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Startschuss für siebte Brücke in Weilburg

Lahnbrückensteg entsteht parallel zur Eisenbahnquerung

WEILBURG. Der Startschuss für den Bau der neuen Fußgänger- und Radfahrerbrücke neben der Eisenbahnbrücke am Weilburger Bahnhof ist gefallen. Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch informierte bei einem Pressetermin über die in den nächsten Monaten geplanten Arbeiten quer über die Lahn. Parallel zur Eisenbahnquerung am Weilburger Bahnhof entsteht eine 3,50 Meter breite und rund 100 Meter lange Brücke in Stahlkonstruktion mit Mittelpfeiler in der Lahn. „Es geht groß los“, damit begrüßte der Bürgermeister die zahlreichen Vertreter aus Politik sowie die Mitarbeiter der am Bau aktiven Unternehmen. „Ein langer Prozess der Planung liegt hinter uns, denn wir bauen nicht jeden Tag eine Brücke“, blickte er auf die fast fünf Jahre währenden Beratungen und Planungen in den städtischen Gremien sowie den notwendigen Genehmigungs- und Bewilligungsprozess zurück. „Wir haben viel Arbeit investiert, die jetzt sichtbar wird“, so Bürgermeister Dr. Hanisch.

Bis vor wenigen Jahren überquerten Fußgänger die Lahn an dieser Stelle über den nur einen Meter breiten Betriebssteg, der nicht nur Eigentum der Bahn und damit kein öffentlicher Weg war, sondern inzwischen auch marode und verkehrsunsicher. Der Betriebssteg entsprach nicht den aktuellen Anforderungen, der schmale Weg war ungeeignet für Menschen mit Kinderwagen, Rädern oder Rollatoren. Aufgrund des Zustands hat ihn die Bahn gesperrt und inzwischen zurückgebaut. Außer dem alten Betriebssteg gab es an dieser Stelle keine Überquerungsmöglichkeit, sodass die rund 1000 Schülerinnen und Schüler sowie weitere Fußgänger täglich einen größeren Umweg, der aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens zudem nicht ideal ist, nehmen müssen, um vom Bahnhof zur anderen Lahnseite zu gelangen.

Planung und Bauleitung übernimmt die Firma Bendel & Partner aus Limburg. Den Auftrag für den Bau der neuen Brücke hat die Firma Laudemann aus Sontra in Thüringen erhalten. Die Baukosten belaufen sich auf 1,57 Millionen Euro. Ganze 80 Prozent, also 1,46 Millionen Euro, werden vom Land Hessen übernommen. „Das ist ein stattlicher Zuschuss, den wir für das Projekt vom Land Hessen erhalten haben. Er zeigt, wie sinnvoll und notwendig diese Baumaßnahme ist“, so der Bürgermeister. Insgesamt sind 2,3 Millionen Euro für den Brückenbau im Haushalt eingestellt.

Bereits im Frühjahr wurde mit den ersten Arbeiten an der Brücke begonnen. Zunächst wurden durch die Albert Weil AG Limburg die Garagen auf dem ehemaligen Gelände der Firma Görtz, links neben der Einfahrt zum Kreishallenbad, abgetragen. So entstand Platz für den Zugang zum Lahnbrückensteg. Vergangene Woche wurden vier Pontons durch die Firma Laudemann aus Sontra in die Lahn gesetzt, die zusammen eine gewaltige Traglast schaffen. Darauf thront derzeit ein Rammgerät für Spundwände. Damit wird mitten in der Lahn ein trockener Kasten entstehen, in dem der Mittelpfeiler mittels einer Mikropfahlgründung betoniert wird. Insgesamt wird die 50 Tonnen schwere Stahlkonstruktion aus zwei Stahlelementen bestehen und auf drei Fundamenten errichtet. Die Gründungs- und Betonarbeiten sollen bis September andauern, dann folgt der Stahlüberbau, der bereits in einem Stahlbauwerk in Bayern gefertigt wird. Im Anschluss folgen die Erd- und Angleichsarbeiten sowie die Herstellung der Rampe auf der Nordseite, sodass alle Arbeiten zum Jahresende abgeschlossen sind und die Brücke noch in 2020 für die Nutzung freigegeben werden soll.

Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch bedankt sich bei den Stadtverordneten für den positiven Beschluss, bei den ausführenden Unternehmen und dem städtischen Bauamt sowie beim Land Hessen für den hohen Zuschuss. Die Brücke soll später auch offiziell in den Radweg R7 aufgenommen werden. Mit der bereits gebauten Rampe am Ahäuser Weg und später einer noch zu errichtenden Rampe am geplanten Gelände „Klein Nizza“ wird die ganze Maßnahme „eine runde Sache“ und eröffnet Radfahrern und Fußgängern eine sichere und attraktive Querung und Verbindung in die Altstadt sowie eine optimale Anbindung an den ÖPNV. © Stadt Weilburg