Springe zum Inhalt

Standort: Mehr regionale Arbeitsplätze reduzieren Pendelei

Durch das Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre sind im Landkreis Limburg-Weilburg viele neue Arbeitsplätze entstanden. Für Beschäftigte, die vor Ort wohnen, reduziert sich damit die Notwendigkeit, zu einem Arbeitsplatz in andere Kommunen oder Regionen zu pendeln. Dies zeigt eine Analyse der Pendlerdaten durch die IHK Limburg.

Ein Vergleich der Daten der Bundesagentur für Arbeit von 2013 und 2020 ergibt zum einen, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Wohnort im Landkreis in sieben Jahren um 6.860 auf 65.768 Beschäftigte gewachsen ist. Das ist ein Plus von 11,6 Prozent und spricht dafür, dass Beschäftigte den Landkreis als Wohnort schätzen. Besonders erfreulich aber ist zum anderen, dass die Zahl der Beschäftigten mit Arbeitsort im Landkreis noch stärker gewachsen ist. So gab es zwischen den Jahren 2013 und 2020 (Stichtag jeweils 30. Juni) insgesamt ein Plus von 7.571 Personen, das ist eine Zunahme von 15,9 Prozent auf 55.267 Beschäftigte in der Region. Die Zahlen zeigen: Die Fachkräfte aus der heimischen Region haben mehr Chancen auf einen Arbeitsplatz im eigenen Landkreis und kürzere Wege zur Arbeit.

Neue Gewerbegebiete – neue Arbeitsplätze

„Der Landkreis Limburg-Weilburg profitiert in seiner Entwicklung u. a. von seiner sehr guten Straßenanbindung. Dieser Standortfaktor führt dazu, dass vor allem entlang der Autobahn und den Bundesstraßen neue Gewerbegebiete bzw. viele neue Arbeitsplätze entstehen – bei vorhandenen Betrieben oder neu gegründeten bzw. zugezogenen“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Monika Sommer. So hat von 2013 bis 2020 die Zahl der bei der Arbeitsagentur erfassten Betriebe mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 214 auf 4735 Betriebe zugenommen.

Schaut man in den Landkreis hinein, zeigen die Gemeindedaten der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, dass es sieben Kommunen gibt, die sich besonders gut entwickelt haben und die Zahl der Arbeitsplätze vor Ort um mehr als 25 Prozent steigern konnten: Beselich, Brechen, Elbtal, Löhnberg, Mengerskirchen, Merenberg und Runkel.

Bemerkenswert dabei ist, dass Mengerskirchen die Zahl seiner Arbeitsplätze um 28 Prozent steigern konnte, obwohl die Gemeinde nicht direkt an einer Bundesstraße liegt. Hier spielen auch andere Faktoren eine Rolle wie z. B. Verfügbarkeit von Gewerbeflächen, Höhe der Gewerbesteuer, wirtschaftsfreundliches und verlässliches Handeln der Standortkommune oder vor Ort vorhandene Fachkräfte. In Beselich, Brechen und Elbtal wiederum ist die Zahl derjenigen Beschäftigten besonders gewachsen, deren Wohn- und Arbeitsort in der gleichen Kommune liegen. Der Weg zur Arbeit ist hier kurz, was für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber vorteilhaft ist.

Kürzere Wege

Der Weg zur Arbeit verkürzt sich aber auch, wenn Beschäftigte statt nach Rhein-Main nur in die Nachbargemeinde fahren oder innerhalb des Landkreises pendeln. Besondere Bedeutung haben hier das Oberlahnzentrum Weilburg und die Kreisstadt Limburg. Sie haben weiterhin als einzige Kommunen der Region einen Einpendlerüberschuss, d. h. es pendeln mehr Beschäftigte von einem Wohnort außerhalb zu ihrem Arbeitsplatz hinein als umgekehrt. Limburg ist dabei mit 25.127 Arbeitsplätzen (45,5 Prozent aller Beschäftigten mit Arbeitsort im Landkreis) das Schwergewicht im Landkreis.

Dynamik im Landkreis

„Nicht nur in Limburg und Weilburg, sondern auch bei fast der Hälfte der anderen Kommunen im Landkreis hat sich der Auspendlerüberschuss in den letzten sieben Jahren erfreulich entwickelt“, so Sommer. „Mehr als die Anzahl der Beschäftigten mit Wohnort in der Gemeinde haben hier noch die vor Ort neu geschaffenen Arbeitsplätze zugenommen. Der Auspendlerüberschuss hat sich damit reduziert.“

Nicht dazu gehören Elbtal und Löhnberg, obwohl auch hier viele neue Arbeitsplätze entstanden sind. Der Grund ist, dass sich die beiden Kommunen als Wohnortgemeinden besonders dynamisch entwickelt haben. Mehr als andere Kommunen der Region konnten sie die Zahl der Beschäftigten mit Wohnort in der Gemeinde steigern, nämlich um 19 bzw. 20 Prozent.

Zahlenmäßig an der Spitze beim Zugewinn an „beschäftigten Einwohnern“ (unabhängig davon wo sie arbeiten) steht Limburg mit einem Plus von 1.968 Beschäftigten. Entsprechend groß ist der Bedarf an Wohnraum. Danach folgen Hadamar mit 713, Bad Camberg mit 541 und Weilburg mit 473 zusätzlichen sozialversicherungspflichtigen Einwohnern. © IHK-Limburg