Springe zum Inhalt

Slalom mit dem Feuerwehrauto – Sonderausbildung für Maschinisten bei der Feuerwehr Oberbrechen in den Ferien

Oberbrechen. Auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Oberbrechen wurde die besondere Zeit überbrückt mit Schulungen und Treffen, die virtuell abgehalten wurden, lediglich bei Einsätzen traf man sich persönlich. Die Arbeit bei der Feuerwehr ist vielfältig, ein wichtiger Bereich ist in jedem Fall auch die Verbringung von Einsatzkräften, Wasser und Material zum jeweiligen Einsatzort. Dass dies bei den hiesigen landschaftlichen und baulichen Situationen sowie Park- und Straßensituationen nicht immer einfach ist, das wird spätestens dann klar, wenn man die Anfahrt zu einem Einsatzort miterlebt hat. Ein Fahrzeug mit dem Gewicht von über 10 PKWs (bis zu 13.000kg) und nicht gerade unauffälligen Außenausmaßen von über  7 Metern und über 2,5 Meter Breite sowie einer Höhe von mehr als 3 Metern will sicher beherrscht und schadfrei zum Einsatzort navigiert werden. Die Kontrolle über einen PKW zu halten ist schon manchmal schwer, da die Ausmaße unterschätzt werden, wieviel schwerer ist dies bei einem Feuerwehrauto, bei dem zusätzlich die Beladung besondere fahrphysikalische Anforderungen stellt ? 

Neben den Einweisungsfahrten für neue Fahrer und den Fahrsicherheitstrainings gehören aber auch zusätzliche Trainings in den Gemeinden für die Maschinisten – wie die Fahrer der Feuerwehrautos funktionell bezeichnet werden – mit dazu. Die Sonderausbildung in den Sommerferien bei der Freiwilligen Feuerwehr Oberbrechen erfolgt in Kleingruppen mit Abstand, doch Wehrführer Markus Reh ist froh, seine Kamerad/innen wieder persönlich zu sehen, es ist eben doch etwas anderes als eine online-basierte Ausbildung vor dem Monitor.

Zusammen mit dem Corona-Ausbilder-Team hatte er für seine Kameraden mehrere Aufgaben vorbereitet: Bei einer dieser Aufgaben galt es in einem mit Pylonen gekennzeichneten Bereich , das Feuerwehrfahrzeug nur mittels Einweiser in den Bereich einzufahren. Das Gefühl für die Ausmaße des großen Fahrzeugs zu bekommen und zu spüren, wie es sich bei den unterschiedlichen Fahrmanövern und Geschwindigkeiten verhält ist das, was es zu vermitteln galt, so Reh am Rande der Übung. Natürlich haben die neueren Fahrzeuge zwischenzeitlich eine Rückfahrkamera verbaut, doch auch damit bekommt man nicht überall alles mit – somit ist der Einsatz einer zweiten Person, die den rückwärtigen Bereich einer Fahrt sichert unabdingbar, sich auf den Kameraden nahezu „blind“ verlassen zu können ebenfalls. In einem zweiten Übungsteil ging es um das Handling bei langsamer und zügiger Kurvenfahrt um Pylone, die in zweifacher Fahrzeuglänge auseinander aufgestellt waren. Wie schnell 20 km/h dabei sein können, wie viele schnelle Lenkbewegungen erforderlich sind und inwieweit sich das eigene Verhalten der Automatikschaltung dabei auf das Fahren ausüben . . .  das sind Erfahrungen, die man spüren muss, um sie entsprechend bei diesen Übungen vermittelt bekommt.

Noch die ganzen restlichen Ferien wird die Sonderausbildung für Maschinisten stattfinden, so dass sowohl den Coronaauflagen Rechnung getragen werden als auch der Übungsbetrieb kontrolliert wieder starten kann. Schon bald werden weitere Ausbildungselemente dazu kommen, die sich dann um die Wasserentnahme, -förderung aus offenem Gewässer sowie Bedienung der Pumpen und Aggregate kümmern werden.  Nach den Sommerferien werden dann wieder alle Aktiven der Feuerwehr Oberbrechen in Kleingruppen den Übungsbetrieb aufnehmen.  Mehr Informationen zur Arbeit der Feuerwehr Oberbrechen unter www.Feuerwehr-Oberbrechen.de © Peter Ehrlich / FOTO-EHRLICH.de