Springe zum Inhalt

Situation für Radverkehr verbessern – Handelsstandort Limburg nicht beschädigen

Die FDP-Fraktion in der Limburger Stadtverordnetenversammlung spricht sich dafür aus, die Situation für den Radverkehr in der Stadt deutlich zu verbessern, ohne den Handelsstandort Limburg zu beschädigen.
„In den insgesamt vier Pressemitteilungen der Stadt zum Radverkehr in Limburg sind viele gute Einzelvorschläge enthalten, aber die FDP hält es für grundlegend falsch, den Besuch der Stadt für Autofahrer unattraktiver zu machen“, sagte die Fraktionsvorsitzende Marion Schardt-Sauer.
Ebenso wie bereits der Masterplan Mobilität setze das vom Magistrat vorgelegte Radverkehrskonzept darauf, die Stadt für Autofahrer unattraktiv zu machen. Doch damit würde eine massive Beschädigung des Einzelhandels, der Gastronomie und der Kulturschaffenden einhergehen, „die dringend darauf angewiesen sind, dass die Menschen aus der ländlichen Umgebung nach Limburg kommen. Das wird auch in Zukunft ohne Auto für sehr viele Menschen schlicht nicht möglich sein“, erklärte Schardt-Sauer.
Vorschläge wie die drastische Reduzierung der Fahrbahnbreite von stark befahrenen Bundesstraßen werde die FDP auf keinen Fall mittragen. „Das führt zu noch mehr Staus aufgrund des hohen Durchgangsverkehrs und zu einer höheren Schadstoffbelastung. Gleichzeitig drohen Besucherinnen und Besucher, die nicht verantwortlich für die Verkehrsproblematik sind, der Limburger Innenstadt fernzubleiben“, so die FDP-Politikerin. Nach der massiven Erhöhung der Parkgebühren würde sich somit eine unverantwortliche Politik gegenüber dem Einzelhandel und der Gastronomie in Limburg fortsetzen. Neben der Konkurrenz durch den Online-Handel und die oftmals existenzbedrohenden Verlusten durch die Corona-Pandemie stelle der Kaufkraftverlust potenzieller Kundinnen und Kunden durch die hohe Inflationsrate eine weitere Herausforderung für Handel und Gastronomie dar. In dieser Situation müsse alles unternommen werden, um die Innenstadt zu stärken statt Limburg als attraktiven Handels -und Wirtschaftsstandort zu beschädigen, so Schardt-Sauer.
„Es ist der falsche Weg, Bundesstraßen, ohne den entsprechenden Platz zu Hauptrouten von Radwegen machen zu wollen. Alternative Streckenführungen für Radfahrer müssen vielmehr besser erschlossen und kenntlich gemacht werden“, so Schardt-Sauer.

Die drastische Reduzierung von Parkplätzen lehne die FDP-Fraktion ebenfalls ab. Insbesondere ältere Menschen benötigten in der Innenstadt Parkplätze, die es ihnen ermöglichten, Geschäfte und Arztpraxen aufzusuchen. Parkhäuser seien oftmals viel zu eng, zu weit weg oder nicht barrierefrei.
Es seien viele Verbesserungen für den Radverkehr möglich und nötig, ohne Besucherinnen und Besucher aus dem ländlichen Umland aus Limburg zu vertreiben. So würden bereits in den Bestandsanalysen des Masterplans Mobilität der Zustand und die Pflege bereits vorhandener Radwege deutlich kritisiert. Hier gelte es Abhilfe zu schaffen, etwa durch einen verbesserten Winterdienst. Die Schaffung von neuen , modernen Abstellanlagen für Fahrräder in der zentralen Innenstadt und rund um die Fußgängerzone und die Altstadt seien grundsätzlich ebenso sinnvoll. Hier besteht seit Jahren Handlungsbedarf. Dafür müssten jedoch nicht wie vorgeschlagen Parkflächen reduziert werden. Beim barrierefreien Ausbau von Bushaltestellen gleichzeitig auch Abstellplätze für Fahrräder zu schaffen, könne ebenfalls hilfreich sein. Wegsperren, die insbesondere im Dunkeln Fahrradfahrer gefährdeten, könnten gleichfalls leicht beseitigt werden. Viele weitere der im Radwegekonzept vorgeschlagenen Maßnahmen müssten ernsthaft geprüft und darüber diskutiert werden.
„Durch eine intelligente Verkehrssteuerung, eine Verbesserung des Parkraummanagements sowie eine zielgerichtete Verbesserung der Infrastruktur für Radfahrer und Fußgänger kann Limburg für alle Verkehrsteilnehmer attraktiver werden. Zudem würden alle in Limburg gewinnen und entstünden neue Gestaltungsmöglichkeiten, wenn Limburg endlich eine Umgehungsstraße erhielte, um das Hauptverkehrsproblem zu lösen – den hohen Durchgangsverkehr“, so Schardt-Sauer. An dieser Stelle müssten alle Verantwortlichen in der Stadt und in der Region zusammenstehen und endlich massiv gegenüber Wiesbaden und Berlin deutlich machen, dass eine Umgehung für Limburg zu den vordringlichsten Straßenverkehrsprojekten in Deutschland werden müsse. Falsch sei es jedoch, in der aktuellen Prüfungssituation des Bundesverkehrswegeplans bereits Ausführungsdetails politisch festlegen zu wollen. „Auch hier gilt: Der erste Schritt muss vor dem zweiten gegangen werden. Doch der erste Schritt ist notwendig: jetzt“, so die machte die FDP-Politikerin deutlich. © Marion Schardt-Sauer (MdL)