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Passend zur Winterzeit: Vorsicht bei Duftkerzen und Aromaölen

Regierungspräsidium Gießen gibt Tipps zum Kauf und Umgang mit Duftstoffen, die gesundheitsschädlich sein können

Gießen. Die Winterzeit ist eine Jahreszeit für Genussmenschen. Orangen, Zimt, Vanille oder Anis – das ist der klassische Duft gemütlicher Nachmittage und Abende zu Hause. Für das Wohlbefinden werden dazu Schalen mit ätherischen Ölen oder Duftkerzen aufgestellt und zuweilen Raumsprays benutzt. „Duftstoffe gehören zur Weihnachtszeit genauso wie Lebkuchen und Plätzchen und erfreuen sich daher großer Beliebtheit. Darum gilt es, bei Kauf und Anwendung einige Dinge zu beachten“, berichtet Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich. „Denn sie enthalten oft allergieauslösende Inhaltsstoffe, zum Beispiel Limonen oder Citral“, ergänzt Dr. Hilde Weigand, die Leiterin des zuständigen Arbeitsschutzdezernates des Regierungspräsidiums Gießen (RP).

Grundsätzlich sind viele Aroma- und Duftöle bedenklich für Mensch und Umwelt. Selbst der Hinweis „100% pflanzlich“ und „bio“ auf der Verpackung bedeutet nicht, dass eine Substanz unschädlich ist. Natürliche ätherische Öle sind auch als gefährliche Substanzen eingestuft, obwohl sie aus Pflanzen gewonnen werden. „Manche ätherischen Öle können in zu hoher Konzentration die Haut und Schleimhäute reizen oder Allergien auslösen. Insbesondere Kinder, Asthmatiker oder Menschen mit empfindlichen Atemwegen sind dafür besonders anfällig und können mit Beschwerden wie Atemnot, Schwindel oder Augentränen reagieren“, so der Hinweis der Arbeitsschützer.

Beim Kauf von Aromaölen und Raumdüften sollte daher darauf geachtet werden, dass der Gehalt an allergisierenden Stoffen im Produkt möglichst gering ist. Auch die richtige Anwendung ist entscheidend: Wird Duftöl auf eine Oberfläche geträufelt, verdunstet es langsam im Raum. Beim Verdampfen hingegen wird in kurzer Zeit eine größere Menge in die Raumluft abgegeben. Grundsätzlich gilt: Weniger ist mehr. Bereits mit kleinen Mengen lässt sich ein angenehmer Raumduft erzeugen. „Verbraucher sollten mit Duftlampen, Duftkerzen und Raumsprays sparsam umgehen und auf die Dosierung achten“, so der Rat der Arbeitsschützer. „Und nicht vergessen: Auch wenn es gut riecht – immer gut lüften, spätestens vor dem Schlafengehen.“ Wichtig ist zudem, dass direkter Hautkontakt mit den Flüssigkeiten vermieden wird und die Behältnisse immer außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Sollte dennoch etwas verschluckt werden: Giftnotruf wählen (in Hessen: 06131/19240) und möglichst die Produktverpackung bereithalten.

Arbeitsschützerin Betina Schuch weist außerdem darauf hin, dass Aromaöle, Duftflüssigkeiten sowie Kerzen und Raumsprays bei bestimmten Inhaltsstoffen entsprechend den Bestimmungen der Chemikaliengesetzgebung als gefährliche Gemische verpackt und gekennzeichnet werden müssen. Hersteller sind verpflichtet, auf dem Etikett Hinweise zur sensibilisierenden Wirkung und sonstigen gefährlichen Eigenschaften anzugeben. Dazu befinden sich auf den kleinen Flaschen, Behältnissen und Verpackungen entsprechende Gefahrensymbole und -hinweise. Ab dem 1. Januar 2021 gibt es ein weiteres Kennzeichnungselement für Verbraucherprodukte mit gefährlichen Inhaltsstoffen: den UFI, eine produktbezogene 16-stellige Kennnummer. UFI steht für „Unique Formula Identifier“, zu Deutsch: eindeutiger Rezeptur-Identifikator. „Im Notfall kann die Giftnotrufzentrale über den UFI das Produkt eindeutig zuordnen und schnell die wichtigsten Informationen weitergeben“, betont Dezernatsleiterin Hilde Weigand.

Für weitere Auskünfte, auch zu anderen Verbraucherprodukten, stehen die Arbeitsschutzdezernate des Regierungspräsidiums Gießen unter der Mailadresse arbeitsschutz-giessen@rpgi.hessen.de und dem Betreff „Aromaöle“ zur Verfügung. © RP-Gießen