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Messer, Gabel, Schere, Licht sind für kleine Kinder nichts?

Messer, Gabel, Schere, Licht sind für kleine Kinder nichts?

Viel zu oft ist zu lesen, dass Kleinkinder bereits im dritten Lebensjahr mit Zündhölzern heimlich gezündelt haben und dabei die Einrichtung ihres Kinderzimmers in Brand gesetzt haben.

Dabei blieb es nicht nur bei materiellen Schäden in dem Zimmer und dem Löscheinsatz der Feuerwehr. Mehrfach kamen auch Personen zu Schaden bzw. starben durch Rauchvergiftung.

Hier wird in den meisten Fällen die Schuldzuweisung den Kindern angelastet. Das aber fehlendes Wissen über die Gefahren des Handelns vorliegen könnte oder aber  leichtsinniges Verhalten der Eltern Auslöseursache ist/war, wird gänzlich verschwiegen.

Sprüche wie „Messer, Gabel, Schere, Licht sind für kleine Kinder nichts“ sind daher nicht mehr zeitgemäß.

Aber woran liegt es, dass Kleinkindern das Erlernen der „Feuerkompetenz“ fremd bleibt.

Bei zündelnden Kindern bleibt meist der richtige Umgang mit Feuer in der Erziehung verborgen, da dieser strikt untersagt/unterbunden wird und dadurch  gerade der kindliche Trotz eher noch herausgefordert wird.

Wenn ein Kind keine Möglichkeit bekommt, in einem geschützten Rahmen Erfahrungen zu machen, wird es sich diese Erfahrungen selber suchen und sieht hier die Erwachsenen als Vorbild

Man sollte daher Kindern möglichst früh den vernünftigen Umgang mit Feuer auf verschiedenste Art und Weise beibringen, um sie sowie andere vor Schäden zu bewahren und zu schützen. Zündelnde Kinder sind keine böswilligen Brandstifter. Sie möchten nur ihr natürliches Interesse an Feuer ausleben.

Hier obliegt es dann unter anderem der elterlichen Pflichten dafür Sorge zu tragen, die Kinder zur kontrollierten Erfahrung mit Feuer heranzuführen. Belehrungspflicht, Aufsichtspflicht sowie Anleitungspflicht bilden dazu den ausführlichen Handlungsrahmen. Leider sind Teile dieser Pflichten manchen Eltern/Erziehungsberechtigten fremd.

Mit Besuch des Kindergartens oder Kindertagesstätte geht die Aufsichtspflicht an den Träger der Einrichtung über, so auch an die pädagogischen Führungs- und Fachkräfte.

Dadurch übernehmen diese die Aufgabe der Erziehung mit der Pflicht, für Schutz und Sicherheit der Kinder zu sorgen. Dabei spielt der Brandschutz eine bedeutende Rolle, da Kleinkinder je nach Alter und Entwicklung nicht in der Lage sind, Gefahren zu erkennen oder aber einzuschätzen.

Neben einer Unterweisung der pädagogischen Fachkräfte zum Thema Brandschutz in organisatorischer und technischer Hinsicht, stellt eine kindgerechte Brandschutzerziehung eine wichtige Aufgabe dar und sollte vom Träger der Einrichtung sowie den Eltern und Erzieherinnen gemeinsam wahrgenommen sowie umgesetzt werden.

Um hier bereits frühzeitig angehenden, pädagogischen Fachkräften einen Zugang zum Thema Brandschutzerziehung zu ermöglichen, gehen nun der Kreisfeuerwehrverband Limburg-Weilburg und die Fachschule für Sozialwesen-Fachrichtung Sozialpädagogik der Adolf-Reichwein-Schule Limburg, einen gemeinsamen Weg.

Inspiration/Impuls für ein gemeinschaftliches Projekt kam durch den für die Fachrichtung Sozialpädagogik verantwortlichen Oberstudienrat Michael Bender. Dabei ging es in erster Linie darum, frühzeitig die in Ausbildung zur staatlich geprüften anerkannten Erzieherin befindlichen Schülerinnen, die Themen Brandschutzerziehung und Brandschutz in Kindertagesstätten, näher zu bringen.

Diese neue Herausforderung nahm der Fachbereich Brandschutzerziehung- und Aufklärung auf und wurde durch Heribert Wittayer (Feuerwehr Elz) sowie Klaus Maletzki und Sabine Bruns (beide Feuerwehr Linter) ausgearbeitet und als Tagesseminar umgesetzt.

Aufgegliedert in Theorie und Praxis, standen für derzeit fünf Ausbildungsklassen Erzieherklassen mit bis zu teilweise 23 Schüler/innen, jeweils 4 Doppelstunden zu Verfügung.

Neben den wichtigen Punkten in der Brandschutzerziehung, so z.B. richtiges Anzünden von Zündhölzern, richtiges Absetzen des Notruf 112 sowie richtiges Verhalten in einem Notfall, standen auch umfangreich Brandschutz in Kindertagesstätten, Flucht- und Rettungswege, Rauchwarnmelder aber auch die Durchführung von Räumungsübungen, auf dem Seminarplan.

Praktische Übungen im richtigen Umgang mit Handfeuerlöscher an einem mobilen Feuerlöschtrainer sowie Einsatz und Handhabung von Löschspray, rundeten die Themenblöcke ab.

Mit großem Interesse wurde der Inhalt des neu eingebrachten Seminars durch die Teilnehmer aufgenommen und durch aktive Mitarbeit bestätigt.

Für die Ausarbeitung und Durchführung eines solch, mit umfangreichen Themenblöcken versehenem Seminar, bedankte sich Michael Bender bei den Referenten um den Fachbereich Brandschutzerziehung- und Aufklärung.

Besonders hervorgehoben wurde das entgegengebrachte, ehrenamtliche Engagement. Schließlich ist es nicht selbstverständlich, dass Mitglieder von Feuerwehren wie hier über einen Zeitraum von fünf Tagen, ihre Freizeit für solch vorbildliche Frühaufklärung im Brandschutz aufbringen.

Bereits im Vorfeld wurde von den Verantwortlichen eine zukünftige Fortführung des Seminars in Aussicht gestellt!

 

Text und Bilder: Klaus Maletzki (KFV, FB Brandschutzerz.- und Aufklärung)