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Ölgemälde des Stipendiaten Peter Paul Stillger der Amtmann-Finger-Stiftung übergeben

II. Curator Hans Saufaus (in der Funktion des stellvertretenden Ortsgerichtsvorstehers) mit Dieter Ehrlich und dem I.Curator Bürgermeister Frank Groos

Brechen. Nach über 140 Jahren im Familienbesitz übergab Dieter Ehrlich dem Stiftungsrat ein Bild, welches der Stipendiat, Peter Paul Stillger (1852-1928), der Stiftung im Jahre 1879 gemalt hatte. Eduard von Gebhard (1833-1925) war der Lehrer an der Kunstakademie in Düsseldorf von Peter Paul Stillger, der auch vielen als „Küsterpeter“ bekannt sein könnte.

Am 4.2.1802 verfügte Johannes Jakob Finger (seinerzeit Amtsverwalter und Kellner (damals: Beamter des Landesfürsten und dessen Steuereintreiber)) sein Testament – somit ein schönes Geschenk an die Stiftung zum 220.Jahrestag der Testamentverfügung.

Der Stiftungsrat unter funktionellem Vorsitz des jeweils aktuellen Bürgermeisters sowie eines Curators sowie weiteren Mitgliedern aus den verschiedenen Gemeindefraktionen ist für die Verwaltung des Stiftungsvermögens zuständig. So wie heute Anträgen von Stipendiaten/innen die Möglichkeit gegeben werden kann, in den Genuss einer Förderung zu kommen, so war es seinerzeit Peter Stillger, der die angesehene Kunstschule in Berlin besuchen konnte. Die Amtmann-Finger-Straße, im Ortsteil Niederbrechen gelegen erinnert genauso an den Stifter, wie auch verschiedene Liegenschaften im Ort, wie die Diakoniestation oder die beiden Mietshäuser in den Wallgärten und in der Lindenstraße, die ebenso zum Stiftungsvermögen zählen, wie zahlreiche landwirtschaftlich genutzte Grundstücke. Sein Vermögen vermachte Amtmann Finger wortreich und kompliziert seinen Angehörigen auf Zeit. Gleichzeitig verfügte er jedoch, dass "nach Verschleiß dieser Zeit" ein fortwährendes Stipendium für die in dem Flecken Niederbrechen gebürtige und in christlich-apostolisch-römisch-katholischer Religion erzogene Jugend beiderlei Geschlechtes gewährt werden sollte, damit diese etwas lernen und sich selbst vorsorgen können. Zur Verwaltung des Stiftungsvermögens bestimmte er zwei „Curatoren“, einen aus dem Gerichte und einen aus dem Ortsvorstand.
Die Stipendiaten werden vom Verwaltungsrat mit einfacher Mehrheit gewählt. Sie müssen ihren 1. oder 2. Wohnsitz in der Gemeinde Brechen haben, vorrangig sind Stipendiaten aus Niederbrechen zu berücksichtigen, es werden aktuell aber auch Institutionen aus anderen Ortsteilen mit einem Stipendium unterstützt.. Die Stipendien werden grundsätzlich für einen Zeitraum von vier Jahren gewährt. Sie können im Bedarfsfalle verlängert werden und, wenn besondere Gründe dafür vorliegen, entzogen werden. Die Höhe des Stipendiums wird in der aktuellen Satzung auf maximal 750,00 € pro Kalenderjahr festgeschrieben. Sofern nicht ausreichend Stipendiaten vorhanden sind, können nach der aktuellen Satzung "mit Erziehung beauftragte Institutionen" bedacht werden. Die Stiftungsaufsicht legt allerdings großen Wert darauf, dass nach dem Willen des Stifters nach wie vor die individuelle Förderung im Vordergrund steht.
Wer sich intensiver mit der Amtmann-Finger'schen-Stipendienstiftung auseinander setzen möchte, kann sich an deren I. Curator, Bürgermeister Frank Groos, wenden. Auf die seit dem Jahr 2012 gültigen Vergaberichtlinien für die Stiftungsmittel und die im Internet verfügbaren Förderanträge wird an dieser Stelle besonders hingewiesen. Mehr Informationen dazu gibt es auch auf der Webseite der Gemeinde: www.Gemeinde-Brechen.de © Peter Ehrlich / FOTO-EHRLICH.de

Bernhard Höhler, Jürgen Arnold, Peter Neukirch, Hans Saufaus, Werner Schneider, Dieter Ehrlich, Wolfgang Höhler und Bürgermeister Frank Groos