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Obsternte in Gefahr 

Apfelbaumgespinstmotte breitet sich in Hessen aus –
Experten vom Regierungspräsidium Gießen informieren Betroffene

Gießen. Die Apfelbaumgespinstmotte war in der Vergangenheit vor allem im Südhessischen zu finden. Mittlerweile breitet sich der Schädling aber in ganz Hessen aus und bedroht wesentliche Teile der Obsternte.

„Die Experten des Regierungspräsidiums Gießen können Betroffene über Schutzmaßnahmen informieren, damit die diesjährige Apfelernte besser ausfällt als im letzten Jahr“, sagt Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich.

Vor allem im Streuobstanbau und in Kleingärten tritt die Gespinstmotte in Erscheinung. Warum sich der kleine Schädling so unerwartet und explosionsartig ausgebreitet hat, ist unklar. Für den Erwerbsobstbau stellt die Motte keine Probleme dar, weil sie bei Standardbehandlungen zum Beispiel gegen Frostspanner und Blattläuse quasi nebenbei bekämpft wird.

Michael Fischbach, Pflanzenschutzexperte beim RP Gießen warnt: „Starker Blattfraß, das Einspinnen von Astpartien und sogar ganzen Bäumen mit einem weißen Gespinst sind Schäden, die durch die Apfelbaumgespinstmotte verursacht werden.“ Durch die diesjährige Witterung können jedoch exakte Bekämpfungstermine gegen die Motte bestimmt werden, ergänzt er.

Die Larven, haben den Winter geschlüpft überdauert. Im zeitigen Frühjahr leben sie dann etwa 3 Wochen in Blättern. Wenn die Raupen die Blätter verlassen und zur Triebspitze wandern ist der Bekämpfungszeitpunkt optimal. Denn hat die zukünftige Motte einmal begonnen, ein Gespinst zu weben, ist die Bekämpfung schwierig. „Das Gespinst dient den heranwachsenden Larven als Kokon. Pflanzenschutzmittel sind ab diesem Zeitpunkt nutzlos“, sagt Michael Fischbach.

Informationen zum Schädling, Möglichkeiten der Bekämpfung, Bekämpfungstermine und Nützliche Tipps erhalten die betroffenen Bauern und Kleingärtner auf der Internetseite des Pflanzenschutzdienstes beim RP Gießen: https://pflanzenschutzdienst.rp-giessen.de. © RP-Gießen