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Neuregelungen im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz

Mehr Freiräume für Familien

Neuregelungen im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz: RP Gießen zieht positive Bilanz – Mehr als die Hälfte der Anträge geht online ein

Gießen. Familien noch mehr Freiräume verschaffen – das ist Ziel der Neuregelungen im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG). Drei Monate nach Inkrafttreten zeigt sich: „Die neuen Regelungen werden gut angenommen“, zieht der Gießener Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich eine erste positive Bilanz. Seine Behörde ist fachlich zuständig, wenn es um das Thema Elterngeld geht. Außerdem sind die sechs Versorgungsämter in Hessen, in denen die Anträge bearbeitet werden, dem Regierungspräsidium (RP) nachgeordnet.

„Eltern von Kindern, die ab dem 1. September 2021 geboren wurden, können sich über Verbesserungen beim Elterngeld freuen“, heißt es aus dem RP-Dezernat. Unter anderem wird die Aufteilung von Erwerbs- und Familienzeiten zwischen beiden Elternteilen weiter unterstützt. Die Anhebung der maximal zulässigen Arbeitszeit von bisher 30 auf jetzt 32 Wochenstunden bedeutet zum einen deutlich mehr Flexibilität. Zum anderen lassen sich Familie und Beruf besser vereinbaren. „Davon profitieren letztlich alle: aktive Väter, beruflich engagierte Mütter und auch familienorientierte Unternehmen“, betont das RP.

Die Fachleute erwarten, dass vermehrt Partnermonate in Anspruch genommen werden, die von dem anderen Elternteil beantragt werden können. Auch die Nachfrage beim sogenannten Partnerschaftsbonus wird größer. Mit diesem zusätzlichen Baustein können die Eltern das Familieneinkommen gemeinsam absichern und bei der Zeiteinteilung für die Familie flexibel bleiben. Diese auf mindestens zwei und maximal vier Monate begrenzte zusätzliche Zeit des Elterngeldbezuges setzt eine Teilzeit-Erwerbstätigkeit im Umfang von 24 bis 32 Wochenstunden voraus und muss von beiden Elternteilen parallel in Anspruch genommen werden. Damit können beispielsweise wichtige berufliche Projekte und die Ausführung von Sonderaufträgen auch trotz Kinderbetreuung weiterhin begleitet werden. „Der bisherige Beratungsbedarf zeigt: Die veränderten Regelungen zum Partnerschaftsbonus sind für viele erwerbstätige Eltern interessant“, sagen die Fachleute.

Darüber hinaus gibt es eine Neuregelung für Eltern von besonders früh geborenen Kindern. In dieser herausfordernden Situation können die Eltern bis zu vier zusätzliche Basis-Elterngeldmonate beantragen. Bei einer Geburt von mindestens sechs Wochen vor dem errechneten Termin ist ein zusätzlicher Monat Basiselterngeld möglich, bei mindestens acht Wochen sind es zwei zusätzliche Monate, bei mindestens zwölf Wochen drei Monate und bei mindestens 16 Wochen vier zusätzliche Monate.

Neu ist auch: Die bisherige Einkommensgrenze in Höhe des zu versteuernden Familieneinkommens von 500.000 Euro (gilt für alle Partnerschaftsformen) wurde auf 300.000 Euro herabgesetzt. Für den Elterngeldanspruch von Alleinerziehenden gilt weiterhin eine Begrenzung auf Erwerbseinkommen in Höhe von maximal 250.000 Euro.

Wichtiger Hinweis für alle Eltern, egal ob ihr Kind vor oder nach dem 1. September 2021 geboren wurde: Sie können das Elterngeld seit nunmehr zwei Jahren auch im Internet beantragen (www.elterngeld.hessen.de). Mehr als die Hälfte der Anträge in Hessen geht mittlerweile online ein, freuen sich die Verantwortlichen.

Weitere Informationen zu den gesetzlichen Neuregelungen und den Gestaltungsmöglichkeiten des Elterngeldbezugs gibt es auf der Internetseite des Regierungspräsidiums Gießen unter www.rp-giessen.de unter der Rubrik „Soziales“ und dann bei „Elterngeld“. Hier finden sich auch die Kontaktdaten der Hessischen Ämter für Versorgung und Soziales in Gießen, Kassel, Fulda, Wiesbaden, Frankfurt und Darmstadt sowie deren örtliche Zuständigkeiten. Eine Neuerung gibt es beim Gießener Amt: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Elterngeldstelle sind dort ab sofort unter der Telefonnummer 0641 7936-600 erreichbar. Wichtige Informationen zum Elterngeld gibt es außerdem auf der Homepage des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration unter www.familienatlas.de. © RP-Gießen