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Mit Kreativität gegen die Krise in Hirschhausen

Eine vorbildliche Initiative in Hirschhausen leidet unter Corona

Die Auswirkungen von Corona setzt kleinen und mittleren Betrieben besonders zu. Diese Erfahrung machten Vertreter der heimischen SPD beim Besuch der Eheleute Katharina und Bernhard Queißer in Hirschhausen. Das Unternehmerehepaar hatte vor vier Jahren in der Drommershäuser Straße eine ehemalige Gaststätte gekauft, um einen Seminarbetrieb für Hundetrainer, und ein Studio für Tierfotografie einzurichten. Eine vorbildliche Initiative, wie Hartmut Bock, der Fraktionsvorsitzende im Stadtparlament feststellte. Dadurch wird vorhandene Bausubstanz sinnvoll genutzt und gleichzeitig entstehen Arbeitsplätze im innovativen Bereich.
So gab es auch einen erfolgreichen Start und über 1.800 Seminarteilnehmer aus der gesamten Bundesrepublik kamen jährlich in das Queißer`s PET-TEFF, um dort Fortbildungen für Ihren Beruf im Hundebereich durch zu führen. Auch die Tierfotografie war sehr beliebt und hatte immer eine große Nachfrage. Doch mit dem Lockdown, den die Corona-Krise auslöste und der damit verbundenen resignativen Stimmung, wurde alles anders. Der Seminarbetrieb kam zum Stillstand. Die Rückzahlung von Gebühren wurde erforderlich, Einnahmen fielen aus, doch die Festkosten blieben. Eine existenzbedrohende Situation, die auch durch eine staatliche Soforthilfe nicht gemildert wurde, erklärte Katharina Queißer dazu.
Keine Planungssicherheit
Doch es verbesserte sich nichts, denn Planungssicherheit gab es keine und ein behördlicher Spießrutenlauf begann. Verlässliche Auskünfte fehlten und aus Angst vor falschen Entscheidungen wurde oft nichts oder nur sehr zurückhaltend in den Amtsstuben entschieden, berichteten die Eheleute. Kleine Unternehmen ohne Lobby wurden vielfach im Stich gelassen. Auch die Ungleichbehandlung belastet. Während heute in machen Cafés direkt im Gastraum die Tische wieder sehr nah beieinander stehen, wird in den Seminaren auf exakten Abstand geachtet. Behördliche Vorgaben halbieren die Teilnehmerzahlen, doch die Kosten für die Dozenten bleiben. Die fehlende Rentabilität zwingt deswegen im nächsten Halbjahr zur Schließung, erklärt das Unternehmerehepaar resigniert. Einzig das Fotostudio für Hundefotografie, wird im Jahr 2021 seine Arbeit wieder aufnehmen.
Kreativität hilft weiter
Doch die Kreativität der Familie und der Blick nach vorne hilft auch hier weiter. Mit der Herstellung von sehr individueller, in Handarbeit gefertigten Dekorations- und Nutzgegenständen aus hochwertigem Kunststoff, gefertigt im 3D-Druck-Verfahren, wird jetzt ein neues Geschäftsfeld mit einem Online-Vertrieb aufgebaut. Chance und Risiko zugleich, denn der Markt für solche Produkte ist noch in der Entwicklung.
Die heimischen SPD-Vertreter, darunter der Stadtverordnetenvorsteher Bruno Götz und Ortsvorsteher Norbert Lewalter zeigten sich erfreut über den Mut des Unternehmerehepaares. Für Weilburg sind solche Initiativen und die Schaffung von Arbeitsplätzen wichtig, denn die Hoffnung auf große Firmen, die mehrere hundert Arbeitsplätze mitbringen wird sich nicht erfüllen. Doch die Stadt Weilburg und auch der Landkreis müssen mehr Engagement aufbringen, um Start-ups und Kleinunternehmen zu fördern, so die einhellige Meinung der Gesprächsteilnehmer.  © Hartmut Bock