Springe zum Inhalt

Neue geophysikalische Daten über die Deutsche Nordsee in 3D

Schiffsexpedition unter Leitung der BGR erfolgreich abgeschlossen·Neue geophysikalische Daten über die Deutsche Nordsee in 3D


Mit neuen Forschungsergebnissen zur Nutzung des geologischen Untergrundes in der Deutschen Nordsee ist jetzt eine von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) geleitete Schiffsexpedition in den Hafen von Emden zurückgekehrt. Die Expedition im Rahmen des Projekts „GeoBaSIS-3D“ war zugleich die 100. Messfahrt mit dem Forschungsschiff Maria S. Merian. An der Forschungsfahrt waren auch die Universitäten Hamburg und Bremen beteiligt.

Ziel des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts ist es, Barriere-Formationen in der Nordsee zu untersuchen, die für eine mögliche Speicherung, z.B. von CO2, von großer Bedeutung sein könnten. Dazu erfasste das Forschungsteam hochauflösende reflexionsseismische Daten in 3D im Bereich des so genannten „Entenschnabels“ in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der Nordsee. Im Rahmen der Forschungen zur Nutzung des geologischen Untergrundes für die Speicherung von Fluiden wird im Rahmen des Projektes GeoBaSIS-3D die Integrität der Barriere-Formationen untersucht. Dazu gehört auch, dass mögliche Wegsamkeiten abgebildet werden. So sollen mit dem hochauflösenden Messansatz insbesondere kleinräumige Störungssysteme untersucht werden, die in herkömmlichen Datensätzen bislang nicht aufgelöst werden konnten.

Um den Einfluss der seismischen Signalquellen (Luftpulser) auf die marine Umwelt so gering wie möglich zu halten, wurde die Umgebung um das Forschungsschiff während der Ausfahrt von einem professionellen Walbeobachter überwacht. Zusätzlich war ein passives akustisches Monitoringsystem im Einsatz, welches die Umgebung nach Vokalisationen von marinen Säugern überwachte. In einem gemeinsamen Projekt mit der Stiftung Deutsches Meeresmuseum wurden bereits vor den Messungen so genannte „Klick-Detektoren“ ausgelegt, um einschätzen zu können, inwieweit seismische Messungen die Anwesenheit von Schweinswalen beeinflussen.

Im Rahmen des Projekts kam das mobile 3D-Equipment der BGR zum Einsatz. BGR-Projektleiter Dr. Axel Ehrhardt: „Bei der Durchführung hochauflösender 3D-Seismik ist Präzision notwendig. Für unseren Datensatz haben wir 105 seismische Profile in einem Abstand von 50 Metern vermessen. Dies erforderte einen konzentrierten Rund-um-die-Uhr-Einsatz vom gesamten Team über einen Zeitraum von mehreren Wochen.“ Dieser umfangreiche Einsatz ist notwendig, da die Seismik das einzige eindeutig bildgebende Verfahren der Geophysik ist, um tiefliegende geologische Strukturen abbilden zu können.

Erste Ergebnisse der Datenbearbeitung an Bord ergaben, dass dieses knapp 100 km² große Messgebiet bis zu den Sedimentschichten des Zechsteins abgebildet werden konnte. Zusätzlich wurden gravimetrische, bathymetrische und Sedimentecholot-Daten erhoben. „Mit diesem Datensatz schließen wir eine Lücke zwischen den tiefreichenden kommerziellen Daten der Industrie und den oberflächennahen Datensätzen der Universitäten“, erklärt Axel Ehrhardt. Die Daten werden nun in Hannover, Bremen und Hamburg ausgewertet und in Forschungsprojekte zur CO2 Speicherung einfließen.

Weitere Informationen
BGR - Projekte - GeoBaSIS-3D (MSM100) Geophysikalische Untersuchungen zu Barriere Strukturen und deren Integrität im Untergrund der deutschen Nordsee mittels 3D-Seismik (bund.de)
© Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)