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Neubau der Lahnbrücke bei Gräveneck: „Landesregierung interessiert sich nicht für die Belastungen der Anwohner“

LIMBURG-WEILBURG. Der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Tobias Eckert hat sich in den letzten Jahren wiederholt für den Neubau der Lahnbrücke bei Gräveneck eingesetzt, die zum Jahresende 2023 begonnen werden soll und deren Bau etwa zweieinhalb Jahre in Anspruch nehmen werde. Eckert fordert vom Land bei der Maßnahme die Belange der Umgebungskommunen und der Anwohner mit zu berücksichtigen, denn die neue Brücke werde nicht nur während ihrer Bauphase Auswirkungen auf den Verkehr haben, sondern auch nach der Fertigstellung.

„Beim geplanten zweispurigen Ausbau wird die neue Brücke auch für Lkw bis zu 40 Tonnen nutzbar, die dann
auch die Ortsdurchfahrt von Gräveneck und die Hauptstraße von Runkel Wirbelau nutzen müssen. Diese weist aber Engstellen auf, die keinen Begegnungsverkehr zulassen und damit absehbar zu Problemen führen.“, sagte Eckert. Um die Problematik zu adressieren, richtete Eckert eine parlamentarische Anfrage an die Landesregierung, unter anderem um nach den Planungen für die Bauzeit und zur Vermeidung von negativen Auswirkungen des künftig zu erwartenden Verkehrs zu fragen. „Ich erwarte von der Landesregierung eine geeignete Planung und Maßnahmen um die Belastungen von Anwohnerinnen und Anwohnern in der Umgehung der Brücke so weit wie nur möglich zu begrenzen. Umso mehr überrascht mich, dass Minister Al-Wazir keinen Handlungsbedarf sieht“, kritisierte der SPD Verkehrspolitiker.
Der grüne hessische Verkehrsminister beruft sich darauf, dass in einem Prognosezeitraum bis 2030 lediglich eine geringe Steigerung der absoluten Höhe des Pkw-Verkehrs von 800 auf 1000 Fahrzeuge pro Tag wie auch des Schwerverkehrs über 3,5 Tonnen von 20 auf 30 Fahrzeuge pro Tag auf der Brücke zu erwarten sei, woraus „sich zum aktuellen Zeitpunkt kein Handlungsbedarf für die Ortsdurchfahrten von Gräveneck und Wirbelau im Zuge des Ersatzneubaus der Lahnbrücke ableiten“ lasse.
„Diese in meinen Augen ignorante Haltung der Landesregierung geht gar nicht. Der grüne Minister Al-Wazir interessiert sich ganz offenbar nicht für berechtigte Interessen der Anwohner und die schon heute absehbaren Belastungen. Jetzt braucht es Planen und Handeln, nicht erst hinterher wenn es zu spät ist. Auch die heimischen Vertreter der Regierungsfraktionen CDU und Grüne stehen in der Pflicht mit dafür zu sorgen, dass der Minister die Anlieger der neuen Lahnbrücke nicht im Regen stehen lässt“, forderte Eckert. Mit dem Ortsvorsteher von Wirbelau, Lothar Hautzel, mit dem er zum Thema innerörtliche Verkehrsbelastung schon länger im Austausch sei bestehe Einigkeit darüber, so Eckert, dass es bereits vor dem Brückenneubau ein Gesamtkonzept für den innerörtlichen Verkehr brauche. Es wäre absurd zuerst die neue Brücke fertig zu stellen um anschließend zu überlegen wie man entstandene Probleme wieder in den Griff bekommen könne. © Swen Bastian