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Nachfrage nach Ausbildungsplätzen im Handwerk lässt Wünsche offen

Die diesjährige Sommertour des heimischen Landtagsabgeordneten Joachim Veyhelmann, CDU, ist beendet und es kamen einige interessante Erkenntnisse zusammen. Insgesamt hat er sieben Ausbildungsbetriebe besucht.
Veyhelmann: „Neben dem Kennenlernen der Berufe ging es mir bei dieser Sommertour vor allem um die Ausbildung und die Chancen für die jungen Leute nach bestandener Prüfung. Gerade die handwerklichen Berufe haben eine gute Zukunft, denn Fachkräfte werden in allen Branchen händeringend gesucht.“
Der erste Stopp war der Lindenhof in Brechen, wo er den Beruf des Landwirtes vorgestellt bekam. Dieser stellt sich je nach Größe und wirtschaftlicher Ausrichtung von Hof zu Hof unterschiedlich dar. Der Lindenhof, mit seinen 300 Kühen, zeichnet sich vor allem durch seine Milchproduktion und seine Nachhaltigkeit durch die Biogasanlage aus. Trotz sehr innovativer Konzepte sind viele Überlegungen hinsichtlich weiterer Investitionen von der Sorge um zukünftige Entwicklungen geprägt.
Den Landschaftsgärtner Ohlde in Hünfelden besuchte er auch und lernte die Vielfältigkeit dieses Berufs kennen. An Beispielen unterschiedlicher Gartenanlagenzeigte zeigte Herr Ohlde die hervorragende Arbeit des Unternehmens. Selbstverständlich muss er hinsichtlich der Bepflanzung der Gärten den veränderten Herausforderungen durch den Klimawandel erfolgreich begegnen.
Herr Becker aus der Limburger Schafsberg Imkerei stellte den Beruf des Imkers vor und zeigte, was es bedeutet, sich um die kleinen „Helden“ zu kümmern. Seine Bienen stehen überall in der Umgebung von Limburg.
Den Beruf „Bäcker“ bekam er in der Bäckerei Krekel in Waldbrunn-Lahr nähergebracht. Dieser Bäcker backt noch selbst und stellt all seine Waren selbst her. Damit ist seine Arbeit jedoch noch nicht getan, denn er muss die Versorgung seiner Filialen in Waldbrunn-Hausen, Mengerskirchen-Winkels und in Beselich-Heckenholzhausen sicherstellen. Erfreulich ist, dass der Tagesbeginn um 2:15 Uhr seinen derzeitigen Auszubildenden nicht schreckt.
Der Metzger Laux in Niederbrechen stellte ebenfalls seinen Betrieb und die Anforderungen dieses Berufs vor. Er konnte vor allem darauf verweisen, dass sowohl der Beruf der Fleischer ebenso wie der Fachverkäufer von der enormen Vielfalt des von den Kunden nachgefragten Sortiments geprägt sind. Qualität ist immer mehr gefragt und dies wirkt sich auch auf den Partyservice, den er gemeinsam mit seiner Frau betreibt, positiv aus. Er selbst besitzt seit 22 Jahren sein Unternehmen und möchte seine Arbeit trotz aller Widrigkeiten, die immer wieder auch Planungen durchkreuzen, auf keinen Fall missen.
Die Friseurin Frau Saquella in Elz hat unter anderem 2013 bei der Internationalen CAT Meisterschaft in Italien "Coppa Italia" die Goldmedaille im Bereich Gala und Abendfrisuren gewonnen. Es lag also nahe, sich von ihr in die Berufswelt der Friseure einführen zu lassen, die sich durch ein hohes Maß an Kreativität und Umsetzen aktueller Modetrends auszeichnet.
Als letztes besuchte er das „Vienna House“ in Limburg. Dort lernte er die Berufe der Hotelfachfrau oder der Fachkraft im Gastgewerbe kennen. Frau Menne, die Managerin, wies vor allem darauf hin, dass ihr Team trotz aller pandemiebedingten Erschwernisse und Einschränkungen seine Team Fähigkeit und das gute und wertschätzende Miteinander bewahrt hat und die Arbeit jetzt, da wieder mehr Gäste begrüßt werden können, reibungslos wieder fortgesetzt werden kann.
Auffallend ist, dass alle Menschen, welche er traf, vollkommen zufrieden in ihrem Beruf sind und nichts anderes machen wollen. Und trotzdem hat jeder von ihnen das Problem, dass sie gar keine oder nur kaum Auszubildende finden.
Dies macht auch dem Abgeordneten Sorge und er erläutert: „Zur Zeit fehlen in vielen Handwerksbetrieben die Bewerbungen um Ausbildungsplätze. Grund für dieses Problem könnte sein, dass die Jugendlichen zu wenig informiert sind und das Spektrum dieser Berufe gar nicht erfassen können oder die Chancen in den Berufen nicht bekannt sind. Ich gehe davon aus, dass hierfür nicht nur die Pandemie verantwortlich ist. Nachdem ich die Vielseitigkeit der Berufe bei meinen Besuchen kennengelernt habe, erscheint es mir besonders wichtig, dass die Werbemaßnahmen überdacht und intensiviert werden müssen.“
Einige Male wurde auch geäußert, dass die Ausbildungen als „letzte Chance“ gelten und die Schulabgänger diese als minderwertig oder nicht gut genug ansehen. Diese Haltung gegenüber bestimmten Ausbildungen muss dringend überdacht und geändert werden. Denn es ist das Handwerk, welches unsere Alltagsgegenstände herstellt. Die Ausbildungen müssen wieder mehr Anerkennung bekommen und gewürdigt werden.
Viele berufliche Werdegänge enden nicht nach der eigentlichen Ausbildung, sondern diese ist eigentlich nur die Grundbasis und die jungen Menschen können, wenn sie dies wünschen, sogar ein Fachhochschulstudium mit ihrer absolvierten Lehre beginnen oder noch den Meister in ihrem Beruf absolvieren
Bemerkenswert ist auch, dass MdL Joachim Veyhelmann, welcher auch Sprecher der CDU-Landtagsfraktion für die berufliche Bildung ist, öfter gehört hat, dass viele ältere Menschen, welche eigentlich schon einen Beruf erlernt haben noch einmal eine Umschulung machen und in Richtung des Handwerkes oder der Kaufmännischen Richtung gehen.
Veyhelmann abschließend: „Wir müssen bei der Neugestaltung der Berufsschullandschaft und der Angebote in den jeweiligen Standorten zum einen natürlich das bekannte Duale System unterstützen, aber auch die Möglichkeiten der Umschulung sowie der Fort- und Weiterbildung keines falls aus dem Auge verlieren. Lebenslanges Lernen ist nicht nur ein Schlagwort, sondern wird immer mehr zur Notwendigkeit bei der immer schneller voranschreitenden ständigen Veränderungen vieler Berufe.“ © Joachim Veyhelmann (MdL)