eine Entwicklung der Vermüllung des öffentlichen Raumes in Limburg zu erkennen. Seit der Corona-Pandemie hat sich der Trend rasant erhöht. „Das Müllproblem existiert flächendeckend – auf Waldwegen, in Wäldern, auf Grünflächen, öffentlichen Straßen und Plätzen, entlang der Lahn“, sagt der 1. Stadtrat Michael Stanke. Dabei mache es nach seiner Einschätzung keinen Unterschied, ob es in dem Gebiet eine hohe Anzahl an öffentlichen Mülleimern gibt oder nicht.

Auch an den Sammelstellen für Kleidung und Glas und im Wald finden sich mittlerweile große Müllberge. Dort wird abgeladen was nicht mehr in den Hausmüll passt, was zum Sperrmüll gehört oder was speziell entsorgt werden muss wie alte Autoreifen. Auch Grünschnitt und Gartenabfälle werden verstärkt in den Wald gekippt. Das ist nicht nur verboten, sondern auch gefährlich für die Natur, denn damit kommen zu viele Nährstoffe in den Wald und nicht einheimische und standortfremde Arten können eingeschleppt werden.

Die Beschwerden über die illegale Müllentsorgung nehmen bei der Stadtverwaltung zu. „Unser Betriebshof kommt mit der Müllentsorgung teilweise nicht mehr hinterher“, sagt der 1. Stadtrat Stanke und appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger ihren Müll an den dafür vorgesehenen Stellen zu entsorgen.

Der Abfallwirtschaftsbetrieb in Beselisch-Heckholzhausen sei dafür die richtige Adresse. Pro Jahr kann dort jeder Haushalt bis zu vier Kubikmeter Gehölzschnitt kostenlos abgeben. In den Kompostwerken in Gräveneck und Heckholzhausen können Grünabfälle aus Gärten abgegeben werden. Wer nicht fahren möchte, kann für vier Euro beim Bürgerbüro der Stadt Limburg in der Werner-Senger-Straße spezielle Abfallsäcke kaufen und beim Abholtermin der Biomülltonne neben diese stellen. Ein solcher Sack fasst 120 Liter, es gibt ihn auch für Restabfälle, die Kosten liegen ebenfalls bei vier Euro, der Sack fasst 70 Liter.

Sperrmüll holt ebenfalls der Abfallwirtschaftsbetrieb ab. Jeder Haushalt kann pro Jahr bis zu vier Kubikmeter sperrigen Abfälle wie alte Möbel, Fahrräder, Kinderwagen oder Spielsachen kostenlos abholen lassen. Eine Anmeldung unter der Telefonnummer 64 71 - 51 69 200 ist erforderlich.

Auch weitere Abfälle wie Bauschutt, Asbest, Elektrogeräte oder Mineralfasern können über den Abfallwirtschaftsbetrieb entsorgt werden. Genauere Informationen dazu gibt es auf der Website des Betriebs unter https://www.awb-lm.de/. „Illegale Müllentsorgung muss nicht sein. Bitte informieren Sie sich dort über Ihre Möglichkeiten“, sagt der 1. Stadtrat, „Die Umwelt und auch ihre Mitmenschen werden es Ihnen danken.“

In einem ersten Beratungsgang hat sich der Magistrat mit dem Müllproblem beschäftigt. Eine Lösung sieht er in einer Aufklärungskampagne zur Müllvermeidung. Nun werden in einem ersten Schritt die Ortsbeiräte und der Umweltausschuss zu dem Thema angehört. Auch mit den Ortslandwirten soll über das Thema diskutiert werden, da sie auch mit zunehmendem Müll zu kämpfen haben. © Stadt Limburg