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POL-VDKO: Abfalltransport auf Autobahn stillgelegt – Fahrer schon 20 Stunden ohne Tagesruhezeit unterwegs

Am Mittwoch, 14.11.2018, gegen 20:30 Uhr kontrollierte die Schwerverkehrskontrollgruppe der Verkehrsdirektion Koblenz auf der BAB 61, Parkplatz "Struth" einen aus einem westeuropäischen Nachbarstaat kommenden Lastzug. Sowohl auf dem LKW, als auch auf dem Anhänger befanden sich Container, welche mit Altmetallen zur Wiederverwertung befüllt waren.

Im Rahmen der Kontrolle wurde festgestellt, dass die Anhängerdeichsel erheblich verbogen war und die Gesamthöhe circa 4,10 Meter, statt der erlaubten 4,00 Meter, betrug. Auch waren die Container stark verformt und wiesen teilweise eine Breite von nahezu 2,80 Meter auf. Da ohne entsprechende Genehmigungen nur eine Breite von 2,55 Meter zulässig ist, lag hier eine Überschreitung um nahezu 0,25 Meter vor.

Die Überprüfung der Lenkzeiten des Fahrers ergab, dass der Fahrer zeitweise eine fremde Fahrerkarte einsetzte, um Fahrzeiten aufzuzeichnen. Hierdurch wollte er auf seiner eigenen Fahrerkarte, insbesondere durch falsche manuelle Nachträge, Lenkzeitverstöße kaschieren. Anhang einer Auswertung des Massenspeichers des Fahrtenschreibers konnte der Kontrolleur jedoch zweifelsfrei feststellen, dass der Fahrer bis zum Kontrollzeitpunkt bereits seit ungefähr 20 Stunden mit dem Lastzug unterwegs war. Eine Tagesruhezeit hätte dieser aber bereits nach einer Lenkzeit von maximal 10 Stunden einlegen müssen.

Bezüglich des verladenen Altmetalls konnte der Fahrer keinerlei Nachweise vorlegen. Da es sich um eine grenzüberschreitende Abfallverbringung handelte, hätten verschiedene abfallrechtliche Bestimmungen eingehalten werden müssen. In diesem Zusammenhang stehende Folgeermittlungen dauern noch an.

Die Weiterfahrt wurde untersagt und eine Ruhezeit angeordnet. Eine Weiterfahrt wird erst wieder gestattet, wenn die abfallrechtlichen Fragen geklärt sind und ein ordnungsgemäßer technischer Zustand, insbesondere durch Austausch der beschädigten Anhängerdeichsel, hergestellt ist. Der Fahrer musste vor Ort eine Sicherheitsleistung in Höhe von 800,- EUR hinterlegen.

© Verkehrsdirektion Koblenz