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Schardt-Sauer (FDP): „Keine Wertschätzung für Kraftfahrer“

LIMBURG-WEILBURG – Die Landtagsabgeordnete Marion Schardt-Sauer kritisiert das mangelnde Interesse der Landesregierung an einer würdigen Versorgung der Berufskraftfahrer mit sicheren Stellplätzen und sanitären Anlagen in Westhessen. Die Freie Demokratin setzt sich im Landtag für die Betroffenen mit einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung ein.

Die seit Wochen anhaltende dramatische Lage in Großbritannien verdeutlich, wie wichtig ein funktionierendes Netz an LKWs für unser Wirtschaftssystem ist. Ohne die von den Kraftfahrern beförderte Ladung bleiben die Regale in den Supermärkten leer, den Industriebetrieben gehen die Rohstoffe aus und an den Zapfsäulen fehlen Benzin und Diesel. Während auf der einen Seite also LKWs aus unserem Leben nicht wegzudenken sind, leiden auf der anderen Seite deren Fahrer unter fehlender Berücksichtigung der Landesregierung in der Planung der Infrastruktur. Allein zwischen den Autobahndreieck Dernbach und dem Wiesbadener Kreuz werden rund 450 Parkplätze in beide Fahrtrichtungen benötigt, damit die Fahrer die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten einhalten können, ohne das Leben anderer und das eigene durch riskante Parkplatzprovisorien an Ein- und Ausfahrten und Standstreifen zu riskieren.

Leider sind Pläne dazu schon seit 2009 im Umlauf, ohne dass ein Fortschritt zu spüren wäre. Im Gegenteil: „Während im Moment die Raststätte Bad Camberg Ost wegen Baumaßnahmen für längere Zeit geschlossen bleibt, musste die Raststätte Limburg West dauerhaft weichen. Gleichzeitig steigt die Menge der beförderten Ware auf deutschen Straßen. Die Situation hat sich seit 2009 also immer weiter verschärft und von den Verantwortlichen hört man nur Schweigen. Das ist eine Schande! Während die Landesregierung scheinbar keinen Ehrgeiz hat die Probleme der Kraftfahrer anzugehen, stauen sich die Warteschlangen vor den sanitären Anlagen auf teilweise über 20, 30 Minuten. Damit die Fahrer die Ruhezeiten einhalten können, stehen die LKWs häufig schlecht beleuchtet auf dem Standstreifen und bilden ein Risiko“, so Marion Schardt-Sauer.

Die Autobahn GmbH in Montabaur beziffert den Planungshorizont auf 2030. Bis dahin werden voraussichtlich keine Parkplätze geschaffen werden. Dabei stehen viele Möglichkeiten theoretisch offen, angefangen bei der Parkplatzerweiterung auf Limburg Ost bis hin zum kompletten Neubau einer Parkplatzanlage an einem anderen Ort. Eines der vielversprechendsten Gebiete ist hierbei die Fläche zwischen der A3 und der B8, in der Höhe des ICE-Gebietes. Die Stadt Limburg lässt nun überprüfen ob an dieser Stelle ein Parkplatz gebaut werden könne. Allerdings sollen hier nicht die dringend benötigten Stellplätze für die LKWs entstehen, sondern Parkplätze für die Besucher des möglichen Hessentages 2027. „Die Prioritäten werden hier falsch gesetzt. Sollte der Parkplatz für den Hessentag hier entstehen, sind es wieder die Kraftfahrer, die die Baumaterialien hierherbringen. Aber schlafen sollen sie dann woanders. Dann darf man sich nicht wundern, dass die Kraftfahrer sich nicht wertgeschätzt fühlen“, so die Kreisvorsitzende. © Marion Schardt-Sauer (MdL)