Springe zum Inhalt

Prävention für Unternehmen wichtiger denn je

Thema Geldwäsche: Regierungspräsidium Gießen informiert über Möglichkeiten
zum Schutz beim Handel mit hochwertigen Gütern

Gießen. „Geldwäsche richtet einen erheblichen Schaden im Wirtschaftsstandort Deutschland und seinen Unternehmen an“, sagt Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich. „Der macht auch vor unserem Bezirk zwischen Limburg und Schlitz, Münchhausen und Hungen nicht Halt.“ Das Regierungspräsidium Gießen informiert deshalb darüber, wie sich Verbraucher und Unternehmen vor allem bei dem Handel von hochwertigen Gütern schützen können.

„Zur Branche der hochwertigen Güter zählen der Handel mit Edelmetallen, Kupfer, seltenen Erden, Edelsteinen, Schmuck und Uhren, Kunstgegenständen sowie Antiquitäten und Kraftfahrzeugen“, erläutert Dr. Silvia Heckmann als zuständige Dezernentin für Geldwäscheprävention im RP Gießen. Eine zentrale Schutzstrategie ist es, die Unternehmen durch einen eigenen Geldwäschebeauftragten besonders zu sensibilisieren. „Bereits in Betrieben mit mehr als zehn Mitarbeitern besteht eine große Gefahr von Informationsverlusten und -defiziten und der Anonymisierung innerbetrieblicher Vorgänge“, sagt die Expertin.

Unternehmen, die bargeldintensiv mit entsprechend hochwertigen Gütern handeln, müssen daher einen Geldwäschebeauftragten sowie einen Stellvertreter bestellen und beim RP Gießen gemeldet werden. Zur Erleichterung bietet das Regierungspräsidium einen Vordruck an. Dieser ist auf der RP-Internetseite (www.rp-giessen.hessen.de) unter „Inneres & Arbeit“, weiter in „Gefahrenabwehr“ und dann unter „Geldwäschegesetz“ zu finden. Hier stehen auch weitere aktuelle Informationen zum Thema Geldwäscheprävention bereit. Für weitere Adressaten des Geldwäschegesetzes, etwa bestimmte Finanzunternehmen, besteht eine unmittelbare gesetzliche Verpflichtung, einen Beauftragten an das zuständige Regierungspräsidium zu melden. Bei Immobilienmaklern und Versicherungsvermittlern ist vorgesehen, im Einzelfall einen Geldwäschebeauftragten zu bestellen.

„Erhöhte Risiken gibt es auch für hier ansässige Unternehmen bei Transaktionen in bestimmte Staaten“, berichtet Dr. Silvia Heckmann weiter. Folgende Drittstaaten hatte die Europäische Kommission bereits mit hohem Risiko benannt: Afghanistan, Bosnien und Herzegowina, Guyana, Irak, Demokratische Volksrepublik Laos, Syrien, Uganda, Vanuatu, Jemen, Iran und die Demokratische Volksrepublik Korea (Nordkorea). Neu hinzugekommen sind Äthiopien, Sri Lanka, Trinidad und Tobago sowie Tunesien. „Transaktionen in diese Staaten lösen nach dem Geldwäschegesetz unmittelbar erhöhte Sorgfaltspflichten aus“, weist die RP-Expertin auch auf die Notwendigkeit hin, dies zu dokumentieren.

Aktuelle Berichte zu diesem Thema zeigen: Geldwäscheaktivitäten sind längst nicht gebannt. „Umso wichtiger ist es aus Unternehmersicht, den eigenen Betrieb vor solchen Risiken zu schützen und als Verbraucher die Prävention bei hohen Bargeldgeschäften oder risikobehafteten Geschäftsbeziehungen aktiv durch Identifikationsmaßnahmen zu unterstützen“, sagt Dr. Silvia Heckmann.

Für Fragen zum Thema Geldwäscheprävention hat das Regierungspräsidium Gießen eine Hotline unter Telefon 0641 303-3388 eingerichtet. © RP-Gießen