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Neue Lichfield-Brücke: Mehr Platz für Radler und Fußgänger

Erst war der Weg mit einer Breite von 2,50 Meter geplant, dann mit drei Metern, jetzt können es 3,50 Meter werden. Die Rede ist von dem künftigen Rad-Geh-Weg, der als separates Bauwerk entlang der neuen Lichfield-Brücke die Lahn überqueren soll.

Auch wenn es noch Zukunftsmusik ist (vorgesehener Baubeginn 2022), der Weg darf nun mit einer lichten Breite von 3,50 Meter geplant werden. Das hat die Stadt nun schriftlich, Absender ist der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Die Zusage schickte er zunächst an den Bundestagsabgeordneten Klaus-Peter Willsch, der sie an Limburgs 1. Stadtrat Michael Stanke weiterleitete. „Das ist eine gute Nachricht, denn eine Fahrbahnbreite von 3,50 Meter bietet mehr Sicherheit für alle Beteiligten und erhöht damit natürlich auch die Akzeptanz“, zeigt sich Stanke zufrieden mit dem Breitenzuwachs von 50 Zentimeter. Gegenüber den ursprünglichen Plänen beträgt das Plus sogar einen Meter, denn es war zunächst nur ein kombinierter Rad-Geh-Weg mit einer Breite von 2,50 Meter vorgesehen.

„Das wäre natürlich viel zu wenig gewesen, da unser mittelfristiges Ziel die Steigerung des Anteils des nicht motorisierten Individualverkehr in der Stadt ist. Wer solche Verkehrsziele auch vor dem Hintergrund von Luftbelastungen, die teilweise noch deutlich über dem Grenzwert liegen, umsetzen will und muss, benötigt natürlich auch Alternativen“, macht Stanke deutlich. Und die wären mit einem kombinierten Rad-Geh-Weg mit einer Breite von 2,50 Meter an der noch zu bauenden neuen Lichfield-Brücke nicht gegeben gewesen.

Vor allem deshalb nicht, weil es an der künftigen Brücke nur an der zur Innenstadt liegenden Seite eine Möglichkeit für Fußgänger und Radler geben wird, den Fluss zu überqueren. Heute gibt es auf beiden Seiten separate Wege mit einer Breite von jeweils zwei Metern, wobei nur die zur Innenstadt liegende Seite auch für Radverkehr zugelassen ist.

„Ich bin dem Bundestagsabgeordneten Klaus-Peter Willsch sehr dankbar, dass er sich in Berlin und in dem Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur für einen breiteren Weg eingesetzt hat“, macht Stanke deutlich. In der Diskussion um die neue Brücke und die Breite des Rad- und Gehwegs haben sich auch Hessen Mobil als Fachbehörde sowie die Landesministerin Priska Hinz und ihr Kollege Tarek Al-Wazir für die Limburger Interessen stark gemacht und gegenüber dem Bund für eine Verbreiterung geworben.

Nach Angaben vom Muyessire Laux, Abteilungsleiterin für Verkehrsplanung in der Stadtverwaltung, hat es den ersten Erfolg bei einer gemeinsamen Ortsbesichtigung im Dezember 2018 gegeben, als das künftige Bauwerk mit Vertreterinnen und Vertretern aus dem Bundesministerium und der hessischen Straßenbauverwaltung erörtert wurde. Wie der Staatsekretär Enak Ferlemann in seinem Brief schreibt, wurde bei diesem Termin deutlich, dass aufgrund der Länge der Brücke über die Lahn sowie der Vorlandbrücke über den Schleusenkanal mit Rampenbauwerk ohne Anschlussradwege besondere Verhältnisse vorliegen. Im Ergebnis dieser Erörterung sei dann eine Breite von drei Meter vereinbart worden.

Weitere Einwände mit dem Ziel, doch auf vier Meter zu verbreitern folgten. Deshalb hat sich die Fachabteilung des Ministeriums in Zusammenarbeit mit der hessischen Straßenbauverwaltung noch einmal intensiv mit den Bedingungen der Radverkehrswegeführung im Umfeld der Lichfieldbrücke befasst. Eine Abweichung vom bestehenden Standard von 2,50 Meter ist demnach aufgrund der Bedeutung der Verbindung für Radfahrer und Fußgänger unstrittig. Eine Überbreite von vier Metern kommt nach Einschätzung des Staatssekretärs aufgrund des Nutzerverhaltens nicht in Betracht. Auch wiesen die Radverkehrsanlagen im direkten Anschluss an die Brücke, für die die Stadt verantwortlich zeichne, nicht den hohen Standard von Radhauptrouten auf. 3,50 Meter sind an Breite jedoch möglich, so die Zusage aus Berlin.  © Stadt Limburg