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Naturschutzkampagne Hessen: Gebäck nach Feldhamster-Art gesucht

„Was würde Hermann backen?“ – unter diesem Motto ist am 7. Dezember  die dritte Mitmachaktion der „Naturschutzkampagne Hessen. Für Natur. Für Vielfalt. Für uns.“ gestartet. Die Kampagne steht unter der Schirmherrschaft von Umweltministerin Priska Hinz. Sie lädt alle Menschen in Hessen ein, aus den Lieblingsspeisen des Feldhamsters ein Gebäck zu kreieren und das selbst entwickelte Rezept mitsamt Foto des fertigen Brots, Kuchens oder Plätzchens auf der Homepage der Naturschutzkampagne einzustellen. Beiträge können bis zum 28. Februar 2019 eingereicht werden. „Mit dieser Mitmachaktion wollen wir alle Menschen in Hessen für den kleinen Nager begeistern und ihnen zeigen, was sie für seinen Schutz tun können“, so Melanie Albert von der AG Feldhamsterschutz der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V., die die Mitmachaktion als Botschafterin begleitet. Der Feldhamster, der im hessischen Volksmund liebevoll „Hermann, der Hesse“ genannt wird, ist heute aufgrund der jahrzehntelangen Bekämpfung, der intensiven Landwirtschaft sowie der zunehmenden Bebauung fast ausgestorben.

Von Apfel bis Weizen: Backen für Feldhamster Hermann

Die zahlreichen Lieblingsspeisen des Feldhamsters stehen im Mittelpunkt dieser Mitmachaktion. Von Ur-Getreidesorten wie Emmer und Einkorn über Weizen, Hafer und Dinkel hin zu Möhren, Kartoffeln und Äpfeln – der Kleinsäuger ernährt sich sehr abwechslungsreich. Auch Erbsen, Luzerne und Klee sowie Sonnenblumenkerne stehen auf seinem Speiseplan. Die komplette Liste mit Hermanns Lieblingsspeisen ist auf der Homepage der Naturschutzkampagne zu finden. Ob etwa ein kräftiges Roggenbrot, feine Dinkelkekse, saftiger Karottenkuchen oder süße Weihnachtsplätzchen, für das „Hermann-Gebäck“ ist der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Wer gewinnt, das entscheidet das Los. Die Erfinderin oder der Erfinder des Gewinnerrezepts erwartet einen tollen Preis: Gemeinsam mit einer Begleitperson darf sie oder er am 6. April 2019 dabei sein, wenn die Feldhamster in der Auffang- und Pflegestation der AG Feldhamsterschutz im Tier- und Pflanzenpark Fasanerie Wiesbaden aus ihrem Winterschlaf „geweckt“ und in ihr Sommergehege umgesetzt werden.

 

Fehlender Lebensraum bringt Feldhamster in Not

Der Feldhamster gehörte einst zu den häufigsten Kleinsäugern in Hessen und wurde bis in die siebziger Jahre sogar als Plage betrachtet. Heute wird er auf der Roten Liste der gefährdeten Tiere der Bundesrepublik Deutschland als „stark gefährdet“ eingestuft. Neben den intensiven Bekämpfungsmaßnahmen in den vergangenen Jahrzehnten ist vor allem die heutige Bewirtschaftungsweise Hauptursache für die Gefährdung des Feldhamsters. Dem Nager fehlt es an Nahrung. Gleichzeitig führt das frühe Umpflügen der abgeernteten Felder dazu, dass es ihm auch an Deckung vor Fressfeinden wie Fuchs und Bussard mangelt. Im Zuge des neuen Schutzprogramms „Förderung von Leitarten der Feldflur“ des Hessischen Umweltministeriums werden deshalb, mit Blühflächen, Brachen, Feldrainen und Hecken, Lebensräume für Feldhamster und andere bedrohte Arten der Feldflur (wieder-)hergestellt. Die AG Feldhamsterschutz, unter dem Dach der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V., betreut in Kooperation mit dem Tier- und Pflanzenpark Fasanerie Wiesbaden eine Auffang- und Pflegestation für Feldhamster. Darüber hinaus ist sie Partner im bundesweiten Feldhamsterschutzprojekt „FELDHAMSTERLAND“, welches vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert wird. Im Rahmen des Projekts bietet die AG Feldhamsterschutz Exkursionen und Schulungen an, um die Öffentlichkeit über den gefährdeten Nager zu informieren.

 

Naturschutzkampagne schafft Bewusstsein für Biologische Vielfalt

Die Aktion „Was würde Hermann backen?“ ist Teil der „Naturschutzkampagne Hessen. Für Natur. Für Vielfalt. Für uns.“. Sie fordert die Menschen landesweit mit Mitmachaktionen dazu auf, sich im Alltag mit verschiedenen Aspekten des Natur- und Artenschutzes zu beschäftigen und eigene Beiträge zu leisten. Auf diese Weise schafft die Kampagne auch Bewusstsein für die Bedeutung der Biologischen Vielfalt, der Ökosysteme und des Schutzes der Natur. Umgesetzt werden die Aktionen von Mai 2018 bis Dezember 2019 gemeinsam mit Akteuren aus Naturschutzverbänden, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, die die Kampagne als Botschafterinnen und Botschafter unterstützen.

 

Mehr Informationen unter: www.naturschutzkampagne-hessen.de

© Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz