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RP Gießen gibt Tipps und Hinweise zum sicheren Grillen

Passend zur Sommerzeit: Regierungspräsidium Gießen gibt Tipps
und Hinweise zum sicheren Grillen

Gießen. Sommerzeit ist Grillzeit. Fast auf Knopfdruck ermöglichen moderne Outdoor-Küchengeräte perfekt gebratene Würstchen, Steaks oder andere Mahlzeiten. Der Fantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Damit der Umgang mit Gaskocher oder Grill keine bösen Überraschungen mit sich bringt, sollten sich vor allem Einsteiger die Funktionsweise ausführlich von einem Fachmann erklären lassen. Das raten die Experten des Gießener Regierungspräsidiums. „Beim Kauf ist unbedingt auf die CE-Kennzeichnung und die beigefügte Bedienungsanleitung in deutscher Sprache zu achten“, erläutert Ralf Langsdorf vom RP Gießen. „Ohne diese dürfen Gasgrills in Deutschland nicht verkauft werden.“ Außerdem gibt der Fachmann Tipps zur aktuellen Lieblingsbeschäftigung.

Dazu gehört erst einmal grundsätzliches Wissen: „Handelsübliches Flüssiggas ist schwerer als Luft und daher gefährlich.“ Bei unkontrolliertem Austritt verflüchtigt es sich kaum und kriecht unbemerkt zu den tiefsten Stellen, wo es sich sammelt. „Dort genügt dann schon der kleinste Funke, etwa durch Betätigen eines Lichtschalters, um das hochentzündliche Gas-Luft-Gemisch schlagartig in Brand zu setzen.“ Gasgrills und -flaschen sollten daher immer an gut belüfteten Orten betrieben und gelagert werden. In Kellerräumen sollten sie keinesfalls gelagert werden.

Flüssiggas für Grillzwecke wird in aller Regel in Fünf- oder Elf-Kilogramm-Gasflaschen verkauft. Sowohl beim Transport der leeren Flasche zum Händler als auch beim Transport der vollen Flasche von dort nach Hause müssen die Ventile dicht verschlossen und die Schutzkappe als Ventilschutz verwendet werden. „Denn auch vermeintlich leere Flaschen sind niemals leer, die Bildung explosionsfähiger Gas-Luft-Gemische ist bei geöffneten Ventilen oder defekten Armaturen oder Schläuchen immer möglich“, erklärt Susanne Eisenhuth, RP-Spezialistin für Gefahrgut und Ladungssicherheit. Sie empfiehlt: „Absolut sinnvoll ist die Beförderung in einem offenen Fahrzeug, wie zum Beispiel in einem Pickup, offenen Kastenwagen oder in einem offenen Anhänger.“

Gefahren lassen sich vermeiden, wenn die Transportstrecke so kurz wie möglich gewählt wird. Um nicht nur gesundheitliche Folgen auszuschließen, sondern auch handfeste Bußgelder – für den Fahrer in Höhe von regelmäßig mindestens 300 Euro – sollte beim Transport unbedingt auf ausreichende Ladungssicherung geachtet werden. Überdies müsse die Flasche „getüvt“ sein. Nach dem Erwerb der ersten Flasche könne man diese im Handel gegen eine volle eintauschen. Das Wiederbefüllen von Gasflaschen an Flüssiggastankstellen ist verboten. Ralf Langsdorf berichtet: „Besonders schlaue Zeitgenossen basteln sich Adapter, um ein paar Cent zu sparen.“ Da der automatische Füllstopp der Zapfsäule hierbei jedoch versage, sei das Ansinnen lebensgefährlich.

Zwischen der Gasflasche und dem Endgerät sollte immer ein Druckregelgerät – auch Druckminderer genannt – installiert werden, da der Grill dem unmittelbaren Flaschendruck nicht gewachsen ist. Dazu sagt Susanne Eisenhuth: „Solche Druckminderer gehören in der Regel zum Lieferumfang jeden Gasgrills.“ Andernfalls sei der Betriebsdruck in der Betriebsanleitung nachzuschlagen. Die Experten empfehlen den Einsatz von Druckminderern, die über den „Camping-Standard“ hinausgehen und auch im Profibereich Verwendung finden. Diese Geräte bieten zusätzliche Sicherheitsfunktionen, wie eine integrierte Schlauchbruchsicherung und Überdrucksicherung. „Sie sind zwar etwas teurer als einfache Druckminderer, erhöhen aber für Mehrkosten von etwa 20 Euro die Sicherheit erheblich“, rät sie.

Alle Schlauchverbindungen sollten vor der Inbetriebnahme auf Dichtheit überprüft werden. Dazu können sogenannte „Lecksuchsprays“ verwendet werden, auf keinen Fall aber Streichhölzer oder ein Feuerzeug. „Bilden sich nach dem Aufsprühen Bläschen, muss das Flaschenventil sofort geschlossen werden“, warnt Ralf Langsdorf. Schläuche sollten außerdem niemals zu großer Hitze ausgesetzt werden. © RP-Gießen