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Schulfusion im Goldenen Grund Thema einer Landtagsanfrage·Schardt-Sauer hakt nach, warum Stellenbesetzungen in Niederbrechen nicht vorgenommen werden

Schulfusion im Goldenen Grund Thema einer Landtagsanfrage
Schardt-Sauer hakt nach, warum Stellenbesetzungen in Niederbrechen nicht vorgenommen werden

LIMBURG-WEILBURG – Die Fusion der Schule im Emsbachtal und der Mittelpunktschule im Goldenen Grund war regelmäßig Grund für Diskussionen im Kreistag. Insbesondere die FDP-Kreistagsfraktion hatte immer wieder in Frage gestellt, dass die Fusion einen Vorteil für die beiden Schulstandorte in Niederbrechen und Niederselters bringen würde. Weil der Fusionsprozess stockte musste bereits im vergangenen Jahr eine Verlängerung der Übergangsfrist um zwei Jahre gefasst werden. Kritik wurde stets mit dem Hinweis auf die gefassten Begleitbeschlüsse gekontert, die vorsahen, dass alle Abschlüsse an beiden Standorten möglich sein sollen und nur durch die Fusion beide Standorte erhalten werden könnten. Inzwischen knirscht es offenbar weiter im Fusionsprozess. Für Ärger sorgt unter anderem, dass der Kreis das von Eltern und Schulleitung favorisierte Konzept einer Integrierten Gesamtschule nicht mitträgt. Außerdem hat das Schulamt mitgeteilt, dass es die vakanten Stellen in der Schulleitung in Niederbrechen nicht besetzen wird. In Niederselters hingegen haben Besetzungen stattgefunden. Der Brecher FDP-Kreistagsabgeordnete Tobias Kress sagt dazu: „Es drängt sich der Eindruck auf, dass man den Fusionsprozess nun einseitig durch die Personalpolitik zu Gunsten der Schule in Niederselters entscheiden will. So jedenfalls ist die Fusion nicht auf Augenhöhe möglich, wenn die Schulleitung in Brechen ausblutet. Am Ende schadet es beiden Seiten, wenn die Fusion nicht gemeinsam zu einem guten Konzept gebracht werden kann.“ Nun hat die Landtagsabgeordnete und FDP-Kreisvorsitzende Marion Schardt-Sauer eine Anfrage eingereicht, um in Wiesbaden die Haltung der Landesregierung in Erfahrung zu bringen. Schardt-Sauer sieht den Fusionsprozess kritisch, und will in Erfahrung bringen, welche Wege es gibt, um die Situation an den Schulen in Niederbrechen und Niederselters doch noch im Sinne der Schülerinnen und Schüler positiv zu gestalten. „Ein Zusammenwachsen der bisherigen Schulen erfordert auch, dass Personen beider Standorte in der neuen Schulleitung vertreten sind. Aktuell werden lediglich Stellen am neuen Verwaltungsstandort in Niederselters besetzt, während Stellen in Niederbrechen mit Verweis auf sinkende Schülerzahlen nicht mehr besetzt werden. Die Schule in Niederbrechen wird in der Übergangsphase durch fehlende Leitungspositionen geschwächt und ihre erolgreichen Konzepte drohen damit in der neuen Schule keine Rolle mehr zu spielen. Es droht der fusionierten Schule eine überproportionale Besetzung der Schulleitung mit Vertretern aus Niederselters“, erläutert Schardt-Sauer. Sie will deshalb wissen, wie die Landesregierung den Fusionsprozess trotzdem zu einem Erfolg führen will und wann die Schulleiterstelle für die fusionierte Schule ausgeschrieben wird. Die Anfrage enthält auch die Frage, wie die Landesregierung das von den Schulen und den Elternvertretern favorisierte Konzept bewertet, dass der Kreis als Schulträger abgelehnt hatte. Auch will Schardt-Sauer wissen, ob die aktuelle Entwicklung bei den Schülerzahlen seit dem Erlass aus Wiesbaden vor mehr als sechs Jahren überhaupt noch eine Fusion notwendig macht und ob man gegebenenfalls die Grundschulen aus dem Fusionsprozess lösen könnte, um sie eigenständig bestehen zu lassen. © Marion Schardt-Sauer / MdL