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Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich übergibt Bescheid in Höhe von 75.000 € im Wetzlarer Rathaus

„Es bleiben ihre Gemeinden, ihr Wasserverband und ihre Mitarbeiter“

 – Drei Kommunen und der WBV rechnen Bezüge gemeinsam ab

Gießen/Wetzlar. „Interkommunale Zusammenarbeit ist ein Thema, das ich sehr gut finde und von dem gerade kleinere Gemeinden profitieren“, sagt Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich im Rathaus von Wetzlar. Seit 2014 rechnet die Stadt die Bezüge für die Gemeinde Sinn ab. Ein Jahr später stießen auch die Gemeinde Hüttenberg und der Wasserverband Wasserbeschaffungsverband Wasserwerke Lahndill-Süd (WBV) zu dem Vorhaben hinzu. Durch ihre Zusammenarbeit konnten die vier Partner jährliche Kosten von 56.000 Euro sparen. Gefördert wurde das Projekt durch das Land Hessen, für das der RP nun den Förderbescheid über 75.000 Euro an die Beteiligten übergab.

„Die Welt wird immer schwieriger und komplexer. Da können kleine Gemeinden so tiefgehende Dinge wie zum Beispiel Bezügeabrechnungen kaum mehr leisten. Deshalb freut es mich, dass auch solche Themen gemeinschaftlich gedacht werden“, lobt RP Ullrich das Projekt. Dabei beträfe die Zusammenarbeit in der Abrechnung vor allem Bereiche im Hintergrund der Verwaltung – die Personalhoheit bleibe in der Hand der jeweiligen Partner. Für die Mitarbeiter ändert sich nichts: „Es bleiben ihre Gemeinden, ihr Wasserverband und ihre Mitarbeiter“, betont Christoph Ullrich.

Wetzlars Oberbürgermeister Manfred Wagner stimmt zu: „Die Zeiten, in denen jede Kommune für sich alleine stehen kann, sind vorbei.“ Es sei sinnvoll zu schauen, wie gleiche Aufgaben auch gemeinsam wahrgenommen werden könnten. Natürlich habe eine große Verwaltung wie die der Stadt Wetzlar ganz andere Prozesse, um auch gegen Fehler abgesichert zu sein – zum Beispiel bei der Rechts- und Tarifsicherheit von Personalverträgen. Dennoch sei das gute Ergebnis erst durch die Abstimmung und Optimierung mit den Partnern aus Sinn, Hüttenberg und vom WBV ermöglicht worden. Insgesamt zeigte sich, dass die Effizienz der Verwaltung um 70 Prozent gesteigert werden konnte.

„Bei solchen komplexen Aufgaben ist es immer gut, mit der Stadt Wetzlar einen größeren Partner zu haben“, sagt Hans-Werner Bender, Bürgermeister der Gemeinde Sinn. Die Erfahrungen aus anderen Zusammenarbeiten zeige, dass alle Partner immer auf Augenhöhe arbeiten. OB Wagner nickt: „Im Grunde kochen wir alle, egal welche Größe unsere Verwaltung hat, mit dem selben Wasser.“

Mahnende Worte gibt es zum Abschluss von RP Ullrich: „Wir geben alle das Geld der Steuerzahler aus und das verpflichtet uns, sorgsam damit umzugehen.“ Deshalb sei es immer eine gute Idee, Qualitäten in der Verwaltung zu verbessern und Prozesse zu optimieren. „Hüttenberg hat die Zusammenarbeit schon etwas in Euro und Cent gebracht“, sagt Rudi Weber, Erster Beigeordneter der Gemeinde. Auch Hubert Koch, Verbandsvorsteher des WBV, stimmt überein: „Für den Verband war die Entscheidung für dieses Projekt eine klare Sache, denn am Ende profitiert der Verbraucher durch niedrigere Preise von der wirtschaftlichen Optimierung.“ © RP-Gießen