Springe zum Inhalt

Schule im Emsbachtal bei „Wir sind mehr“ in Limburg

Madlen Wagner berichtet von der Veranstaltung: 

"„Wir sind mehr“ in Limburg am 05.09.2020

Die Schule im Emsbachtal möchte sich zunächst bei dem Veranstalter des Vereins „Wir sind Mehr“ sowie bei Frau Jutta bedanken, dass sie als einzige Schule im Landkreis einen Beitrag zum Thema „Wir Sind Mehr“ vorstellen durfte. Einen besonderen Dank spricht die Schule im Emsbachtal darüber hinaus Herrn Martin Kaiser und Frau Patricia Schubert als Vertreter des Landkreises und unsere Ansprechpartner für das Bundesmodellprojekt „Demokratie leben“ aus. Mit der Jugend- und Schulsozialarbeiterin der Gemeinde Brechen Frau Madlen Wagner hat die Schule im Emsbachtal sowie die Gemeinde Brechen, viele Projekte finanziell gefördert oder sogar komplett finanziert bekommen.
Ohne diese gute Kooperation zwischen dem Landkreis, als Vermittler zwischen Bund und Schule wären viele unserer Präventionsprojekte nicht machbar. Aber auch dem 1.Beigeordneten des Landkreises Limburg Weilburg Herrn Jörg Sauer, welcher ebenfalls die Veranstaltung durch sein Kommen unterstützt und damit Gesicht gegen Fremdenfeindlichkeit gezeigt hat, möchten wir für seine Unterstützung im Bereich kulturelle Bildung, welches ihm immer ein Herzensanliegen sein wird, ausdrücklich noch einmal unseren Dank aussprechen.

Ein weiterer Faktor sind unsere, aber auch an allen Schulen des Landkreises, hoch engagierten Kolleginnen und Kollegen, oder wie man heute oft sagt: „Die MEN- und WOMANPOWER“ die sich mit viel Zeit, Geduld, Zuneigung und Herzblut darum bemühen, dass es den Kindern und Jugendlichen an unserer Schule von Jahr zu Jahr besser gelingt, Integration und Inklusion zu leben. Neben dem Sport, der sicher eine hohe Integrationskraft besitzt, bietet die Schule im Emsbachtal Lernen und Leben im Ganztag in und mit Vielfalt: Kinder und Jugendliche aus rund zwanzig verschiedenen Nationen lernen in Grund- Haupt und Realschule seit über zehn Jahren in Projekten und jedes Jahr bietet die Schule rund 20 bis 30 zusätzliche Arbeitsgemeinschaften von A wie Anmalen, Sprayen und Gestalten bis Z wie Zusammen „Hühner versorgen und pflegen“!

Aber wer ist/war denn nun der lilafarbene Wurm auf der Bühne, Wer ist EMSI?

Wer bin ich? Wer möchte ich sein? Wo passe ich hin? Was möchte ich machen? Jetzt und später? Das sind Fragen, die sich wohl alle Menschen im Laufe ihres Lebens und ihrer Persönlichkeitsentwicklung schon gestellt haben. Fragen deren Beantwortung lange Zeit nur Privatsache war. Doch je mehr Zeit Menschen an anderen Orten verbringen, ob in der Krippe, im Kindergarten, oder in der Schule, umso mehr wird die Beantwortung dieser Fragen auch eine Aufgabe von Kindertagesstätten und der Schule. Auch die Schule im Emsbachtal möchte sich dieser Aufgabe stellen und hat sich im digitalen und medialen Zeitalter dieser Aufgabe genähert und möchte Kindern, Eltern und Freunden der Schule ein anderes Bild von Schule vermitteln: Die Zeiten in denen Schule nur ein Ort reiner Wissensvermittlung war, sind im Zeitalter des World-Wide-Web, der Digitalisierung, der Informations- und Reizüberflutung vorbei. Im Mittelpunkt steht nicht mehr nur, den Menschen Allgemeinwissen zu vermitteln, sondern der Mensch selbst wird zum Mittelpunkt schulischen Handelns. Schule muss die jungen Menschen auf ihrem Weg zur eigenen Persönlichkeit begleiten. EMSI steht stellvertretend für alle, die sich verloren fühlen und auf der Suche sind. Er vertritt alle Kinder mit Beeinträchtigungen aller Art, Jugendliche in der Pubertät und Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten und nun auf der Suche nach einem neuen zu Hause sind. Er steht damit auch stellvertretend für Integration und Inklusion.
Unterstützen Sie uns mit einem Klick unter:
So viel zu entdecken (Der offizielle Schulsong der Schule im Emsbachtal)
https://youtu.be/ZJArlh7TIbk

An unserer Schule lernen rund 40-50 Kinder mit Inklusions- und Integrationsbedarf mit rund 350-400 sogenannten „normalen Kinder“ und WIR stellen fest, dass alle Kinder und Jugendlichen neben ihren Schwächen große Stärken und positive Erfahrungen einbringen und das Kind mit einer Behinderung dem Jugendlichen mit oder ohne Migrationshintergrund zeigt, dass man trotzdem ein vollwertiger Mensch mit Rechten und Pflichten ist.

Bei allen positiven Erfahrungen muss aber auch gesagt werden, dass es noch besser sein könnte und an allen Schulen im Kreis eine so gut funktionierende Schulsozialarbeit wie bei uns installiert werden müsste. Auch der Soziale Dienst im Kreis müsste viel stärker gefördert werden, damit er seine verdienstvolle Aufgabe noch besser ausüben kann und mehr Fachpersonal für das Begleiten unserer Kinder einstellen kann.

Auch wäre es einer reichen Gesellschaft wie der unseren nicht nur möglich, sondern es ist unseren Erachtens nötig, dass mehr Kinder- und Jugendpsychologen an den Schulen fest angestellt werden und nicht nur am Schulamt angesiedelt werden und dort überwiegend die Probleme registrieren bzw. verwalten und nur selten dazu kommen, sich mit den betroffenen Kindern und Jugendlichen zu beschäftigen und ihnen durch Tipps und Therapiezuführung, die oft notwendige Hilfe zukommen zu lassen.

Einen schlimmen Fall vom ALLEIN gelassen sein, haben wir leidvoll in Solingen in den letzten Tagen erleben müssen.

Nun werden wieder, wie bei vielen solcher Fälle, die Rufe nach Unterstützung und Therapieangeboten laut und in vier Wochen ist das Thema abgehakt und die Betroffenen werden wieder alleine gelassen oder müssen Monate, manchmal Jahre lag auf eine Therapie oder Hilfe warten.

Es gibt aber auch Lehrkräfte und Pädagogen, die sogar zunehmend häufiger sogar Sozialpädagogen und Lehrer sind, wie Herr Tobias Biedert, der sogar noch ein begnadeter Musiker ist. Mit seiner Band 4 Zimmer, Küche, Bad setzt er mit dem aktuellen Song „Die Vergessenen“ ein Zeichen für Empathie und Wertschätzung unserer demokratischen Werte, der Song ist den Bewohnern des Camps in Moria gewidmet, https://youtu.be/XBNDkl_gt9Y.

Kinder, Jugendliche und deren Eltern müssen zudem die Wertschätzung erfahren, die wir alle brauchen und wollen und wenn neben der Wertschätzung auch noch die soziale Anerkennung auch in Form von echter Belohnung, der Volkswirtschaftler spricht von fairem Lohn oder Gehalt und Aufstiegsmöglichkeiten, müssen Menschen, auch und gerade in Deutschland keine Angst haben in die Bedürftigkeit oder Sozialhilfe (Hartz4) abzurutschen. Damit wird dem Hass und der Schuldzuweisung an Hilfesuchende aus dem In- und Ausland der Nährboden entzogen und Rassismus weitgehend verhindert werden können.

Wohin das Gegenteil führt haben wir vor über 80 Jahren und nicht zuletzt in Berlin und Hanau erlebt.

Das wollen wir nicht! Wir sind mehr und wollen durch unser Beispiel andere Schulen, Eltern, Kinder und Jugendliche ermutigen, nicht gegeneinander zu leben, sondern miteinander Erfahrungen zu sammeln, wie Gemeinschaft stark macht und Liebe fühlbar macht!"

© Bernd T. Steioff, Tobias Biedert und Madlen Wagner.