Springe zum Inhalt

Stadt Limburg lädt zum rücksichtsvollen Ernten ein

Äpfel, Birnen, Zwetschgen, die Bäume tragen viel Frucht in diesem Jahr. Die Erntezeit rückt näher, zumal das heiße und trockene Wetter die Früchte schneller reifen lässt. Wer Obst ernten will, ist herzlich willkommen auf den Streuobstwiesen der Stadt. Die Stadtgärtnerei bittet jedoch darum, rücksichtsvoll zu ernten.

Über 30 Streuobstwiesen der Stadt laden zur Ernte ein, darauf weist der Leiter der Limburger Stadtgärtnerei, Matthias Beul, hin. An über 1750 Obstbäumen darf gepflückt werden, die Auswahl an verschiedenen Apfel- und Birnensorten ist groß, zudem gibt es Zwetschgen und Renekloden sowie Walnüsse. Die Stadt verfügt noch über weitere Streuobstflächen, die jedoch schlecht begehbar sind. Wo das Pflücken leicht möglich und eine gefahrlose Ernte möglich ist, findet sich unter www.limburg.de/Streuobstwiesen.

Wer also selbst pflücken und ernten will, ist auf den Streuobstwiesen der Stadt herzlich willkommen und gern gesehen. Allerdings sollte bei der Ernte die Bäume sorgsam behandelt werden, damit sie keine Schäden davontragen. Dazu zählt, dass die Bäume nicht wild geschüttelt werden. Auch der Einsatz von Stangen zum Abschlagen des Obstes ist nicht erlaubt. Leitern sind nur an stabilen Hauptästen und auf eigene Gefahr hin zu verwenden.

Nach Angaben von Matthias Beul verfügen Apfelbäume über relativ stabile Äste, wohingegen Birnen sowie Pflaumen und Mirabellen eher bruchgefährdet sind. „Für den Baum die schonendste Variante ist der Einsatz handelsüblicher Obstpflücker, mit denen die Früchte vom Baum gefahrlos geerntet werden“, empfiehlt daher Beul. Hinweisschilder an den Streuobstwiesen weisen auf die richtige Art der Ernte hin.

Geerntet werden sollte nur das Obst, das auch wirklich reif ist. Die einfachste Methode, um dies festzustellen, ist die Geschmacksprobe. Wenn das geerntete Obst schmeckt, dann kann die Ernte weiter fortgesetzt werden, ansonsten einen anderen Baum auswählen oder mit der Ernte noch etwas warten. Bei den teilweise sehr alten Bäumen ist die jeweilige Sorte und damit auch die Erntezeit unbekannt. Daneben beschleunigen die aktuellen Klimabedingungen mit der extremen Hitze und der Wasserknappheit den Reifeprozess.

Dies hat teilweise zur Konsequenz, dass manche Bäume ihre Früchte nicht mehr ausreichend versorgen können und sie deswegen frühzeitig abwerfen, obwohl die Früchte noch gar nicht richtig reif sind. Aber auch für das sogenannte Fallobst in der Reifezeit hat der Leiter der Stadtgärtnerei noch genügend Ideen für Verwendungszwecke. So lässt sich die braune Stelle aus dem Apfel einfach herausschneiden und diesen noch zu leckeren Marmeladen oder Apfelkompott weiterverwenden. Nicht mehr verwertbares Fallobst soll an Ort und Stelle liegen bleiben. Vögel und Insekten sowie andere Bewohner der Streuobstwiese sind dankbar für diese Nahrung.

Auch für diejenigen, die das geerntete Obst nicht sofort verarbeiten, sondern lagern wollen, hat Matthias Beul einige Tipps: „Die Haltbarkeit der Früchte ist sortenabgängig. Grundsätzlich sind die früheren Sorten, die über einen süßen Geschmack verfügen, am geeignetsten für den direkten Verbrauch. Die späteren Sorten mit mehr Säure eignen sich gut zum Lagern. Äpfel sind bei luftiger sowie kühler Lagerung noch im März/April genießbar.“ Die Haltbarkeit des Obstes von Streuobstwiesen ist nicht mit Früchten aus dem Handel oder Supermarkt vergleichbar, da diese einer anderer Behandlung unterzogen werden. Auch wenn der selbst geerntete Apfel mit zunehmender Lagerzeit runzliger wird, der Geschmack bleibt unverändert und die sauren Äpfel werden je nach Sorte durch die Lagerung sogar süßer und genießbarer, so Beul.

Wer auf der Streuobstwiese erntet, sollte nicht nur sorgsam mit den Bäumen umgehen, sondern die Streuobstwiese auch als Lebensraum verschiedener Tiere und Pflanzen respektieren. Dazu zählt selbstverständlich auch, dass kein Müll hinterlassen wird und Rücksicht auf weitere Erntende genommen wird. © Stadt Limburg