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Projekt zur Gesichtserkennung erfolgreich·Testergebnisse veröffentlicht – Systeme haben sich bewährt

Am 31. Juli 2018 endete der Test der Gesichtserkennungssysteme am
Bahnhof Berlin-Südkreuz. Die jetzt abgeschlossene Auswertung der
Testergebnisse zeigt, dass Gesichtserkennungssysteme in Zukunft einen
wesentlichen Mehrwert für die polizeiliche Arbeit, insbesondere der
Bundespolizei, darstellen können.

Egal ob eine oder mehrere Personen den Testbereich durchschreiten, die
Personen eine Brille oder einen Schal tragen, die Systeme erkennen
Gesichter zuverlässig. Sie funktionieren bei Tag und Nacht - sowohl mit
guten Vergleichsbildern als auch mit Bildern schlechterer Qualität.
Auf Grundlage der Testergebnisse ist Bundesinnenminister Horst Seehofer
im Hinblick auf eine mögliche Einführung in der Zukunft zuversichtlich:
„Die Ergebnisse zeigen, dass die Technik zur Gesichtserkennung unsere
Polizistinnen und Polizisten im Alltag erheblich unterstützen kann. Die
Systeme haben sich in beeindruckender Weise bewährt, so dass eine breite
Einführung möglich ist. Wir können damit in bestimmten Bereichen die
Polizeiarbeit noch effizienter und effektiver gestalten und damit die Sicherheit
für die Bürgerinnen und Bürger verbessern.
Die durchschnittliche Trefferrate liegt bei dem besten getesteten System
unter realistischen Testbedingungen bei über 80%. Das heißt: In über 80%
der Fälle wurden die Testpersonen durch die Systeme zuverlässig erkannt.
Weitere Optimierungen und höhere Trefferraten sind technisch möglich.
Die Falschtrefferraten (z.B. System erkennt Person A, es handelt sich jedoch
um Person B) liegen durchschnittlich bei unter 0,1%. Das bedeutet, dass bei
1000 Abgleichen auf einem Bahnhof lediglich ein einziger Abgleich durch
das System fehlerhaft erkannt wird. Dieser Wert lässt sich aber durch
Kombination verschiedener Systeme technisch auf bis zu 0,00018% und
damit auf ein verschwindend geringes Maß reduzieren. Die Systeme haben
sich damit für einen Einsatz im Polizeialltag bewährt.
Der Präsident des Bundespolizeipräsidiums, Dr. Dieter Romann, sagt: „Die
Technik erleichtert es, Straftäter ohne zusätzliche Polizeikontrollen zu
erkennen und festzunehmen. Dies bedeutet einen erheblichen
Sicherheitsgewinn.“

Die getesteten Systeme sollen dabei jedoch nur alarmieren, nicht
entscheiden. Einer Alarmierung folgt in jedem Fall eine Bewertung durch
Polizistinnen oder Polizisten, ob der automatisch generierte Treffer ein
polizeiliches Einschreiten erfordert und welche Maßnahmen ergriffen
werden müssen.
Nach erfolgreichem Abschluss des Tests ist nun zu entscheiden unter
welchen Bedingungen und in welchem Umfang die Technik künftig zum
Einsatz kommen soll. Hierbei müssen auch der Datenschutz und das Recht
auf informationelle Selbstbestimmung beachtet werden. Die dafür
erforderlichen Gespräche werden jetzt zeitnah aufgenommen.
Der Bundesinnenminister spricht sich dafür aus, im Falle einer Einführung
zunächst eine klarstellende Rechtsgrundlage im Bundespolizeigesetz zu
schaffen, aus der die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für den
Einsatz von Systemen zur Gesichtserkennung und sonstiger intelligenter
Videoüberwachung klar hervorgehen.
Hintergrundinformationen:
Im Rahmen des gemeinsamen Pilotprojektes „Sicherheitsbahnhof Berlin
Südkreuz“ von Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat,
Bundespolizei und Deutsche Bahn AG wird der Nutzen von intelligenter
Videoanalysetechnik für polizeiliche und unternehmerische Zwecke
erprobt. Das Bundeskriminalamt berät hierbei. Das Projekt „Intelligente
Videoanalyse“ gliedert sich in zwei Teilprojekte:
Im ersten Teilprojekt wird der Nutzen von biometrischer Gesichtserkennungstechnik
in Live-Videoströmen der Überwachungskameras der
Deutschen Bahn AG für polizeiliche Zwecke getestet. Eine inhaltliche
Beteiligung der Deutsche Bahn AG besteht hier nicht, sie stellt lediglich die
bestehende technische Infrastruktur zur Verfügung. Das Teilprojekt 1 hatte
am 1. August 2017 begonnen und endete nach einem Jahr am 31. Juli 2018.
In diesem Erprobungszeitraum konnten Jahreszeiten,
Witterungsbedingungen und Lichtverhältnisse umfassend abgebildet
werden. Der Test erfolgte auf Grundlage eines detaillierten
Datenschutzkonzeptes. Bei der biometrischen Gesichtserkennung wurde
nicht von jeder Person die Identität festgestellt. Vielmehr fand - ungeachtet
der Identität der freiwilligen Teilnehmerinnen und Teilnehmer - ein
Abgleich mit einer Testdatenbank statt. Die freiwilligen Teilnehmerinnen
und Teilnehmer hatten zuvor schriftlich in die Teilnahme eingewilligt.
Im zweiten Teilprojekt sollen voraussichtlich ab Januar 2019 intelligente
Videoanalysesysteme für die Behandlung und Auswertung verschiedener
Gefahrenszenarien durch die Deutsche Bahn AG und die Bundespolizei
erprobt werden. Dabei sollen u.a. Gefahrensituationen wie das Erkennen
hilfloser Personen oder stehengelassener Gegenstände automatisiert
erkannt und gemeldet werden. Die Federführung für dieses Teilprojekt liegt
bei der Deutsche Bahn AG.

Der Abschlussbericht des Bundespolizeipräsidiums zum Test der
Gesichtserkennungssysteme steht auf www.bundespolizei.de zum
Download bereit. © BMI

https://www.bundespolizei.de/Web/DE/04Aktuelles/01Meldungen/2018/10/181011_abschlussbericht_gesichtserkennung.html;jsessionid=202E78CB0CED4585C2B25E91C41B542E.2_cid324