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RP Gießen informiert Betreiber von Verdunstungskühlanlagen, Kühltürmen oder Nassabschneidern

Neuerungen für Kühlanlagenbetreiber

Gießen. Im warmen Wasser finden sie optimale Bedingungen, um sich zu vermehren und sich auf den Menschen zu übertragen. Die Rede ist von Legionellen. Besonders gute Bedingungen finden sie häufig in Verdunstungskühlanlagen, Kühltürmen oder in Nassabschneidern, die die Bakterien in Wassertröpfchen (Aerosolen) abgeben können. Um die Gefahr von Legionellen für die Bevölkerung zu reduzieren, tritt am 19. Juli die Anzeigepflicht für solche Anlagen im Rahmen Bundes-Immissionsschutzgesetzes in Kraft. Das Regierungspräsidium Gießen (RP) vollzieht dabei die sogenannte Legionellen-Verordnung in Mittelhessen und nimmt Anzeigen entgegen.

In den letzten Jahren haben technische Wassersysteme immer wieder Legionellenausbrüche verursacht: 2013 erkrankten rund 160 Menschen in Warstein an Lungenentzündung, die durch Legionellen ausgelöst wurde. Zwei Menschen starben damals. Vor diesem Hintergrund verabschiedete der Gesetzgeber die Verordnung, mit der der Einsatz neuerer Technik sowie unmittelbar anwendbare technische und organisatorische Pflichten verbindlich für neue Anlagen geregelt werden sollen.

„In vielen Bereichen des Alltags sind solche Anlagen zu finden: Zum Beispiel nutzen sie Betriebe der Lebensmittelindustrie zur Kühlung, genauso wie Rechenzentren. Stellenweise werden sie auch an Hotel- oder Bürogebäuden angebracht“, weiß RP-Experte Dr. Florian Peuckert. In geringer Konzentration könnten die natürlich vorkommenden Legionellen auch in solche technischen Systeme gelangen. Dort können sie sich – unter für sie günstigen Bedingungen – vermehren und gelangen durch Wasserdampf-Aerosole in die Luft. So kann eine erhebliche Gefahr für die eigene Gesundheit von solchen Anlagen ausgehen.

Was haben die Betreiber solcher Anlagen nun zu beachten? „Die Verordnung enthält unter anderem verpflichtende Regelungen zur Eigenüberwachung und Dokumentation, zu regelmäßigen mikrobiologischen Laboruntersuchungen durch akkreditierte Prüflabore, aber auch zum Verhalten bei Betriebsstörungen“, sagt der RP-Experte Peuckert. Insbesondere müssten die Anlagen jedoch bei der zuständigen Behörde angezeigt und Überschreitungen sogenannter Maßnahmenwerte übermittelt werden.

Bereits seit August letzten Jahres ist die 42. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes größten Teils in Kraft – ab dem 19. Juli gilt dann auch die Anzeigepflicht für neue und bestehende Anlagen. Die Firmen und Betreiber solcher Systeme in Mittelhessen haben dann einen Monat Zeit, ihre Geräte beim Regierungspräsidium anzuzeigen. Zeitgleich wird die bundeseinheitliche Software „KaVKA“ (Kataster Verdunstungskühlanlagen) unter dem Link www.kavka.bund.de freigeschaltet, auf der die sie ihre Anlagen selbstständig direkt in das elektronische System eingeben müssen. Durch ein abgesichertes Zugangsverfahren ist dabei gewährleistet, dass nur die Anlagenbetreiber und die zuständige Behörde auf die erhobenen Daten zugreifen können. Vor dem 19. Juli getätigte Angaben sind ungültig.

Gerne stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des RP unter der Telefonnummer 0641/303-4000 (Mo.–Do., 8–16.30 Uhr; Fr. 8–15 Uhr) oder per E-Mail unter 42.bimschv@rpgi.hessen.de für weitere Fragen zur Verfügung. Weitere Informationen sind auf der Homepage des Regierungspräsidiums Gießen unter www.rp-giessen.de zu finden. © RP-Gießen