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Tipps zum Kauf und sicheren Umgang von Silvesterfeuerwerk

Damit es auch richtig knallt -
Tipps zum Kauf und sicheren Umgang von Silvesterfeuerwerk

Experten vom Regierungspräsidium Gießen informieren in der WERKStadt in Limburg

Gießen/Limburg. Silvester hat eine besondere Anziehungskraft. Das liegt nicht nur an dem symbolischen Jahreswechsel, sondern an der Möglichkeit, es mal richtig krachen zu lassen - mit dem Knallfrosch, einer Rakete oder der 100 Schuss-Feuerwerk-Batterie. Entsprechend neugierig sind die Blicke von Passanten in der Limburger WERKStadt, die den Infostand wahrnehmen mit seinen Feuerwerkskörpern darauf, mit denen um Mitternacht am 31. Dezember die Luft eingenebelt wird. Diese Exemplare hier dienen allerdings nicht dem Verkauf, sondern zur Aufklärung. Mit ihnen informieren Bernhard Rudersdorf und sein Kollege Günter Foth, zwei Experten vom Dezernat Arbeitsschutz Hadamar des Regierungspräsidiums Gießen, worauf es beim Kauf ankommt und wie der sichere Umgang damit funktioniert.

"Durch leichtfertigen Umgang startet das neue Jahr immer wieder mit erschreckenden Unfällen und Bränden", berichtet Bernhard Rudersdorf. Deshalb nehmen auch die Tipps zum richtigen Umgang mit Feuerwerkskörpern viel Raum am Infostand ein. Dazu zählen unter anderem: Die Gebrauchsanweisungen der Hersteller durchlesen. Kinder auf die Gefahren beim Hantieren mit Feuerwerkskörpern hinweisen und auf die Einhaltung der Altersvorschriften achten. Fenster und Türen zur Jahreswende geschlossen halten. Feuerwerk nur im Freien mit ausreichendem Abstand zu Menschen, Tieren und Gebäuden abbrennen.

"Was viele nicht wissen: Das Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen ist in unmittelbarer Nähe von Fachwerkhäusern, Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen verboten", ergänzt Günter Foth. Generell sollten Raketen nur senkrecht aus standsicheren Behältern gestartet werden, etwa aus Flaschen in Getränkekisten oder aus eingegrabenen Rohren. Niemals Böller, Kanonenschläge oder Vulkane in der Hand zünden oder unkontrolliert von sich werfen. Oft ist an diesem Tag auch zu hören: "Wenn Feuerwerkskörper nicht zünden, auf keinen Fall hingehen und kontrollieren oder nachzünden." Stattdessen die nicht gezündeten Feuerwerkskörper mit Wasser übergießen.

Vor dem Anzünden kommt aber erst mal der Einkauf. Grundsätzlich gibt es zwei Kategorien von Feuerwerkskörpern. Zur vergleichsweise harmlosen Kategorie F1 zählen Kleinst- und Tischfeuerwerk, Knallerbsen oder auch Wunderkerzen. Die Kategorie F2 beinhaltet hingegen Böller, Raketen und Batteriefeuerwerk. "Diese gefährlicheren pyrotechnischen Artikel dürfen nur an Erwachsene verkauft und nur am Silvesterabend und Neujahrstag von volljährigen Personen gezündet werden", erläutert Bernhard Rudersdorf. Der Verkauf sei deshalb für die Kategorie 2 auf die Zeit vom 28. bis 31. Dezember beschränkt.

"Verwenden Sie nur Feuerwerk mit einer Zulassung durch eine zertifizierte Prüfstelle", geht Günter Foth ins Detail. Diese ist unter anderem an der "CE"-Kennzeichnung mit einer vierstelligen Zahl erkennbar, an einer deutschen Gebrauchsanleitung sowie an einer Registriernummer (z.B. 0589-F2-45678). Um Händler auf die Einhaltung von Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen und - wenn notwendig - gefährliche Artikel aus dem Verkehr zu ziehen, sind aktuell weitere RP-Experten unterwegs. "Jahr für Jahr gelangen Produkte in den heimischen Handel, die unsere Sicherheitskriterien nicht erfüllen." Von ihnen sollte man auf jeden Fall die Finger lassen, da das Risiko, Schäden oder Verletzungen davonzutragen, viel zu hoch sei. © RP-Gießen