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Mittelhessen bei Grundwasserentnahme weiterhin sparsam

Regierungspräsidium Gießen legt Wasserbilanz 2017 vor und blickt zurück –
Große regionale Unterschiede – Verbrauch unter Bundesdurchschnitt

Gießen. „Im Fazit ist das eine sehr gute Entwicklung, trägt sie doch dazu bei, unsere Grundwasserressourcen in Mittelhessen zu schonen“, sagt Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich mit Blick auf den Verbrauch von Trinkwasser – aktuell und vor 20 Jahren. 1997 wurden nämlich bei etwas über eine Million Einwohnern in den fünf Landkreisen im RP-Bezirk zwischen Limburg und Schlitz, Münchhausen und Hungen noch 55,7 Millionen Kubikmeter pro Jahr (m³/a) Wasser verbraucht. Im Vorjahr wurden bei nahezu identischer Einwohnerzahl noch 50,5 Millionen m³/a Wasser verbraucht, wie eine aktuell vorgelegte Statistik zeigt. Das entspricht einem Rückgang um zehn Prozent.

Jeder Mittelhesse zapfte im Jahr 2017 im Schnitt 115 Liter Trinkwasser pro Tag aus dem Hahn und liegt dadurch unter dem bundesweiten Durchschnitt von 121 Litern. „Diese Zahl verweist eigentlich auf unseren Luxus“, sagt RP Ullrich. „Es ist selbstverständlich für uns geworden, glasklares Trinkwasser aus dem Wasserhahn zu zapfen.“ Ganz nebenbei besitze das Wasser auch noch eine exzellente Qualität. Um jederzeit hochwertiges Trinkwasser garantieren zu können, betreiben die Wasserversorger einen großen Aufwand. Es werden mitunter täglich Wasserproben entnommen, um seine Qualität nachzuweisen.

Dabei gibt es bei Wasserversorgung und -verbrauch durchaus Unterschiede in den mittelhessischen Regionen. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf wurde mit 110 Liter pro Einwohner täglich am wenigsten verbraucht. Im Lahn-Dill-Kreis lag der Verbrauch bei 112 Liter, im Vogelsbergkreis bei 116 Liter, im Landkreis Gießen bei 119 Liter und im Landkreis Limburg-Weilburg bei 121 Liter.

Weitaus größere Differenzen sind bei den 101 mittelhessischen Städte und Gemeinden zu sehen. So zapften die Bürgerinnen und Bürger in der Gemeinde Eschenburg (Lahn-Dill-Kreis) täglich nur 93 Liter pro Einwohner. Gleichauf gefolgt von denen in den Gemeinden Angelburg (Landkreis Marburg-Biedenkopf) und Allendorf/Lumda (Landkreis Gießen) mit 95 Liter pro Einwohner. Im Landkreis Limburg-Weilburg haben die Einwohner in der Gemeinde Merenberg mit 98 Liter am wenigsten verbraucht. Im Vogelsbergkreis wurde in der Gemeinde Gemünden/Felda mit 102 Liter pro Einwohner die geringste Menge aus der Leitung gezapft.

Die Auswertung ist auch auf der Homepage des Regierungspräsidiums Gießen unter www.rp-giessen.de über „Umwelt & Natur“ und weiter bei „Boden & Gewässer“ und schließlich unter „Schutz und Nutzung des Grundwassers“ zu finden. © RP Gießen