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Tag der Gehörlosen am 30. September 2018

Hessens Minister für Soziales und Integration, Stefan Grüttner: „Gehörlose Menschen gehören inmitten unserer offenen und vielfältigen Gesellschaft. Die Hessische Landesregierung unterstützt ihre Teilhabe seit vielen Jahren nachhaltig.“

Wiesbaden. Anlässlich des Tags der Gehörlosen betonte der Hessische Minister für Soziales und Integration, Stefan Grüttner: „Gehörlose Menschen haben lange um Anerkennung in unserer Gesellschaft gekämpft. Das Land Hessen war eines der ersten Länder, das sie dabei unterstützt und sich für die Anerkennung der Deutschen Gebärdensprache eingesetzt hat. Auf diese Weise konnten Sprachbarrieren abgebaut und die gehörlosen Menschen besser integriert werden. Heute sind gehörlose Menschen selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft.“

Der Tag der Gehörlosen, so der Minister, sei ein guter Anlass sich zu vergegenwärtigen, wie wichtig die Kommunikation ist. So betonte Grüttner: „Ein gemeinsames, selbstbestimmtes Leben und eine gleichberechtigte Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen sind nur möglich, wenn wir sprachliche Barrieren nach und nach abbauen.“ Deshalb, so erklärte der Sozialminister weiter, finanziere das Land Hessen als eines der wenigen Bundesländer beispielsweise Dolmetscher für Elterngespräche im Kita- und Schulbereich. Auch sei es bei den Veranstaltungen des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration selbstverständlich, dass Kosten für Gebärdensprachdolmetscher im Bedarfsfall für die Teilnehmenden bezahlt werden.

Aber auch die Bewusstseinsbildung sei ein bedeutsames Thema, so der Minister weiter. Denn die Barrieren in den Köpfen seien oftmals das größte Hemmnis der gemeinsamen Kommunikation. Hier sieht der Minister die gesamte Gesellschaft in der Pflicht: „Bewusstseinsbildung fängt immer auch beim Du und Ich an. Nur wenn die Bürgerinnen und Bürger offen zueinander sind, kann auch die Gesellschaft offen sein. Die Hessische Landesregierung unterstützt das ausdrücklich.“

Grütter ergänzte außerdem. „Wir diskutieren Hörbehinderung in der Hessischen Landesregierung als einen wichtigen Aspekt der Barrierefreiheit auf vielen Ebenen. Beispielsweise bei den Themen Sport oder der Integration von Flüchtlingen. In unserer Modellregion Inklusion in Frankfurt werden gerade vorbildliche Maßnahmen zu einem barrierefreien Kulturerleben umgesetzt indem beispielsweise Videos untertitelt oder barrierefreie Führungen in Museen ausgearbeitet werden. All das ist wichtig, um Menschen mit Behinderungen in die Mitte der Gesellschaft zu holen. Denn dort gehören sie hin.“

Aufräumen wollte der Minister zudem mit dem Vorurteil, gehörlose Menschen seien „taubstumm“. So sagte Grüttner: „Gehörlose Menschen sind vielleicht taub aber sie sind keineswegs stumm. Nicht hören zu können bedeutet nicht, nicht kommunizieren zu können. Die Gebärdensprache ist eine vollwertige und anerkannte Sprache und sie ist fester kultureller Bestandteil unseres Landes. Sie baut Brücken und verbindet Menschen mit und ohne Hörbehinderung.“ Auch das, so der Minister weiter, sei etwas, woran der Tag der Gehörlosen Jahr für Jahr erinnere.

Der Tag der Gehörlosen wurde 1951 vom Weltverband der Gehörlosen (WFD - World Federation of the deaf) ins Leben gerufen. Bundesweit leben aktuell ca. 80.000 gehörlose Menschen.

Weitere Informationen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Hessen, zu den Modellregionen“ finden Sie auf der Webseite www.brk.hessen.de sowie unter der E-Mail-Adresse: un-brk@hsm.hessen.de  sowie unter 0611 –19 3369.

© Hessisches Ministerium für Soziales und Integration