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Sanierung und Erweiterung der Kläranlage Niederbrechen

Dipl.-Ing. Matthias Fink (Ii.) und Bürgermeisterin sowie Verbandsvorsteherin Silvia Scheu-Menzer begrüßten die Gäste

Mitglieder der Gemeindevertretungen und Gemeindevorstände der Mitgliedskommunen besuchten Ende Juni die Baustelle zum Umbau der Kläranlage in Niederbrechen und informierten sich über den Stand der Bauarbeiten. 

Brechen, Hünfelden mit Gnadenthal, Villmar mit dem Ortsteil Weyer, Selters mit dem Ortsteil Münster und Weilmünster mit dem Ortsteil Wolfenhausen sind die Kommunen, die seit Verbandsgründung am 18.04.1973 am Start sind. 3.000.000 m³ Abwasser pro Jahr fließen zur Kläranlage - mit 27 Entlastungsanlagen. Insgesamt wird die Anlage auf künftig 38.000 Einwohnergleichwerte bemessen. Verbandsvorsteherin Silvia Scheu-Menzer und ihr Stellvertreter Frank Groos begrüßten zusammen mit Verbandsgeschäftsführer Dipl.-Ing. Matthias Fink die Gäste auf der Baustelle. 

Baubeginn an der Kläranlage Niederbrechen – 27 Millionen Euro – Rund vier Jahre Bauzeit

Im Mai 2020 wurde mit dem ersten Bauabschnitt begonnen (s.Vorbericht), der mehrere Bauwerke im Zulaufbereich der Anlage und für die Schlammbehandlung umfasst: Bei Zulaufpumpwerk, Sandfang und Eindicker wurden der bestehende Beton saniert und die Anlagen außerdem mit neuer Maschinentechnik ausgerüstet. Weiterhin wurden die Trafostation, die Rechenanlage und die Schlammentwässerung vollständig neu aufgebaut. Die zugehörigen Elektro- und Schaltanlagen wurden ebenfalls komplett erneuert. Der Abschnitt ist abgeschlossen und die Anlagen in Betrieb. 

Der größere, zweite Bauabschnitt, umfasst den Neubau der kompletten biologischen Reinigungsstufe mit zwei Belebungsbecken und zwei Nachklärbecken, einem Vorklärbecken, dem Neubau eines Faulbehälters, eines Gasbehälters, eines Technikgebäudes zur Aufnahme von Pumpen, Gebläsen, Vorentwässerung, Gasverwertung, Heizung und Dosiervorrichtung für die Phosphorelimination. Siehe hierzu auch den Vorbericht: 

Übergabe eines Landeszuschusses zur Phosphorelimination für die Kläranlage Niederbrechen

Auf dem gesamten Gelände der Kläranlage müssen nahezu alle verbindenden Rohrleitungen und Elektro- und Steuerkabel neu verlegt werden. Die Arbeiten hierzu liefen zunächst parallel zu den Arbeiten des o.g. ersten Bauabschnitts. 

Das neue zweigeteilte Belebungsbecken ist das größte Bauwerk. Mit rund 31 Meter Breite, 46 Metern Länge bei 8 Meter tiefe fällt es auch beim Passieren des Geländes gleich ins Auge. Dafür wurde zunächst der östlich der Kläranlage gelegene Weg und ein großer Kanal aus dem Baufeld verlegt. Anschließend wurde die Baugrube für Belebungs- und Vorklärbecken sowie den Keller des Technikgebäudes direkt neben dem noch in Betrieb befindlichen alten Belebungsbecken ausgehoben - es dauerte mehrere Monate, bis die Bauwerke im Rohbau fertig waren. 200 Tonnen Stahl und 900m³ Beton wurden alleine für die Bodenplatte des Belebungsbeckens verarbeitet.

Anfang Dezember wurden das Dach des neuen Technikgebäudes geschlossen und Türen und Fenster montiert, so dass über  Winter bereits mit der Montage derer neuen Maschinentechnik begonnen werden  konnte - etwa zeitgleich begann auch die Montag der Elektro-, Mess-, Steuer- und Regeltechnik.

Neu und ebenfalls augenfällig sind der Faul- und Gasbehälter am Rande des Geländes. 

Nach Abschluss der beschriebenen Arbeiten ist somit die komplette Kläranlage neu gebaut oder grundlegend saniert - nachdem sie bisher etwas mehr als vier Jahrzehnte ununterbrochen und ohne wesentliche Umbauten im Betrieb war. 

Mitarbeiter/Innen de des Kläranlagenbetriebsverbandes Ems- und Wörsbachtal und Abwasserverbandes Goldener Grund konnten bei einer Begehung der Baustelle nach kurzer Präsentation der Bauphasen den Vertreter/Innen der Mitgliedsgemeinden einen Eindruck vermitteln, welche Entwicklung hier stattfindet. 

Bei weiterhin gutem Verlauf der Arbeiten, sollen Vorklärung, Belebung und Faulung noch im laufenden Jahr in Betrieb gehen können - das ist die Voraussetzung dafür, dass im kommenden Jahr die beiden neuen Nachklärbecken errichtet werden können und das Betriebsgebäude umgebaut wird. 

Nach rund vierjähriger Bauzeit werden dann die Arbeiten in 2024 abgeschlossen. 

Insgesamt wird derzeit mit Herstellungskosten von rund 27.700.000 Euro gerechnet, wobei zusätzlich 2.300.000 Euro für Unvorhergesehenes hinzukommen könnte - je nach weiterem Bauverlauf. Trotz Corona-Pandemie und der weltpolitischen Lage sind bisher nur geringe Verzögerungen beim Baufortschritt festzustellen gewesen, dennoch sind die Bedingungen für die Abwicklung von Baustellen sehr angespannt. Materialien sind vielfach knapp, fehlende Facharbeiter und stark steigende Preise werden überall beobachtet. Die erforderlichen Leistungen zum Umbau der Kläranlage Niederbrechen schräg gegenüber der Berger Kirche neben dem Bahnübergang / B8 sind in 15 verschiedene Lose verteilt, die zum Teil europaweit ausgeschrieben werden. 14 der geplanten Lose und damit etwa 96% der geplanten Auftragssumme wurden bislang vergeben.

Nach dem Abschluß der Sanierung und Erweiterung wird die Kläranlage hinsichtlich der Phosphat-Elimination und des Energieverbrauchs deutlich verbessert und erheblich wirtschaftlicher arbeiten. 

Hierfür erhält der Abwasserverband Goldener Grund einen Zuschuss des Landes in Höhe von rund 2.100.000 Euro zur Phosphatelimination und einen Zuschuss in Höhe von rund 800.000 Euro aus der "Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundes" für die energetische Verbesserung. Text: KBV/Abwasserverband Goldener Grund / M.Fink

 

 

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