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Mitgliederversammlung von Weilburg erinnert e.V. wählt neuen Vorstand

Aktive Erinnerungskultur ist wichtig für eine starke Demokratie

Mitgliederversammlung von Weilburg erinnert e.V. wählt neuen Vorstand

Am Samstag, 26.03.2022 fand die diesjährige Mitgliederversammlung des Vereins „Weilburg erinnert e.V.“ mit großer Beteiligung seitens der Vereinsmitglieder statt. Die aktuelle Lage erlaubte die Versammlung wieder in Präsenz durchzuführen. Für den, im letzten Jahr verstorbenen, Jürgen Weil wurde eine Gedenkminute abgehalten und der Vorstand machte deutlich, wie betroffen sie vom plötzlichen Tod des Gründungs- und Vorstandsmitglied waren.
Der Partnerverein „Wetzlar erinnert e.V.“ überbrachte Grußworte und betonte die gute Zusammenarbeit der Vereine in den letzten neun Monaten. Aber es wurde auch deutlich, dass die aktuelle Lage mit Krieg in Europa eine neue Herausforderung für alle darstellt und es gerade jetzt wichtig ist, die Demokratie, wo es nur geht, zu stärken.

In seinem Jahresrückblick blickte der Vorsitzende Markus Huth auf Veranstaltungen zurück, die genau dieses Ziel verfolgten und zeigte sich erfreut, dass es möglich war trotz der anhaltenden pandemischen Lage viele Projekte auf den Weg zu bringen. So wurden mehrere Online-Zeitzeugengespräche mit mehreren hundert Teilnehmern durchgeführt, Theatervorstellungen, insbesondere für Schulklassen aufgeführt, eine Ausstellung zu dem NS-Widerstandskämpfer Georg Elser organisiert, und Workshops „Mit bunten Farben gegen braune Parolen“ in Verbindung mit der Ausstellung von Irmela Mensah-Schramm durchgeführt. Hier zeigten sich die Lehrer/innen begeistert vom Umgang von Frau Mensah- Schramm mit den Schülern. Von vielen Seiten gelobt wurde auch der Filmbeitrag zum Holocaustgedenktag 2021, welcher nach wie vor über die Homepage des Vereins abrufbar ist.
Besonders erfreulich ist auch die Mitgliederentwicklung. Seit Gründung des Vereins im Jahr 2018 wuchs der Verein von anfangs 11 auf mittlerweile über 50 Mitglieder. Den Vorstand freut hierbei besonders der Anteil an jungen Menschen, die sich für ein aktives Erinnern in und um Weilburg einsetzen wollen. Dieses Bild zeigte sich auch bei den anschließenden Vorstandswahlen. Hierbei wurden Markus Huth als Vorsitzender und Manfred Schiebel als Kassierer in ihren Ämtern bestätigt und Martina Zimmermann, die bereits seit 2018 als Verbindungsperson zu den Schulen und seit 2019 als Beisitzerin mitarbeitet, wurde zur Schriftführerin gewählt. Neu in den Vorstand wurden Jona-David Bastian als zweiter Vorsitzender und als Beisitzer Christina Schiebel, Lennart Rücker und Randi Becker gewählt. Damit sind fünf Vorstandsmitglieder jünger als 35 Jahre, was die anwesenden Mitglieder sehr begrüßten.
Der neugewählte Vorstand stellte im Anschluss die Jahresplanung für 2022 vor. Auch hier stehen wieder die beliebten Theatervorstellungen, eine Gedenkstättenfahrt nach Frankfurt sowie die Ausstellung „Es lebe die Freiheit“ über den NS-Widerstand junger Menschen auf dem Programm. Bereits gestartet ist ein Filmprojekt in Zusammenarbeit mit der JLU Gießen und Weilburg TV, bei dem Zeitzeugenaussagen für die Nachwelt erhalten werden. Zudem wird in Zusammenarbeit mit dem Theater „Mini-Art“ und der Weiltalschule ein theaterpädagogisches Projekt zu den NS-Krankenmorden durchgeführt.
Das Projekt „Stolpersteine“ beschäftigte auch die anwesenden Mitglieder. Nachdem die Fraktion von Bündnis 90 / die Grünen einen Antrag an das Stadtparlament gestellt hat, hofft der Verein noch in diesem Jahr auf ein positives Votum der Mandatsträger. Denn es stehen nicht nur über 6.000 € zweckgebundene Spenden zur Verfügung, sondern es liegen auch mehrere Anfragen von Nachfahren jüdischer Opfer und engagierter Bürger vor, die sich eine Verlegung in Weilburg wünschen.
© Markus Huth, Vereinsvorsitzender Weilburg erinnert e. V.