Springe zum Inhalt

Sportminister Peter Beuth: „‚Kultur des Hinsehens‘ stärken“

„Kindeswohl im Sport“: Hessische Landesregierung erhöht Förderung für Präventions- und Beratungsangebot der Hessischen Sportjugend

Wiesbaden/Rüdesheim. Innen- und Sportminister Peter Beuth hat heute den Jugendhauptausschuss der Sportjugend Hessen besucht und drei Bescheide in einer Gesamthöhe von über einer halben Million Euro überreicht.

Unter anderem erhöht die Hessische Landesregierung ihr Engagement im Bereich Kindeswohl(-gefährdung) im Sport. Das bundesweit einmalige Präventions- und Beratungsangebot „Kindeswohl im Sport“ der Hessischen Sportjugend erhält in diesem Jahr rund 80.000 Euro. Innenminister Peter Beuth kündigte an, dass dieses Projekt bis 2022 mit einem Gesamtvolumen von 375.000 Euro gestärkt wird.

„Auch, wenn Kinder und Jugendliche in unseren Vereinen nur stundenweise betreut werden, können hier Fälle von sexueller Gewalt, aber auch von seelischer oder körperlicher Vernachlässigung sowie Misshandlungen sichtbar werden. Beim Thema Kindeswohl gibt es kein Ignorieren oder Beschönigen. Wir dürfen hier nicht wegschauen, sondern wollen mit unserem Engagement eine ‚Kultur des Hinsehens‘ stärken. Das bedeutet, dass alle Verantwortlichen innerhalb des Sports in Hessen ein gemeinsames Verständnis davon haben, wie für das Wohl der Kinder und Jugendlichen in unseren Sportvereinen gesorgt werden kann. Die Sportjugend Hessen sensibilisiert seit Jahren durch umfangreiche Präventionsseminare und Beratungsangebote hessische Vereine und Verbände zum Thema ‚Kindeswohl im Sport‘. Diese wichtige Arbeit werden wir noch stärker unterstützen“, so Innenminister Peter Beuth.
Für Vereine, Sportkreise und Verbände hat die Sportjugend Hessen ein umfangreiches Präventions- und Beratungsangebot geschaffen, welches von Jahr zu Jahr stärker nachgefragt wird. Während 2011 und 2012 noch insgesamt 50 Präventionsseminare pro Jahr durchgeführt wurden, stieg die Anzahl im vergangenen Jahr auf rund 70 Veranstaltungen, in denen sich insgesamt 1.400 Verantwortungsträger aus dem Bereich des Sports in Hessen fortgebildet haben.

„Die steigende Nachfrage nach diesen Seminaren zeigt, dass immer mehr Menschen für das bedeutende Thema Kindeswohl im Sport sensibilisiert sind und das Angebot der Sportjugend Hessen angenommen wird. Die Sportjugend wird das Programm in den kommenden Jahren weiterentwickeln und in einem Pilotprojekt prüfen, inwieweit ‚Kindeswohl-Beauftragte‘ in Sportkreisjugenden des Landes etabliert werden können. Mit unserem Engagement setzen wir uns auch für ein wichtiges Anliegen aus dem Koalitionsvertrag ein, Kinder und Jugendliche vor sexualisierter Gewalt noch besser zu schützen“, so Minister Peter Beuth.

100.000 Euro für „Sport und Flüchtlinge“
Der Innenminister überreichte der Sportjugend Hessen überdies einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 100.000 Euro zur Fortführung des Landesprogramms „Sport und Flüchtlinge“, an welchem aktuell rund 240 hessische Kommunen teilnehmen. Im Rahmen des Programms sind rund 300 Sport-Coaches in Hessen als Bindeglied zwischen Kommune, Vereinen und Flüchtlingen aktiv tätig. In diesem Jahr wird das Programm durch eine zweite Fördersäule „Ausbildung und Qualifizierung“ ergänzt, so dass ab sofort auch für Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen zusätzliche Fördermittel abgerufen werden können.

„Der Sport vermag mit Leichtigkeit Grenzen zu überwinden und vermittelt auf eine einzigartige Weise eine Willkommenskultur, welche von der Sportjugend Hessen seit Jahren vorgelebt und begleitet wird. Die Integrationsarbeit unserer hessischen Sportvereine ist dabei unverzichtbar für den Zusammenhalt in unserem Land und bewirkt, dass unabhängig von Herkunft, Religion oder sozialem Status Fremde zu Freunden werden“, so Peter Beuth.

Förderung des Jugendsports 2019
Für den allgemeinen Jugendsport übergab der Minister der Vorsitzenden der Sportjugend Hessen, Frau Juliane Kuhlmann, einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 340.000 Euro.

„Sport zählt zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen von Kindern und Jugendlichen. Bewegung, Spiel und Sport sind für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern sowie Jugendlichen und die Gesundheit immens wichtig. Mit der Zuwendung können wichtige Projekte wirksam unterstützt werden, von denen alle hessischen Vereine und somit der Sport in Hessen insgesamt profitiert“, betonte der Sportminister.
Die Landeszuwendung wird unter anderem für den allgemeinen Jugendsport, das Jugendsportreferentenprogramm, das Programm „Mehr Bewegung in den Kindergarten“, „Sport für alle Kinder“ sowie für die Bereiche Teilhabe im Jugendsport, Kinderarmut und Inklusion gewährt.
Informationen zum Programm „Kindeswohl im Sport“ der Sportjugend Hessen gibt es auf der Homepage der Sportjugend Hessen unter www.kindeswohl-im-sport.de.

Hintergrund:
Die Sportjugend ist Hessens größter Jugendverband mit 620.000 jungen Menschen in 7.629 Vereinen. Sie qualifiziert Sportvereine und soziale Fachkräfte für eine bewegte Jugendarbeit durch Aus- und Fortbildungen und durch zahlreiche Seminarbausteine. Die Sportjugend bietet vielfältige Serviceleistungen für die Vereine und berät zu Fragen der Jugendarbeit, beim Konfliktmanagement, bei der Kooperation mit Kindergarten und Schule, bei der Beteiligung junger Leute im Verein und bei der Integration von Behinderten und v.a.m.
Die Sportjugend ist Träger des freiwilligen sozialen Jahres im Sport und bietet Bildungsurlaube für junge Menschen bis 26 Jahre an. ©HMdIS