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Standortpolitik: Auf Pkw angewiesen – Fahrzeugbestand immer sauberer

Pkw-Bestand und -Dichte im Landkreis Limburg-Weilburg haben in den letzten Jahren beständig zugenommen. Gewachsen ist dabei insbesondere auch die Zahl der Pkw mit schadstoffarmen Motoren. Dies ergibt eine Auswertung von Daten des Kraftfahrt-Bundesamts und des Statistischen Landesamtes durch die IHK Limburg.

Das Plus an Personenkraftwagen im Landkreis Limburg-Weilburg lag im Coronajahr 2020 gegenüber dem Vorjahr bei insgesamt 1,4 Prozent, bzw. es wurden 1.577 mehr Pkw zugelassen als abgemeldet. Damit ergibt sich für den Landkreis am 01.01.2021 ein Kfz-Bestand von 112.984 Pkw (davon ca. 8 Prozent gewerblich zugelassen), mit denen Mitarbeiter oder Einwohner als Kunden, Besucher, Schüler usw. automobil unterwegs sind.

Zum Vergleich: in Frankfurt gab es nur ein Plus von 0,6 Prozent im Pkw-Bestand. Hier liegt die sogenannte Autodichte bei 452 Pkw pro 1000 Einwohnern – typisch für ein städtisches Gebiet mit einerseits einem dichten ÖPNV-Angebot, andererseits einem stauanfälligen Straßenverkehr und besonders engem und teurem Parkraum.

Im Landkreis Limburg-Weilburg liegt die Autodichte deutlich höher, nämlich bei 657 Pkw/1000 Einwohnern – typisch für einen ländlichen Raum, wo die Angebote für Bildung und Einkauf, die Fachbehörden, Arbeitgeber, medizinischen Einrichtungen, überregionale Kulturangebote etc. weiter verteilt im Raum liegen und schlechter mit dem ÖPNV erreichbar sind. Besonders hoch ist die Pkw-Dichte in den Kommunen Elbtal (692), Hünfelden (717), Merenberg (721) oder Weinbach (722).

Mobilität im ländlichen Raum

Im Verhältnis zu den Einwohnern hat Limburg die wenigsten Pkw im Landkreis, mit einer Pkw-Dichte von 625. Im Vergleich zu Frankfurt mit einer Pkw-Dichte von 452 Pkw ist aber auch Limburg „ländlich“ und wie sein Umfeld besonders auf den Pkw-Verkehr angewiesen, damit Einwohner, Beschäftigte oder Kunden ihre Ziele unter angemessen Umständen erreichen können. Die weiteren Alternativen (ÖPNV, Rad etc.) werden weit weniger genutzt, zumeist nur ergänzend oder wenn es von den Verhältnissen her möglich ist. So nutzten z. B. nach einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes in 2017 fast 90 Prozent der Arbeitnehmer für den Weg zur Arbeit ganz oder teilweise das Auto.

Laut jüngster Analyse des Center Automotive Research (CAR) in Duisburg sei der oft behauptete „Trend weg vom Auto“ auch bundesweit nicht zu erkennen. Der bundesweite Durchschnitt der Pkw-Dichte habe wie auch in den Vorjahren zugenommen, im Jahr 2020 von 575 auf 580 Wagen je 1000 Einwohnern. Pkw-Nutzer würden es vor allem schätzen, den eigenen Wagen flexibel zu nutzen, obgleich sie pro Jahr kürzere Gesamtstrecken fahren.

„Die Automobilität ist insbesondere auch bezogen auf den Wirtschaftsstandort Limburg-Weilburg, wo kein so dichtes ÖPNV-Angebot wie im Ballungsraum vorhanden ist, auf absehbare Zeit für die Menschen weiterhin erforderlich und bei diesen auch beliebt. Dies darf beim Straßenunterhalt und -ausbau, bei aller Bemühung um Verbesserungen im ÖPNV-Angebot, nicht ausgeblendet werden. Überkapazitäten bei den für den Autoverkehr geplanten und gebauten Straßen sind kaum vorhanden, im Gegenteil: wo es aufgrund positiver demografischer und wirtschaftlicher Entwicklung Ausbaubedarf gibt, sollte eine gegenüber Menschen und Umwelt verantwortliche Politik dem nachkommen“, sagt IHK-Präsident Ulrich Heep.

Sauberere Luft durch moderne Motoren

Automobilität ist aber nicht nur weiterhin erforderlich und wird genutzt, sondern gestaltet sich auch immer sauberer. Dies lässt sich unter anderem an den in Limburger Straßen permanent vorgenommen punktuellen Luftschadstoffmessungen im Straßenraum ablesen. Die immer moderneren Motoren reduzieren den Schadstoffausstoß. Nachdem es der Autoindustrie mit den Motoren der Euro-5-Norm zunächst gelang, den CO2-Ausstoß deutlich zu verringern, folgte mit den Motoren der Euro-6-Norm ein großer Fortschritt auch hinsichtlich der Stickoxidreduktion. Stickstoffdioxid oder Stickoxid (NO2) ist ein Reizgas, welches in höheren Konzentrationen gesundheitsschädliche Auswirkungen haben kann.

An den Zahlen des Kraftfahrbundesamtes kann man ablesen: die heimischen Unternehmen, Behörden und Bürger investieren in Fahrzeuge mit den modernsten umweltfreundlichen Motoren. So ist der Bestand von Pkw mit der besonders umweltfreundlichen Emissionsnorm Euro-6 in einem Jahr um 18 Prozent angewachsen. Fahrzeuge mit schlechterer Abgasnorm verschwinden entsprechend Jahr für Jahr von den Straßen des Landkreises Limburg-Weilburg: der Bestand an Euro-5-Pkw hat um 5 Prozent abgenommen, der an Euro-4-Pkw um 7 Prozent und der an Euro-3 um 13 Prozent.

Vorteilhaft für die Umwelt vor Ort ist auch der Zuwachs von rein elektrogetriebenen Pkw um 237 Prozent und bei Hybridfahrzeugen um 179 Prozent. Den Beitrag für eine immer bessere Luft im Landkreis leisten inzwischen 677 Elektrofahrzeuge und 42.153 Euro-6-Verbrennerfahrzeuge (inkl. Fahrzeuge mit Hybridantrieb).

Ein für Limburg überlegtes Fahrverbot würde zusätzlich zu der schon bestehenden Umweltzone Dieselfahrzeuge Euro-4 bzw. 5 treffen und damit einen großen Anteil des Fahrzeugbestandes der Region Limburg-Weilburg (ca. 15 Prozent) und wäre aus Sicht der IHK Limburg angesichts der stetig abnehmende Luftschadstoffwerte nicht verhältnismäßig. © IHK-Limburg